Register

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Einleitung | Anmerkungen | Literatur

Register mit Erläuterungen und Mitteilungen über Veränderungen (z.B. verschwundene oder umbenannte Straßen)

 

G

Gassenkummerplatz, Gassenkummerweg
PABEL: Es gab zwei Plätze dieses Namens. Der eine im Norden St. Paulis nahe der Marktstraße "Bei der Oelmühle", errichtet 1806; der andere in St. Georg hinter dem Strohhaus, von welchem Gaedechens ("Historische Topographie der Freien und Hansestadt Hamburg ...", 1880: 193/4) berichtet: "Der zwischen dem Ziegelhof und der Bastion Nr. 3 liegende Gassenkummerplatz wurde 1807 an die Stelle der abgetragenen Bärenschanze verlegt und die Verbindung mit der Minenstraße durch einen Erddamm mit Pforte vermittelt, welche nach der hier früher liegenden Mine oder Poterne Minenthor genannt ward; doch durften hier nur die Gassenkummerwagen hinausfahren."
Diese letzte Bemerkung des Autors liefert auch den Schlüssel zum Verständnis des Ausdrucks "Gassenkummer". Darunter verstand man den Straßenunrat, der von Dreckwagen oder eben Gassenkummerwagen abtransportiert wurde auf eine Art Mülldeponie. Diese unfeine Fracht sollte die Bewohner nun nicht übermäßig belästigen. Es gab darum besondere Wege, die nur diesen Transporten vorbehalten waren und schon früh gepflastert wurden, um die Gefahr einer Panne mit dem damit u.U. verbundenen Verlust eines Teils der anrüchigen Ladung in Grenzen zu halten.
Der Gassenkummerplatz für den "Unrath" aus der Neustadt wurde im heutigen Karolinenviertel auf "Cämmerey"-Land nördlich der Marktstraße angelegt. Die Errichtung erfolgte laut der "Gassen-Ordnung" von 1810, wie FRILLING und MISCHER in ihrem Buch "Pütt und Pann'n – Geschichte der Hamburger Hausmüllbeseitigung" (Hamburg, 1994) berichten. (Diese "Gassen-Ordnung" fällt mithin auch in die Phase der institutionellen Neuerungen und Reformen der sog. "Franzosenzeit", 1806-14.) Der dorthin führende Weg ist auf Karten aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts als "Gassenkummerweg" bezeichnet.
Die geringere Wertschätzung für das außerhalb der Wallanlagen liegende Quartier wird nicht zuletzt durch die Beibehaltung dieses Müllabladeplatzes auch nach dem Wiederaufbau seit 1815 dokumentiert. Aus den folgenden Jahrzehnten haben sich im Staatsarchiv (Bestand 411-2 – Patronat St. Pauli; Aktenstück II A 669) verschiedenen Petitionen bezüglich des Gassenkummerplatzes erhalten, u.a. das "Schreiben der Eigenthümer und Anwohner des Gassenkummerplatzes bey der Oelmühle" mit der "unterthänigsten Bitte um eine Verlegung" vom "12ten November 1835" an den "Patronus St. Pauli Senator Dr. Johann Ludwig Dammert".
Die eingegangene Beschwerde gibt diesem mit Datum "25ter Nov. 1835" Gelegenheit zu einigen "Anmerkungen zur Gassenreinigung", in denen er u.a. feststellt, dass die (erneute) Anlage des Platzes im Jahre 1819 erfolgte, nachdem bereits zuvor ein anderer Platz "hinter den Kirchhöfen vor dem Dammthore existirt" habe. Laut "Extractus Protocolli" der Baudeputation vom 17. Dezember 1835 wird der Antrag auf Verlegung jedoch bis auf weiteres abgelehnt.
Erst später wurde die Fläche in Bauplätze aufgeteilt, auf denen u.a. die "2. Armenschule von St. Pauli" und das Laeiszstift in der Laeiszstraße sowie das "Vorwerkasyl" – heute: Künstlerhaus Vorwerkstift – in der Asylstraße (heute: Vorwerkstraße) errichtet wurden.

siehe auch: Vorwerkstraße

 

G

Gebrüder-Wolf-Platz
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Dieser Name wurde schon zu Beginn der Bauarbeiten des neuen Stadtquartiers auf dem Gelände der ehemaligen "Bavaria-St. Pauli"-Brauerei in St. Pauli-Süd als Benennung für einen Platz im südlichen Abschnitt der wiederhergestellten Taubenstraße – an der Kreuzung mit der Hopfenstraße – vorgeschlagen. Er knüpft an die Tradition der Platzbenennungen nach Volkssängern und -schauspielern (Hein Köllisch, Hans Albers) in diesem Bereich an und würdigt das in den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts sehr populäre Gesangstrio der Gebrüder Wolf. Inzwischen erfolgte im Juni 2008 die entsprechende Benennung des Platzes, begleitet von einem Festakt und einer Tagung zum Wirken des Trios und den Lebensgeschichten seiner Mitglieder.
Der Platz bildet den – recht "steinern" ausgefallenen – sozialen Treffpunkt des "Brau-" oder "Bavaria-Quartiers". Dieses Quartier entstand auf dem ehemaligen Gelände der Bavariabrauerei in sechs Baufeldern (mit einer Größe von insgesamt 28.000 m²). Zentrale Elemente der sog. "neuen Hafenkrone" sind: Das "Empire Riverside"-Hotel des Architekten David Chipperfield, Wohnungsbau zur Hopfenstraße hin, das Brauquartier der Hansa Baugenossenschaft, ein Gewerbehof am Zirkusweg, das "Atlantic"-Bürohaus mit 19 Stockwerken (und einem hoch aufragenden "Kamin" zur natürlichen Klimatisierung des Hochauses) und der neue "Astraturm“. Die geschätzten Gesamtinvestitionen in diese Bauvorhaben beliefen sich auf 350 Millionen Euro.
Zahlreiche biographische Informationen über die Gebrüder Wolf wurden von dem Hamburger Historiker und Filmemacher Jens Huckeriede gesammelt und auf der "Gebrüder Wolf"-WebSite wieder allgemein zugänglich gemacht (siehe: http://www.gebruederwolf.de/) Das berühmteste Lied des Trios von dem "Jung mit'n Tüdelband" inspirierte den Buchtitel "An de Eck steiht'n Jung mit'n Tüdelband: Gebrüder Wolf. Hamburger Gesangshumoristen und Revuestars von 1895 bis 1953." des von Jens Huckeriede und Angela Möller herausgegebenen Bandes mit Informationen, Abbildungen und Liedertexten (sowie einer CD), die im Rahmen eines Erinnerungsprojektes zusammengetragen wurden.

siehe auch: Taubenstraße

 

G

General-Litzmann-Straße
Von 1933 bis 1945 unter dem NS-Regime Name der Stresemannstraße; benannt nach dem preußischen General der kaiserlichen Wehrmacht, Karl Litzmann (1850-1930), der im 1. Weltkrieg £odz erobert hatte, das ebenfalls umbenannt wurde in "Litzmannstadt". Litzmann war bereits am 7. Februar 1930 im Sportpalast (Berlin-Schöneberg) bei einer Massenkundgebung der NSDAP unter dem Titel "So kann es nicht weitergehen!" zusammen mit dem NS-Gauleiter Dr. Joseph Goebbels und Hauptmann Hermann Göring aufgetreten.
Die Straße erhielt am 1. Oktober 1945 wieder ihren ursprünglichen Namen nach dem früheren Außenminister der Weimarer Republik und Friedensnobelpreisträger des Jahres 1925 Gustav Stesemann (verstorben am 3. Oktober 1929) zurück.

siehe auch: Stresemannstraße (Anfang)

 

Gerhardstraße
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BECKERSHAUS: (St. Pauli), 1800, wie bereits zuvor unter männlichen und weiblichen Vornamen in diesem Stadtviertel erwähnt, waren der Obrigkeit beim schnellen Wachstum der Vorstädte den Stadtvätern die Ideen für neue Straßennamen ausgegangen, weshalb man, dem Alphabet folgend, zunächst männliche, später weibliche verwendete. Unter dem Buchstaben "G" hat man Gerhard erwählt.
EStH: siehe Antonistraße.
HANKE: siehe Davidstraße.
In dem Werk von NEDDERMEYER, "Topographie der Freien und Hanse-Stadt Hamburg" (1832) heißt es in dem Kapitel "Die Gassen der Vorstadt Hamburgerberg.":
" G e r h a r d s t r a ß e .
No. 143 bis 146, 165 bis 175. 16 Häuser, 16 Wohnungen. – A.D. [= Armen-Distrikt] 4.
Die Gasse ist von 1800 an bebauet (S. B. [= Stadt-Erbebuch])."

siehe auch: Davidstraße

 

Gilbertstraße
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BECKERSHAUS: (St. Pauli, Altona-Altstadt), 1848, nach dem Pseudonym Jean Gilbert des Komponisten Max Winterfeld (1879-1942).
HANKE: (1848) Jean Gilbert, Pseudonym des Komponisten Max Winterfeld (1879-1942). Bis 1948: Gustavstraße.
Tatsächlich trug die heutige Gilbertstraße bis 1948 zwei Namen: Der – früher zu Altona gehörende westliche – Teil hieß Gustavxtraße, der östliche, zu St. Pauli gehördende Abschnitt Kleine Brunnenstraße. Der Name lehnte sich an die – inzwischen ebenfalls verschwundene – historische Benennung eines Teils der heutigen Bernstorffstraße als Brunnenstraße an.

siehe auch: Bernstorffstraße

 

Glacischaussee
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BECKERSHAUS: (Neustadt, St. Pauli), 1893, unter Anerkennung eines bereits im Volksmund üblichen Namens für die über das ehemalige Festungsglacis vor dem Holstentor verlaufende chaussierte Straße. Bei Glacis handelt es sich um eine schräg nach vorn verlaufende Erdaufschüttung, die keinen toten Winkel entstehen läßt, um vor der Festung freie Sicht und ein freies Schußfeld zu haben.
EStH: Ben.[annt] 1893 unter Anerkennung eines bereits im Volksmunde üblichen Namens für die über das ehemalige Festungsglacis vor dem Holstentor verlaufende chaussierte Straße.
HANKE: (1833) Die Glacischaussee wurde über das frühere Glacis vor den Wällen der Stadt angelegt. Unter Glacis versteht man das freie Feld vor einer Stadtbefestigung.
PABEL: Die breite Straße am Heiligen-Geist-Feld wurde 1821 zur Erinnerung an den Festungsgürtel angelegt, aber erst 1893 amtlich so benannt. Ein Glacis ist eine glatte, vor dem Grabenrand einer Befestigung aufgeführte, flach zum Vorfeld abgeböschte Erdaufschüttung.
Zuvor wurde diese Straße nach Ihrer Funktion einfach als "Fahrweg vom Millernthor nach dem Dammthore" bezeichnet, wie z.B. auf dem "Grundriß des abseiten Löblicher Kämmerei an die Brüderschaft der Knochenhauer im neuen Schrangen verpachteten Heiligengeist-Feldes, belegen in der Vorstadt S[ank]t. Pauli: extrahiert aus dem, dem Kämmerei-Kontracte angehefteten Grundriße vom 10. April 1839; Hamburg, d. 6. März, 1857" von A.[nton] A.[ugust] M.[artin] Nagel, Geometer, verlegt bei Charles Fuchs, Hamburg, 1857 (Lithographie; Maßstab: [ca.] 1:2.100]; Größe: 37 x 35 cm).

 

Glashütte
Auf dem "Grundriss Der Freien Stadt Hamburg / Entworfen 1819 von E. F. Bernhardt. Mit Nachträgen von R. Kerner und F. E. Schuback. Gravirt in der lithographischen Anstalt d. Brüder Minsinger, München (Maßstab: [ca.] 1:4.000). Hamburg: Campe, 1839.“ (Lithogaphie; Größe: 71 x 57 cm) trägt die heutigen Karolinenstraße die Bezeichnung "Glashütte", während die heutige Glashüttenstraße mit "Bei der Glashütte" bezeichnet ist.
Eine vergleichbare Unterscheidung wird auch in den topographischen Werken des 18. bzw. 19. Jahrhunderts getroffen, z.B. bei NEDDERMEYER, der 1832 unter den "Gassen der Vorstadt Hamburgerberg“ - zusammen mit den Straßen "bei der Glashütte" und "hinter der Glashütte" - auch eine "große Glashütte" erwähnt.

 

Glashütte, bei der
In dem Werk von NEDDERMEYER, "Topographie der Freien und Hanse-Stadt Hamburg" (1832) heißt es in dem Kapitel "Die Gassen der Vorstadt Hamburgerberg." über diese Straße, die später den Namen Marktstraße erhielt:
"No. 50 bis 52 mit vielen Literis. 23 Häuser, 10 Wohnungen. – A.D. [= Armen-Distrikt] 5.
Diese Gegend wurde schon 1670 bebauet, erhielt aber ihren Namen erst nach der Glashütte, welche Brunnemann hier 1761 anlegte, die aber bald wieder einging."

An anderer Stelle findet sich bei NEDDERMEYER eine Straße, die er als "große Glashütte" bezeichnet, mutmaßlich die heutige Karolinenstraße, die damals eine baumbestandene Allee bildete.
Die traditionelle Bezeichnung der Häuser mit Buchstaben ("Literis"), wie sie der Straßenname ABC-Straße in der Neustadt bis heute überliefert, wurde hier offenbar noch lange zusammen mit der Numerierung praktiziert. Die letzten Beispiele in der heutigen Marktstraße findet man im südöstlichen Bereich der Bebauung, wo auf die Hausnummer 1 die 1 A und auf die Nummer 20 die 20 A als Eckhaus zur Glashüttenstraße folgt.
Auf einigen Karten des 18. und frühen 19. Jahrhunderts sind mit der Bezeichnung "bei der Glashütte" der heutige östliche Abschnitt der Marktstraße und der heutige südliche Abschnitt der Glashüttenstraße bezeichnet, während deren nördlicher Abschnitt die Bezeichnung "hinter der Glashütte“ trägt.

siehe auch: Marktstraße

 

Glashütte, hinter der
In dem Werk von NEDDERMEYER, "Topographie der Freien und Hanse-Stadt Hamburg" (1832) heißt es in dem Kapitel "Die Gassen der Vorstadt Hamburgerberg." über diese Straße:
"No. 78 bis 84 mit vielen Literis. 18 Häuser, 9 Wohnungen. – A.D. [= Armen-Distrikt] 5.
Erst seit zwei Jahren entstanden hier Häuser."
An anderer Stelle bei NEDDERMEYER wird eine Straße mit der Bezeichnung "große Glashütte" erwähnt. Sie reichte zu dieser Zeit bis zur Sternschanze. Die meisten direkten Verbindungen dorthin wurden später jedoch durch die Errichtung der Verbindungsbahn und der Zollvereinsniederlage unterbrochen.

siehe auch: Glashüttenstraße

 

Glashüttenstraße
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BECKERSHAUS: (St. Pauli), 1841, nach der in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts an der jetzigen Karolinenstraße betriebenen Glashütte (vorher: "Bei der" oder "Hinter der Glashütte").
EStH: Ben.[annt] 1841 nach der in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts an der jetzigen Karolinenstraße betriebenen Glashütte; vorher Bei der oder Hinter der Glashütte.
HANKE: (1841) Eine 1761 hier angelegte Glashütte gab dieser Straße ihren Namen.
PABEL: Im heutigen Karolinenviertel befand sich in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts eine Glashütte. Die Straße, parallel zur Karolinenstraße verlaufend, wurde 1841 danach benannt; sie hieß früher "Bei der Glashütte" oder "Hinter der Glashütte". Die Hütte selbst bestand nur kurze Zeit, sie mußte ihren Betrieb wegen der hohen Feuerungspreise aufgeben.

Die vorgenannten Erläuterungen erscheinen topographisch teilweise ungenau, denn die Prüfung zeitgenössischer Karten und Pläne aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts ergibt recht sichere Hinweise darauf, dass nur die Straße "Hinter der Glashütte“ später zur Glashüttenstraße wurde, während aus der - topographisch korrekt bezeichneten - Straße "Bei der Glashütte" später die Marktstraße wurde. Die heutige Karolinenstraße trägt dort zur Abgrenzung von diesen beiden die Bezeichnung "große Glashütte".
Der Eigentümer der Glashütte – namens Brun[n]emann – hatte sie Mitte des 18. Jahrhunderts ungefähr auf dem Gebiet nördlich der heutigen Einmündung der Marktstraße in die Karolinenstraße angelegt, weil es durch die in der Nähe gelegenen Sandgruben und Holzvorkommen zu dieser Zeit noch preiswerte Rohstoffe direkt vor Ort gab. Die schnelle Abholzung der benachbarten Waldgebiete zwang ihn jedoch bereits nach wenigen Jahren zur Schließung der Hütte.
Bei J. L. von Heß (Bd. 3, S. 48 f.) findet sich die folgende Darstellung zu der für wenige Jahre bestehenden Glashütte:
"Die G l a s h ü t t e , wovon einige Häuser noch den Namen tragen, existirte hier vor etwa 50 Jahren. Sie lieferte gutes Glas, konnte aber nicht bestehen, weil in und um Hamburg die Feuerung zu kostbar ist. *)"
[FN] "*) Diese Glasbrennerei wurde hier im Jahre 1762 von dem verstorbenen Glashändler D. J. Brünnemann angelegt. Er suchte um ein Privilegium dafür nach, zufolge welchem es Niemand erlaubt sein sollte, innerhalb 25 Jahren, außer ihm und seinen Kindern eine Glasbrennerei auf dem Gebiete der Stadt anzulegen. Der Rath trug der Bürgerschaft dieses Gesuch am 18ten Februar des obgenannten Jahres vor, und das nur auf 15 Jahre. Aber diese schlug es ab."
(Heß, Jonas Ludwig von: Hamburg topographisch, historisch und politisch beschrieben. Zweite Auflage, umgearbeitet und vermehrt. Dritter Teil. Hamburg, 1811.)
Der Sandabbau hatte vermutlich schon zu Beginn des 17. Jahrhunderts begonnen, als aus dem gesamten Weichbild der Kernstadt Material für die Anlage der barocken Wallanlagen herbeigeschafft wurde. J. L. von HEß berichtet 1811, dass dem Landherrn des Gebietes, einem Senator, ein Landvogt unterstellt war, "der gewöhnlich Sand-Vogt" genannt wurde. Er schreibt dazu im Text und einer Fußnote seiner Topographie:
"Die Regierung und Gerichtsbarkeit über dem Hamburgerberg ... kömmt dem dritten Senator von oben herab zu, unter welchem ein besonderer Land-Vogt, gewöhnlich 'Sand-Vogt' genannt, steht.(*)"
[FN] "(*) ... Auch hat er [der 'Sand-Vogt'] darauf zu achten, daß, in der Gegend der Sternschanze bis nach dem Dammthore, sowie hinter der Oehlmühle keine Gruben und Höhlen gegraben werden; ..."
(Heß, Jonas Ludwig von: Hamburg topographisch, historisch und politisch beschrieben. Zweite Auflage, umgearbeitet und vermehrt. Dritter Teil. Hamburg, 1811: S. 40.)
Auch an anderer Stelle findet man Hinweise auf den Sandabbau in diesem Gebiet eiszeitlicher Sanddünen, zu denen auch der damalige "Heidberg" zählte, aus dem die Bastion Sternschanze wurde. Im Verlauf der letzten großen Pestepidemie, die Hamburg 1713/14 traf, wurde in einer größeren Sandgrube ein Massengrab angelegt, um die zahlreichen Todesopfer schnell beisetzen zu können. Der dabei entstehende "Pesthügel" lag später im städtischen Zoologischen Garten vor dem Dammtor und barg – wie zeitgenössische Untersuchungen belegten – noch bis zu seiner Einebnung in den 1930er Jahren Überreste der Beisetzungen. (Siehe dazu: Herman Sieveking, "Der 'Pesthügel' im Zoologischen Garten in der Tiergartenstraße in Hamburg." In: Hamburgische Geschichts- und Heimatblätter, 9. Jg. / 1935, Heft 3, Dezember, S. 257-263.)
Eine Besonderheit der Glashüttenstraße – ebenso wie der Marktstraße – ist die bis heute erhalten gebliebene konsekutive statt einer alternierenden Numerierung der Häuser, die auf einen Ratsbeschluss von 1833 zurückgeht und nicht, wie bei vielen anderen Straßen, bei der 1843 erfolgten Neufeststellung der Straßennamen und ihrer Numerierung nach dem Großen Brand (5.- 8. Mai 1842) geändert wurde.
Vor der Errichtung der Zollvereinsniederlage westlich der Carolinenstraße führte die Glashüttenstraße – ebenso wie die Laeiszstraße – nach Norden bis zur Lagerstraße, so dass mit Aufhebung dieses Straßenabschnitts eine ganze Reihe von Hausnummern entfiel. Heute endet die Nummernfolge an der Westseite der Straße mit Nr. 38 und setzt an der Ostseite mit Nr. 79 wieder ein.

Im Einzelnen zählen zur Bebauung der Glashüttenstraße die folgenden Bauten:
• Glashüttenstr. 22: Bei diesem erst 1930-32 für die Firma Gustav Brandts Erben errichteten Wohnhaus verlangten die steigenden Bodenpreise eine Hinterhausbebauung, der damals auch keine gesetzlichen Hindernisse im Weg standen. In seinem Entwurf für Großwohnhäuser zwischen Glashüttenstraße und Grabenstraße bezeichnet der Architekt Ernst Dehmlow, ein profilierter Vertreter der Zwischenkriegsmoderne, das dreigeschossige, parallel zum Vorderhaus im Blockinnenraum stehende Hinterhaus recht beschönigend als 'Gartenhaus'. Diese starke Verdichtung knüpft eher an frühere Formen dichter Hinterhausbebauung an, die auch an der Marktstraße an verschiedenen Stellen zu finden sind.
• Glashüttenstr. 38: Das ehemalige Gebäude der Werkzeugmaschinenfabrik "HEIDENREICH & HARBECK" wurde um 1908 als moderner Eisenbetonskelettbau errichtet. Es erinnert daher architektonisch an ein Kontorhaus.
Bei LANGE findet man ergänzend die folgende Beschreibung: "Die roten Backsteinfassaden sind in ein Skelett von markant profilierten Pfeilern aufgelöst, die von Korbbögen überfangen werden. Dabei verzichtet der Bau auf gotisierende Anklänge, wie sie zu dieser Zeit noch im Gewerbebau üblich waren, zugunsten einer sachlichen, ganz aus den konstruktiven Materialien entwickelten Architektur." (siehe: Lange, 1995: 93, "C6") –
Später befand sich in dem Gebäude die Firma "Warner's Corsetts", wie der noch erhaltene Namenszug am Haupteingang belegt. Heute wird das Gebäude von einer großen Werbeagentur und anderen Medienbetrieben genutzt, u.a. vom "FBI", dem Film Bureau International.
• Glashüttenstr. 78/79: Diese sog. Mietfabrik wurde 1907-08 als "Industriehaus" von dem Architekten Claus Meyer für den Bauherrn J.J.M. Hoeppner errichtet. Das Gebäude überträgt den Typus des Kontorhauses auf den Gewerbebau. Ein weitgespanntes, tragendes Stahlbetonskelett bietet frei einteilbaren Mietraum für kleinere Gewerbebetriebe. Das äußere Erscheinungsbild signalisiert diese Zweckbestimmung mit großzügig durchfensterten Backsteinfassadenund dekorativen Putzflächen, wirkt gestalterisch insgesamt jedoch sehr konventionell und relativ einfallslos. Erst die vor wenigen Jahren erfolgte Sanierung und ein moderner Anbau haben diesen Eindruck abgeschwächt.
Wie die zahlreichen Firmenschilder belegen, beherbergt das Gebäude bis heute unterschiedliche Nutzungen, darunter Medien- und Versandhandelsfirmen (z.B. Teeversand), die von der Möglichkeit zur flexiblen Raumaufteilung profitieren. In gewisser Weise nimmt die Mietfabrik damit das Konzept des "Managed Workspace" voraus, bei dem ebenfalls unterschiedlich große Flächen in einem zentral verwalteten Gewerbeobjekt angemietet werden können.
• Glashüttenstr. 81: Die benachbarte kriegsbedingte Baulücke bot Anfang der 1970er Jahre die Möglichkeit, hier eine Kinder-Tagesstätte in Holzpavillon-Bauweise zu errichten, ein weiteres der gebietstypischen "Provisorien". Nach der kürzlich durchgeführten Sanierung und Modernisierung dürfte im jedoch eine längere Lebensdauer beschert werden.
Der Einschnitt in der Blockrandbebauung und der Torweg des folgenden Vorderhauses bieten einen Blick in die Terrassenanlage in der Karolinenstraße 26 von Westen her. Diese gelegentlich als Karolinenweg bezeichnete Terrasse bildete auch früher keine Durchwegung zwischen Karolinen- und Glashüttenstraße, da im Hofbereich des Vorderhauses in der Glashüttenstraße 84 jahrzehntelang die – inzwischen abgebrochenen Gebäude – einer Schlachterei den Durchgang versperrten. Diese Schlachterei zählte, ebenso wie viele andere fleischverarbeitende Betriebe im Karolinenviertel, zu den zahlreichen spezialisierten Handwerks- und Handelsunternehmen, die sich im Umfeld des Schlachthofes angesiedelt hatten.
• Glashüttenstr. 84, 85: Diese beiden Etagenhäuser sind 1893 nach Plänen von C.F. Petersen für den Bauherrn Max Flix errichtet worden und gehören ebenso wie die westlich anschließende Terrasse und das Nachbarhaus No. 85a zu einem denkmalwürdigen Ensemble.
• Glashüttenstr. 85a: Dieses deutlich niedrigere Etagenhaus wurde bereits 1880 für Chr. Sievert errichtet. Hinter dem Vorderhaus befand sich ursprünglich ein gewerblich genutztes Hinterhaus, das jedoch inzwischen ebenfalls teilweise zu einem Wohnhaus umgebaut wurde. Weitere Umbauten bzw. Erweiterungen betreffen den Ladenvorbau und die oberhalb der alten Traufkante erkennbare Aufstockung um ein Geschoss.
• Glashüttenstr. 87 / 89 (Vorderhäuser) und 88, Haus 1 bis 4 (Terrassenhäuser): Die beiden Etagenhäuser und der östlich anschließende Abschnitt der Karolinenpassage wurde erst um 1909/10 von Hugo G. Steinhage für seine eigene Immobilienverwaltungsgesellschaft errichtet. Sie ersetzten eine ältere Hofanlage, weshalb die Achse des Torweges nicht die exakte Fortsetzung der bereits 1883/84 von der Karolinenstraße 23 / 24 aus begonnenen Passage bilden.
• Glashüttenstr. 101, 104, 107: Diese drei aufeinanderfolgenden, baugleichen Häuser zählen ebenfalls zu den denkmalwürdigen Etagenhäusern der Gründerzeit, von denen das Karolinenviertel eine große Anzahl aufweist. Sie wurden vor einigen Jahren von einem privaten Investor erworben, jedoch bisher noch nicht saniert, so dass sie bereits mehrfach als Kulisse für Filme dienten, die in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts spielen.
Auffallend ist, dass bei den Hausnummern die Nummern 102, 103 und 105, 106 zu fehlen scheinen. Dies hat historische Gründe, da gemischte Wohn- und Geschäftsgebäude früher des öfteren mehrere Hausnummern hatten, um die Läden im Souterrain – in den Hamburger Adreßbüchern auch als "Unterhaus" bezeichnet – und den Eingang zu den Wohnetagen jeweils gesondert zu nummerieren.
• Glashüttenstr. 109: Es handelt sich bei diesem Neubau architektonisch eher um einen Fremdkörper, der wegen des dunklen Fassadenmaterials (teilweise nahezu schwarzer Klinker) gelegentlich ironisierend als "Geisterhaus" bezeichnet wurde.
• Glashüttenstr. 113-114: Diese (ca. 1860/70) entstandene sog. Mathildenterrasse weist zur Hofseite recht schlichte Fassaden, die jedoch oft mit Stichbogenfenstern versehen sind. An jeder zweiten Hauseinheit findet man ein klassizistisches Putzquadernetz, wie es auch an zahlreichen anderen Häusern im Karolinenviertel und im übrigen St. Pauli zu beobachten ist. Unterschwellig ist bei der Gestaltung offenbar der Hang zu klassizistischen Grundmustern wirksam geblieben. Durch den ökonomischen Zwang zur schlichten Gestaltung der Hinterhäuser prägt er sich jedoch nur schwach aus.

 

Gnadenkirchenplatz
(Inoffizieller) Projektname für die Umgestaltung des südlichen Teils der Karolinenstraße und des Bereichs um die Gnadenkirche (seit Herbst 2004: Russisch-orthodoxe "Kirche des Hl. Johannes von Kronstadt in der Gnadenkirche") im Zusammenhang mit der Erweiterung des Geländes der Hamburg-Messe. Ziel des – für einen Zeitraum ab 2007/08 vorgesehenen Umbaus – ist die Herstellung einer Verbindung der derzeitigen "Kircheninsel“ mit dem westlich anschließenden Wohnquartier.
Die Gnadenkirche wurde zwischen 1904 und '06 nach Entwürfen des Hamburger Architekten Fernando Lorenzen in Form eines zentralisierenden Baus für die Kirchengemeinde St. Pauli errichtet. Im ursprünglichen Entwurf waren die Bankreihen fächerförmig nach den Grundsätzen des sog. Wiesbadener Programms auf den Altar im Norden ausgerichtet. Vorbild dieser Ausrichtung der Gemeinde auf Kanzel, Altar und Orgel war die 1894 nach Plänen von Johannes Otzen errichtete Ringkirche in Wiesbaden. Als sehr untypisch gegenüber traditionellen evangelisch-lutherischen Kirchen in Hamburg ist hingegen "die neoromanische Werksteinarchitektur mit rheinisch-staufischen Dekorationselementen, die zur Erbauungszeit ... überholt waren" (siehe: Lange, 1995: 91/92, "C1") zu bewerten. Dieses äußere Erscheinungsbild ließ bereits früher viele Betrachter mutmaßen, es handele sich um eine katholische Kirche, und kommt jetzt der neuen Nutzung durch das Russisch-orthodoxe Patriarchat zugute.

siehe auch: Karolinenplatz

 

Göttsch('s) Passage
Diese – auch als Karolinenweg bezeichnete – Passage zwischen der Karolinen- und der Glashüttenstraße (nördlich der Marktstraße) trägt in älteren Plänen den Namen des Grundeigentümers, der an ihrer Nordseite eine durchgehende Häuserzeile errichtete. Dieser Eigentümer hatte die Baugrundstücke vom "Aerarium" (der Liegenschaftsverwaltung der Finanzdeputation) erworben, nachdem er als "Todtengräber" der St. Pauli-Kirchengemeinde, die jenseits der Karolinenstraße ihren "Kirchhof" und ihre "Todtenhalle" hatte, offenbar zu einigem Wohlstand gekommen war. Die Häuserzeile befindet sich bis heute im Besitz der Nachfahren dieses Herrn Göttsch.

siehe auch: Karolinenpassage, Karolinenweg

 

Grabenstraße
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BECKERSHAUS: (St. Pauli), 1849, nach einem ehemals nahe gelegenen Graben.
EStH: Ben.[annt] 1849 nach dem an ihrer Westseite verlaufenden Graben.
HANKE: (1850) Die Grabenstraße wurde nach einem früher an ihrer Westseite verlaufenden Graben benannt.
Ebenso wie der Name der Grabenstraße verweisen auch die Bezeichnungen Kamp- oder Feldstraße auf die Vorgeschichte des Wallvorlandes als Agrarlandschaft nördlich des Heiligengeistfeldes, das seinerseits der Schlachterinnung mehr als ein Jahrhundert lang als Viehweide außerhalb der befestigten Stadt diente. Viele der – bis in die erste Hälfte des 18. Jahrhunderts häufig noch landwirtschaftlich genutzten – Flächen unmittelbar vor den Wällen befanden sich vor Beginn der gründerzeitlichen Stadterweiterungen im Eigentum des Hamburgischen Staates, wie die Angabe "Aerarium", d.h. Staatseigentum in Verwaltung der Finanzdeputation, in den Grundbüchern dieser Zeit belegt. Sie konnten daher nach der Parzellierung zum Zwecke der privaten oder öffentlichen Bebauung problemlos für die Errichtung zahlreicher Staatsbauten, darunter häufig Schulen für die schnell wachsenden Wohnquartiere, genutzt werden.
Bis heute fallen daher im Verlauf der Grabenstraße zahlreiche gründerzeitliche Schulbauten auf. Sie bilden einen Hinweis auf die hohe Bevölkerungszahl der Jahrzehnte zwischen 1880 und dem 2. Weltkrieg sowie die früher erheblich größeren Familien mit zahlreichen Kindern. Hinzu kam ab ca. 1900 die bauliche Verdichtung des Karolinenviertels infolge der um 1900 einsetzenden Sanierung der Alt- und Neustadt und der damit einhergehenden Verdrängung der dortigen ärmeren Bevölkerungsschichten, denn längst nicht alle der vormalige Einwohner konnten sich Wohnungen in den neu errichteten Etagenhäusern leisten.
Neben der ehem. "Israelitischen Töchterschule" (erbaut ab 1882) an der Einmündung in die Karolinenstraße (mit der Schulturnhalle südlich der Grabenstraße) und der "Rumbaum'schen Stiftungsschule", die zu Beginn des 20. Jahrhunderts der spätere Friedensnobelpreisträger Carl von Ossietzky besuchte, gibt es mit ehemaligen "Mädchenschule" (erbaut 1888) in der Grabenstr. 32 einen weiteren Schulbau. Ergänzend dazu befand sich in der Laeiszstr. 12 die ehemalige "Knabenschule" (gegründet 1851; heutiger Bau 1907 errichtet). Dort verbrachte in den 1860er-Jahren u.a. der Gründungsdirektor der Hamburger Kunsthalle, Alfred Lichtwark, einen Teil seiner Schulzeit.
Über die 1889 nach Plänen des Hochbauwesens der Baudeputation errichtete ehemalige Volksschule in der Grabenstraße 32 heißt es im "Architekturführer Hamburg" von Ralf Lange:
"Eingezwängt zwischen Gewerbebetrieben und Geschoßwohnungsbau ist das Schulgebäude nicht nur ein beredtes Zeugnis für den spekulativen Städtebau der Gründerzeit, sondern auch für die Ignoranz, die damals dem Bedürfnis der Schüler nach einer kindgerechten Umwelt entgegengebracht wurde. Der Pausenhof wird nach Süden hin von einem hohen Fabrikriegel verschattet. Dabei ist die prosaische Rohbauarchitektur des Schulgebäudes, sparsam akzentuiert durch Gesimse und Portale in Werkstein, Terrakotten und Schmuckkacheln, durchaus nicht ohne Reiz, wie nach einer Reinigung der orangefarbenen Fassade deutlich wurde." (siehe: Lange, 1995: 92, "C5")

siehe auch: Kampstraße

 

Grabentwiete
Mitte des 19. Jahrhunderts ist diese – durch die Bezeichnung als schmaler Weg erkennbare – Seitengasse in Listen der "4ten Compagnie" des Hamburger Bürgermilitärs für den "8. Steuerdistrict", d.h. die Vorstadt St. Pauli, zu finden. Es handelt sich um den heutigen östlichen Abschnitt der Vorwerkstraße zwischen Graben- und Glashüttenstraße.
Man findet sie auch auf der historischen Karte "St. Pauli, Eimsbüttel, Rotherbaum, Harvestehude", hrsg. von der Baudeputation. Diese Karte beruht auf der der Landvermessung unter Leitung Heinrich Stücks und wurde gezeichnet von Gustav Cramm. Sie zählt zur Reihe der "Pläne von Hamburg nebst Umgebung" [Amtliche Ausg.], ausgeführt in den Jahren 1855-1863, ergänzt bis 1869, und bildet dort das Blatt 2 (Maßstab: 1 : 4.000; Kupferstich; Größe: 92 x 59 cm).
Sie wurde laut Amtsblatt der Freien und Hansestadt Hamburg vom 1. Oktober 1899 zur (damaligen) Asylstraße (heute: Vorwerkstraße) hinzugezogen.

siehe auch: Grabenstraße

 

Grenzgang
Entlang der Grenze zwischen der Freien und Hansestadt Hamburg und ihrer, bis 1866 dänischen und bis 1938 preußischen, Nachbarstadt Altona verlief über weite Strecken zwischen dem Elbufer am Fischmarkt und der Sternschanze ein Grenzgang, der streckenweise mit einer Palisade gegen Schmuggel geschützt wurde und nicht bebaut werden durfte, um als Kontrollgang ständig begehbar zu sein. Daher stammt auch die gelegentlich zu findende Bezeichnung "Grenzgängergang", denn zeitweilig wurden entlang der Grenzen Patrouillendienste durchgeführt. Allerdings waren diese Einsätze eher sporadisch, so dass sogar eine Be- oder Überbauung des Ganges oft längere Zeit nicht bemerkt wurde, wie z.B. WICHMANN anhand verschiedener Beispiele überliefert.
Die trennende Funktion lässt sich an vielen Stellen bis heute an der beiderseits benachbarten Bebauung ablesen, die im Verlauf einer Straße plötzlich ihren Charakter wechselt oder in der Baulinie eine Lücke frei lässt, wie z.B. an der Nordseite der Reeperbahn am Eingang zur berühmten Kiez-Kneipe "Ritze".
Dort wurde an der Nordseite der Reeperbahn (zwischen No. 172 und No. 174) auch ein historischer, gusseiserner Pfeiler des Nobistors mit dem Monogramm König Christians VIII von Dänemark, der Personifikation der Stadt Altona und der Inschrift »nobis bene – nemini male« ('uns wohl – niemandem schlecht') wieder aufgestellt.
Im südlichen Bereich folgt die alte Grenze zwischen Hamburg und Altona ursprünglich dem Verlauf des Pepermölenbeks, bis er das damalige westliche Ende der Reeperbahn erreichte. Von der Reeperbahn kommend kreuzt der Grenzgang die Schmuckstraße und ist dann im Straßenblock nördlich der Simon-von-Utrecht-Straße zwischen Talstraße (ehem. Hamburger Seite) und Großer Freiheit (ehem. Altonaer Seite) wieder gut zu erkennen, aber leider seit einigen Jahren nicht mehr passierbar. An der Nordseite des Blocks trifft er auf den Übergang von der Paul-Roosen-Straße zur Clemens-Schultz-Straße, wo er auf der Nordseite der Straße durch die Ausprägung des Hauses als Eckhaus erkennbar ist. Obwohl hier keine Straße einmündet, weist das Haus Paul-Roosen-Str. 8 einen Erker auf, der an den Konsolen mit "Porträtmasken" mit preußischer Pickelhaube geschmückt ist! Zudem wechseln Bebauung und Straßenverlauf von der Kleinteiligkeit einer dänisch-preußischen Provinzstadt (Paul-Roosen-Straße) zur Geradlinigkeit der breiten Clemens-Schultz-Straße, die während der gründerzeitlichen Hamburger Stadterweiterung schnurgerade auf den Turm des Museum für Hamburgische Geschichte (bzw. den früheren Standort der Hamburger Sternwarte) am Ort der barocken Bastion Hinricus zuführt. Von hier an ist der Grenzgang nicht mehr durchgehend begehbar, sondern vorwiegend durch den Verlauf der Grundstücksmauern der Terrassenanlagen nach Westen hin erkennbar. Erst in der Brigittenstraße zeigt er sich wieder als verglaster, zweigeschossiger Einschnitt des Neubaus an der Südseite und realer Durchgang neben dem Stadtteilkino B-Movie, wo in einem Wandgemälde auch einige Erläuterungen zu finden sind.
Westlich davon bis hin zum Reventlowstift findet man heute gründerzeitliche Stadterweiterungsgebiete der damals preußischen Stadt Altona, die ab 1871 – ebenso wie Hamburg – schnell wuchs und ständig neuen Wohnraum benötigte. Das Quartier um die evangelisch-lutherische Friedenskirche, die kirchlich nicht zum Kirchenkreis Alt-Hamburg, sondern zur Probstei Altona gehört, erlitt im 2. Weltkrieg zahlreiche Zerstörungen, die bis in die 1990er-Jahre schrittweise repariert wurden.
Einige Dutzend Meter nördlich der Brigittenstraße wendete die Grenze sich nach Osten und verlief direkt an der Westseite der Wohlwillstraße (ehem.: Jägerstraße) und über den Pferdemarkt in die Schanzenstraße (ehem.: Neue Rosenstraße), wo er im Pflaster durch die erhaltenen historischen Grenzsteine mit den Buchstaben [A | H] für "A"ltona und "H"amburg noch erkennbar ist. Der heutige Verlauf der Grenze zwischen den Bezirken Hamburg-Mitte und Altona folgt nicht mehr dieser historischen Grenze, sondern entstand durch die Gebietsreform im Zuge des Groß-Hamburg-Gesetzes, das zum 1. April 1938 in Kraft trat.
(Nicht zu verwechseln ist die hamburgisch-dänische Grenze übrigens mit der Grenze zwischen dem Deutschen Kaiserreich und dem Königreich Dänemark, die jahrhundertelang an der Eider zwischen dem Herzogtum Holstein und dem dänischen Schleswig verlief. Als Herzog von Holstein war der dänische König – als Rechtsnachfolger der Schauenburger Grafen – formal Reichsfürst des 'Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation' bzw. seit 1815 Bundesfürst des 'Deutschen Bundes'. Die meisten "deutschen" Angelegenheiten des Königreichs Dänemark wurden von einer "Deutschen Kanzlei" verwaltet, die ihren Sitz lange Zeit im Schloß Gottorp hatte.
Die dänischen Könige beanspruchten als Fürsten des "Deutschen Reiches" seit 1618 auch die formelle Oberhoheit über die Stadt Hamburg. Mehrere Könige scheiterten jedoch an der Durchsetzung dieses Anspruchs, bis es im Gottorper Vergleich von 1768 von dänischer Seite zu einer Anerkennung Hamburgs als Freie Reichsstadt kam, die sich von diesem Zeitpunkt an bis zur vollständigen Eingliederung in das [2.] Deutsche Kaiserreich im Jahre 1888 als souveräner Staat betrachtete und bis heute bekanntlich als Freie und Hansestadt Hamburg bezeichnet.)

 

Große Freiheit
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BECKERSHAUS: (St. Pauli), nach 1600, die jetzigen Besitzer der dort gelegenen Etablissements müssen diesen Straßennamen falsch verstanden haben, denn gemeint war die Sache einmal anders: Nach 1600 wurde in Altona die sogenannte "Freiheit" geschaffen. Das bedeutete, daß in diesem Bezirk zuziehende Handwerker gegen eine jährliche Gebühr (Gewerbesteuer?) ihr Gewerbe unabhängig von den Zünften ausüben konnten. Am Rande der Reeperbahn, dem "Amüsierviertel", konnte es nicht ausbleiben, daß der Name "Große Freiheit" immer mehr einer Fehlinterpretation zum Opfer fiel.
Berühmt über Hamburgs Grenzen hinaus wurde die Straße durch den Film mit Hans Albers "Große Freiheit Nr. 7"; die in diesem Film noch gezeigte Hafenromantik und Sentimentalität ist inzwischen brutalem Kommerz gewichen.
Einen vorläufig letzten kulturellen Schub erhielt diese Straße 1961 durch einen Auftritt der "Beatles".
HANKE: Freiheit herrscht hier seit 1611/12. Damals wurde der Bezirk "Freiheit" eingerichtet, der zu dieser Zeit zu Altona gehörte. Handwerker konnten gegen eine jährliche Abgabe unabhängig von der Zugehörigkeit zu den Zünften ihrem Gewerbe nachgehen. Religiöse Minderheiten wurden hier ebenfalls nicht behelligt. Gleiches galt für die benachbarte Kleine Freiheit, die heute die Grenze zwischen Altona und St. Pauli bildet. In jüngster Zeit dominieren in der "Großen Freiheit" freizügige Damen und musikalische Highlights. Hier befand sich der legendäre "Star-Club", in dem die Beatles ihre schwindelerregende Karriere starteten. Heute wird in dem Konzertsaal "Große Freiheit" gute Musik gemacht.
Oliver KORN schreibt 1998 unter dem Stichwort Große Freiheit im "Hamburg-Lexikon" (KOPITZSCH / TILGNER, 1998: 188): "Große Freiheit und die 1688 so benannte Straße Kleine Freiheit erinnern mit ihren Namen an den 1611/12 auf Anweisung des Landesherrn, des Grafen Ernst von Schauenburg, geometrisch errichteten Freibezirk in Altona, in dem die unbedingte Gewerbe- und Religionsfreiheit galt. Die »Freiheit« bildete den Kern eines merkantilistischen Konzepts der Wirtschaftsförderung, das qualifizierte Handwerker – vorzugsweise Glaubensflüchtlinge – anziehen sollte. Erst 1636 wurde dieser Zustand rechtlich bestätigt und geographisch präzisiert. Die Freistatt war die erste ihrer Art in Nordeuropa und wurde in wirtschaftlicher, religiöser und städtebaulicher Hinsicht Vorbild späterer Städtegründungen, so z.B. für Glückstadt (1616) und Friedrichstadt (1619). Erst 1664, mit Erhebung des – nach dem Ableben des letzten »Schauenburgers« (1640) – mittlerweile dänischen Orts zur Stadt, wurden die Privilegien auf ganz Altona ausgedehnt. Von den verschiedenen nicht-lutherischen Kirchen steht heute nur noch die 1718-1723/29 erbaute katholische Kirche St. Joseph.
Im Zuge der Bezirksreform von 1949 [die an dieser Stelle an die an die Regelungen des nationalsozialistischen Groß-Hamburg-Gesetz (1937/38) anknüpft] wurde das schwer zerbombte Gebiet neu gegliedert und die Große Freiheit dem »Alt-Hamburger« Stadtteil St. Pauli zugeschlagen; die alte Stadtgrenze entlang dem Nobistor ist nur noch stellenweise erkennbar.
Überregionale Bedeutung erreichte die Große Freiheit zu Beginn des 20. Jahrhunderts nach der Wandlung von der Arbeiterwohnstraße zum Amüsierviertel, wie sie sich z.B. in dem 1944 von Helmut Käutner in Szene gesetzten Film »Große Freiheit Nr. 7« präsentierte. Der Film, in dem Hans Albers als singender Seemann mit Liedern wie »Auf der Reeperbahn nachts um halb eins« und »La Paloma« im »Hippodrom« auf der Großen Freiheit brillierte, wurde erst nach der Entschärfung des Titels durch den Zusatz »Nr. 7« von den NS-Machthabern und auch nur im von Deutschland besetzten Ausland zur Aufführung freigegeben. Für neue Berühmtheit sorgte in den 1960er Jahren der »Star-Club«; heute wird mit dem Straßennamen vor allem »erotische Unterhaltung« verbunden."

Diese Entwicklung schildert Günter Zint in seinem Buch "Große Freiheit 39: vom Beat zum Bums. Vom 'Star-Club' zum 'Salambo'" (München: Heyne, 1987).
Nachzutragen ist auch, dass die öffentliche Erstaufführung des Films »Große Freiheit Nr. 7« in Deutschland erst am 6. September 1945 erfolgte. Bemerkenswert ist jedoch vor allem, dass der Film keineswegs in Hamburg, sondern in den Kulissen der Filmstudios von Potsdam-Babelsberg und ab 1943 in den Prager Barrandov-Studios entstand, wo ein "überaus künstliches, mit Kiezatmosphäre gezuckertes Seemannsmärchen" entstand (siehe: RECLAM Filmklassiker, Bd. 1, 1913-1946: S. 487-90. Stuttgart, 1995). Lediglich eine Barkassenfahrt durch den Hafen wurde in Hamburg aufgenommen. Dazu wurden sogar die dort liegenden Kriegsschiffe mit Tarnnetzen bedeckt, um alle Hinweise auf den Krieg zu tilgen. Die Uraufführung des Films fand am 15. Dezember 1944 ebenfalls In Prag statt. Die Vorführung einer für das Deutsche Reich vorgesehenen geschnittenen Fassung wurde im März 1945 vom "Reichsminister für Volksaufklärung und Propaganda" Joseph Goebbels untersagt.
Die wichtige Rolle der Glaubens- und Gewerbefreiheit nahe der Hamburger Grenze – der Grenzgang verläuft unmittelbar hinter den Grundstücken an der Großen Freiheit – wird längst auch in offiziellen Publkationen anerkannt. So heißt es in der von der Freien und Hansestadt Hamburg herausgegebenen Broschüre "Fremde bauen eine Stadt" u.a.:
"1660 – Die Katholiken schätzen die Große Freiheit: Hamburgs Lutheraner sind stur und wollen den Katholiken nicht erlauben, in der Stadt Gottesdienste abzuhalten. In Altona ist man toleranter; hier können in Privathäusern Gottesdienste abgehalten werden. Nun haben die Katholoken ein Wohnhaus an der Großen Freiheit am Rande Altonas erworben und bauen es in eine Kapelle um. Die Katholiken aus Altona und Hamburg finden hier eine Gottesdienststätte. Als die Kapelle 1713 abbrennt, wird an gleicher Stelle nach Plänen des österreichischen Architekten Melchior Tatz die St. Josephs-Kirche erbaut, bis in die Gegenwart eine der wichtigsten katholischen Kirchen in Hamburg." (Kürschner-Pelkmann, Frank: Fremde bauen eine Stadt. Hrsg. v. Ausländerbauftragten der FHH. Hamburg, o.J. [c. 1993]: S. 10.)
Weitere Einzelheiten zur Atmospäre rund um die "Röm.-kath. Barockkirche St. Joseph" finden sich im aktuellen "Architekturführer Hamburg" von Dirk Meyhöfer, der als Baujahr 1723 angibt und fortfährt:
"Welcher 'Arme Sünder' erwartet ausgerechnet auf der Großen Freiheit eine Kirche und dann noch eine, wie sie in italienischen Kleinstädten zu finden ist. Der Name 'Große Freiheit' war ursprünglich programmatisch gemeint, weil hier am Rande der dänischen Stadt Altona den Minderheiten soziale und religiöse Freiheiten gelassen wurden. Vielleicht ist so der zügellose Barock in einer protestantischen Stadt zu erklären, der auch noch am Haus Große Freiheit 75 zu erahnen ist. Das römisch-katholische Kirchlein mit seiner konkaven Fassade ist nach starken Kriegszerstörungen inzwischen auch innen wieder hergestellt. In Fällen in denen die Originalbestandteile nur noch einen verschwindenden Anteil stellen, fragen die Denkmalschützer allerdings immer nach der Legitimation. Die heißt hier Überraschung und Minderheitenschutz für einen Baustil, der sonst in Hamburg nicht zu finden ist. Sowohl die Intimität im Innern mit runder Apsis wie auch des vorgelagerten Hofes außen mit zwei flankierenden Häusern (eines ist das Pfarrhaus von 1717, welches rekonstruiert wurde) zeugen vom menschlichen Maßstab einer Geborgenheit, die man meist eher im Süden sucht und findet – hier aber mitten auf St. Pauli." (siehe: Meyhöfer, 2006: S. 22 – Nr. 17)
Einen guten Überblick über die Entstehung der Großen und der Kleinen Freiheit gibt Elke GROENEWOLD in der Broschüre "Von der Wohnung zur Werft – Arbeiterquartier St. Pauli" in der Reihe "Historische Stadtrundgänge" des Museums der Arbeit (Hamburg, 1992: S. 12-15).
Ein besonders charakteristisches Gebäude im nördlichen Abschnitt der Straße ist die letzte traditionelle Fischräucherei Hamburgs, deren 42 Meter hoher Schornstein den Straßenblock nördlich der Simon-von-Utrecht-Straße überragt. Das Gebäude wurde wahrscheinlich zwischen 1880 und 1890 als Räucherei und Fischkonservenfabrik errichtet. Inzwischen wird es u.a. von der St. Pauli-Druckerei und dem Restaurant "Weite Welt" genutzt. Auf dem nördlich anschließenden Grundstück befindet sich eine der wenigen noch erhaltenen eingeschossigen Budenreihen Hamburgs. Im Stadtrundgang durch "Das Terrassen-Quartier" berichtet das Rundgangsbuch "Kiek mol" zu diesen Relikten historischer Bebauung:
"Obwohl erst um 1850 erbaut, handelt es sich hier noch um ein Zeugnis der vorindustriellen Wohnhofes. Es verdankt seine Entwicklung den tiefen Hamburger Kaufmannsgrundstücken zwischen Straße und Fleet. Hier lässt sich zeigen, warum sich gerade in Hamburg (und Umgebung) die Terrassen zur typischen Hinterhofbebauung entwickeln konnten. Dazu »Hamburg und seine Bauten«:
»Tiefe Grundstücke, welche an ihrer Rückseite nicht durch ein Fleet begrenzt wurden, … wurden schon vor Jahrhunderten mit sog. 'kleinen Wohnungen' … bebaut. Ursprünglich waren diese Gebäude 'Buden', niedrige, nur Erd- und Dachgeschoß enthaltende Häuschen, und nur für eine Familie bestimmt. Später erhielten Sie ein Obergeschoss, den 'Sahl', welcher durch eine unmittelbar und ohne Verbindung mit der, zum Unterhause gewordenen, Bude nach oben führende Treppe, die 'Sahltreppe', zugänglich gemacht wurde. Setzte sich alsdann Sahl auf Sahl, so entstand ein Haus, welches sich von dem jetzigen Etagenhaus eigentlich nur durch den besonderen Aufgang zu den Wohnungen in den Obergeschossen unterscheidet.«
[Hamburg und seine Bauten, 1890]" (Kiek Mol, 1993: S. 285)
Auf der gegenüberliegenden Straßenseite befindet sich das ehemalige Pastorat und Küsterhaus der Mennonitischen Gemeinde, das in den 1980er Jahren von einer Projektgruppe saniert und auf diese Weise als Baudenkmal erhalten wurde. (Siehe: Looft, Horst / Stabenow, Birgit: Mennonitisches Pfarrhaus Große Freiheit 75, Hamburg-St. Pauli. Voruntersuchung zur Modernisierung und Instandsetzung: Bauuntersuchung – Instandsetzungskonzept. Durchgeführt im Auftrag der Freien und Hansestadt Hamburg. Teil 1: Bestand, Bauschäden, Maßnahmen, Kostenschätzung / Mitarb.: Rudi Tussing; Teil 2: Geschichtliche Entwicklung, Rekonstruktion / Mitarb.: Regina Kautz. Gehlensiel: Freie Planungsgruppe Berlin, 1986.)
Das dazugehörige Gebäude der Mennonitenkirche wurde 1943 in den Flächenbombardements des 2. Weltkriegs zerstört, diente zu diesem Zeitpunkt allerdings nicht mehr kirchlichen Zwecken. Die – seit 1601 im dänischen Altona zugelassene – Mennonitengemeinde war bereits 1915 in eine neue Kirche in Altona-Nord umgezogen und hatte ihre früheren Gebäude im "Amüsierviertel" an der Großen Freiheit der Stadt Altona überlassen. Die nach der Zerstörung des hölzernen Vorgängerbaus im „Schwedenbrand“ (1713) im Jahre 1717 erstmals in Stein errichtete alte Kirche diente 1917/18 als Kriegsküche zur Versorgung der im 1. Weltkrieg hungernden Bevölkerung und anschließend der Altonaer Stadtmission, nachdem die Stadt Altona das Nutzungsrecht durch einen Geländetausch von der Gemeinde erworben hatte.
Ausgelöst durch die beabsichtigte Bebauung eines Teils des ehemaligen Schulgeländes der Pestalozzi-Schule wurden im Jahr 2012 archäologische Untersuchungen am Standort der früheren Mennoniten-Kirche durchgeführt, die bedeutende bauliche Reste, vor allem der Fundamente der nach Osten gerichteten Straßenfront und der Apsis zutage förderten. Leider erwies sich eine Erhaltung (und künftige öffentliche Präsentation) der Kirchenfundamente vor Ort nicht als realisierbar.
Neben dem Pastorat und dem Küsterhaus sind zwei frühere Schulgebäude der "Mädchenvolksschule" aus dem Jahre 1907 erhalten. Diese Gebäude (Hauser Nr. 63 und 65) gehörten zur Pestalozzi-Grundschule in der Kleinen Freiheit, die bis zu ihrer im Jahr 2005 beschlossenen Schließung einen Großteil des Blockinnenbereichs zwischen Großer und Kleiner Freiheit einnahm. Das etwas zurückgesetzte Klassentraktgebäude in der Großen Freiheit 63 wurde im 2. Weltkrieg stark beschädigt und beim Wiederaufbau nicht originalgetreu rekonstruiert. Der direkt an der Straße gelegene Schulbau Große Freiheit 65 dokumentiert hingegen noch den öffentlichen Schulbau des beginnenden 20. Jahrhunderts im Stil der Neorenaissance-Architektur, versehen mit Putzfassaden und verziert mit Jugendstilelementen.
Das ehemalige Schulgelände soll in den nächsten Jahren zu einem Wohnquartier mit familienfreundlichen Wohnungen umgestaltet werden. Die denkmalwürdigen Schulgebäude – darunter auch das Ende der 1920er Jahre nach Plänen Gustav Oelsners errichtete neue Hauptgebäude – werden in diesem Zusammenhang erhalten und (teilweise) zu Wohnungen umgebaut.

siehe auch: Grenzgang

 

Große Gärtnerstraße
Früherer Name der Thadenstraße, die noch im 19. Jahrhundert eine vorstädtische Verbindung vom Altonaer Stadtzentrum zu den Viehmärkten an der Grenze zwischen Altona und Hamburg bildete. Zahlreiche Häuser entlang der Straße besaßen große Vorgärten, die der Straße den Namen gaben.

siehe auch: Thadenstraße

 

Große Petersenstraße
HANKE: Bis 1899 Name der Straße Am Nobisteich.
Hier irrt Hanke, denn auf einer Darstellung des, in der heutigen Lincolnstrasse gelegenen, Geburtshauses von Carl Hagenbeck wird diese als Große Petersenstrasse bezeichnet. Möglicherweise hat sich der Straßenverlauf jedoch auch teilweise geändert, so dass die Bebauung der heutigen Straße Am Nobisteich ehemals zur Großen Petersenstrasse gerechnet wurde.

siehe auch: Kleine Petersenstraße

 

Große Ro[o]senstraße
Früherer Name der Paul-Roosen-Straße, die 1948 ihren heutigen Namen erhielt; häufig auch nur: Rosenstraße. Die Straße gehörte bis zum Groß-Hamburg-Gesetz (1938) zur bis dahin selbständigen Stadt Altona. Ihre Fortsetzung in Hamburg bildete die damalige Kieler Straße, heute: Clemens-Schultz-Straße.

siehe auch: Paul-Roosen-Straße

 

Günter-Peine-Twiete
Diesen „inoffiziellen“ Namen trägt ein Weg vom Heiligengeistfeld zum Haupteingang des FC St. Pauli-Stadions seit Sommer 2012.
Günter Peine (* 2. August 1920, Altona; † 2. August 2012, Bönningstedt) war 82 Jahre lang (seit Juni 1930) Mitglied des FC S. Pauli und bestritt zwischen 1939 und 1946 über 40 Ligaspiele für den Verein. Bis April 2012 hatte er jedes Heimspiel des FC St. Pauli besucht, wie die Fan-Zeitschrift „Der Übersteiger“ in der Ausgabe 108 (Sommer 2012) berichtet.

 

Gustavstraße
EStH: Ben.[annt] 1864 nach dem Grundeigentümer, Senator Gustav Godeffroy.
Dieser Name gehörte also nicht zur Gruppe der alphabetisch nach männlichen Vornamen benannten Straßen in St. Pauli-Süd. Die Straße am Übergang von Altona-Altstadt nach St. Pauli wurde 1948 in Gilbertstraße umbenannt.

siehe auch: Gilbertstraße

 

Anmerkungen

[1] siehe: Horst Beckershaus, Die Hamburger Straßennamen. Woher sie kommen und was sie bedeuten. (Hamburg: Kabel-Verlag / Hamburger Abendblatt, 1997)

[2] siehe: Christian Hanke, Hamburgs Straßennamen erzählen Geschichte. (Hamburg: Medien-Verlag Schubert, 1997)

[3] siehe: [Joachim, E.:] Erklärung der Straßennamen der Stadt Hamburg. Sonderdruck aus dem 5. Sonderheft der Statistischen Mitteilungen über den hamburgischen Staat: Die Gemeinden und Straßen des hamburgischen Staatsgebietes nach dem Stande von Anfang Oktober 1925. Hamburg, 1925 (Druck von Lütcke & Wullff).
(Erstmalig: "Erklärung der Straßennamen der Stadt Hamburg." = Statistische Mitteilungen über den Hamburgischen Staat. Teil II, S. 51-84. Hamburg, 1925.)

[4] siehe: Reinhold Pabel, Alte Hamburger Straßennamen. (Bremen: Edition Temmen, 2001)

 

Weitere Literatur

Lutz Achilles; Niels Focken; Martin Heimann et al.: "Öffentlicher Nahverkehr im Stadtteil St. Pauli einst und jetzt." (Hamburg, 1995)

Georg Nikolaus Bärmann: "Hamburgische Denkwürdigkeiten. Ein topographisch-politisch-historisches Handbuch für Einheimische und Fremde." (Hamburg, 1. Aufl./1794; 2., völlig neu bearb. Aufl. in 2 Teilen, 1817/20)

Rita Bake: "Wer steckt dahinter? Nach Frauen benannte Straßen, Plätze und Brücken in Hamburg." Hrsg. von der Landeszentrale für politische Bildung (Hamburg, 3. Aufl./2003, 4. akt. u. erw. Aufl./2005)

Maria Dorothea Beck: "Vom Schulterblatt zum Pilatuspool. Zur Deutung und Bedeutung Hamburger Straßennamen." In: Neues Hamburg, VIII (1953), S. 72-74; 109-112.

Otto Behrend: "Einiges über Hamburgs alte Straßennamen." In: Niedersachsen, 7 (1901-02), S. 204-205.

Eduard Beurmann: "Skizzen aus den Hanse-Städten" (Hanau, 1836)

B. Beyland: "Hamburgische Straßennamen der Alt- und Neustadt." (Hamburg, 1925)

Klaus Bocklitz: "Die letzten Erweiterungen der hamburgischen Befestigungsanlage, 1679 und 1682." In: Volker Schmidtchen (Hrsg.): Sicherheit und Bedrohung – Schutz und Enge. Gesellschaftliche Entwicklung von Festungsstädten: Beispiel Stade. (Beiträge zum 6. Internationalen Kolloquium zur Festungsforschung, Stade, 9.-11.Oktober 1987. Schriftenreihe Festungsforschung, Band 6.) Wesel, 1987.

C. Borchling: "Zur Schreibweise der hamburgischen Straßennamen." In: Quickborn, 20 (1926-27), S. 45-46.

Albert Borcherdt: "Das lustige alte Hamburg. Scherze, Sitten und Gebräuche unserer Väter", 2 Bände. (Hamburg, 4. Aufl./1891).

C. Boysen: "Hamburgs Schlachthof- und Viehmarktanlagen." Hrsg. im Auftrage der Schlachthof-Deputation von C. Boysen, Direktor (Hamburg, 1897).

F. G. Buek: "Hamburg und seine Umgebungen im 19. Jahrhundert. Eine Reihenfolge naturgetreuer, in Stahl gestochener Ansichten der Stadt und ihrer Umgegend." Text von F. G. Buek (Hamburg, 1844).

H. Busch: "Aus der Geschichte der ehemaligen Vorstädte und Vororte." In: Ed. Feldtmann, "Geschichte Hamburgs und Altonas" (Hamburg, 1902).

J.F. Danneill: "Wörterbuch der altmärkisch-plattdeutschen Mundart." (Salzwedel, 1859)

Paul Dittmer: "Plattdeutsche Straßennamen in Hamburg." In: Quickborn, 23 (1930), S. 107.

A. W. Dührsen: "Nobisthor und Nobiskrug." In: Hamburger Nachrichten. Belletristisch-Literarische Beilage, Nr. 49 (1907).

Jürgen Ellermeyer (Hrsg.): "Stadt und Hafen. Hamburger Beiträge zur Geschichte von Handel und Schiffahrt." Arbeitshefte zur Denkmalpflege in Hamburg; 8 (Hamburg, 1988)

R. Ehrenberg: "Altona unter Schauenburgischer Herrschaft." (Altona, 1891-93)

E. Finder: "Volkstümliche Straßenbenennungen im alten Hamburg" In: Mitteilungen des Vereins für Hamburgische Geschichte, Bd. XIV: S. 115-160.

Peter Freimark; Ina Lorenz; Günter Marwedel: "Judentore, Kuggel, Steuerkonten. Untersuchungen zur Geschichten der deutschen Juden, vornehmlich im Hamburger Raum." Hamburger Beiträge zur Geschichte der deutschen Juden, Bd. 9. (Hamburg, 1983)

H. Funke: "Geschichte des Mietshauses in Hamburg." (Hamburg, 1974)

Cipriano Francisco Gaedechens: "Historische Topographie der Freien und Hansestadt Hamburg und ihrer nächsten Umgebungen von der Entstehung bis auf die Gegenwart." (Hamburg, 1880)

Christian Ludwig von Griesheim: "Verbesserte und vermehrte Auflage des Tractats: die Stadt Hamburg nach ihrem politischen, oeconomischen und sittlichen Zustande: nebst Nachtraegen zu diesem Tractate; und Beytraegen zu der Abhandlung, Anmerkungen und Zugaben über den Tractat die Stadt Hamburg, welche selbigen ebenfalls verbessern und gewisser machen." Hrsg. von Christian Ludwig von Griesheim, ehemaligen Fürstl. Gothaischen Ober-Amts-Hauptmann Hof- und Consistorial-Rath. (Hamburg, 1760; nach einer ersten Ausgabe, 1759)

K. Grobecker: "Denkwürdigkeiten und Merkwürdigkeiten im alten Hamburg." (Hamburg, 1991)

Elke Groenewold; Gunhild Ohl: "Von der Wohnung zur Werft: Arbeiterwohnquartier St. Pauli." (Reihe: Historische Stadtrundgänge. Hamburg, 1992)

(H. I. Gude): "Nachricht von der Stadt Hamburg." (Halle, ca. 1690)

Georg Haccius: "Weihefahrt nach dem Hamburger-Berge/ Als auf Obrigkeitlichen Befehl und Ge=heiß die auf demselben New=erbauete Kirche/ als ein Filial des Kirspels [sic!] S. Michaelis, feyerlich eingewei=het/ mit einem eigenen Pastoren versehen/ und mit dem Merck=Namen S. PAULUS benen=net wurde/ so geschehen Anno Christi 1682/ am Tage BARTHOLOMEI, war der 24 Augusti, Donnerstags nach dem 10. TRINITATIS, sambt bey=gefügtem Grundlegungs-Sermon/ Welcher 21. Wochen vorher daselbst gehalten wurde/ zum stets=wehrenden Gedächtnis/ und auf Begehren der Einge=pfarrten zum Abdruck übergeben Von GEORG. HACCIO, L. Past. bey St. Mich. in Hamburg." Gedruckt und zu kaufen bey Arnold Lichtenstein/ Buchdruckern in der Neustadt/voran aufm Millern-Steinwege. (Hamburg, [1682])

A. Hachmann: "Hamburger Straßennamen." In: Hamburger Lehrer-Zeitung, Bd. 12: S. 55 ff.

"Hamburg – Von Altona bis Zollenspieker. Das HASPA-Handbuch für alle Stadtteile der Hansestadt." Herausgegeben anlässlich des 175jährigen Bestehens der Hamburger Sparkasse. (Hamburg, 2002)

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"Hamburgs Grün zwischen Tradition und Trends. Streifzüge durch Parks und Naturlandschaften." Hrsg. v.d. Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt der FHH, Amt für Natur & Stadtgrün (Hamburg, 2007).

"Hamburgs Straßenführer" – mit den neuen und alten Straßennamen, neuen Plänen, mit Verkehrsmitteln, Behörden, Postämtern, Polizei etc. (Hamburg, Januar 1939)

Jörg Haspel: "Hamburger Hinterhäuser: Terrassen - Passagen - Wohnhöfe." (Hamburg, 1987)

Jörg Haspel: "Arbeiterquartier Wohlwillstraße." (Hamburg, 1990)

J. Heckscher: "Das Panorama einer Reise von Hamburg nach Altona und zurück" von Peter Suhr in Hamburg, erklärt von J. Heckscher. (Berlin, 1909)

Dr. Heinsohn: "Neue Straßenverzeichnisse in Hamburg und Berlin: 1. Das neue Straßenverzeichnis der Hansestadt Hamburg." In: Hamburg in Zahlen. Hrsg. vom Statistischen Landesamt der Hansestadt Hamburg, Jahrg. 1948, Nr. 11 (23.09.1948): S. 3-5.

Jonas Ludwig von Heß: "Hamburg topographisch, historisch und politisch beschrieben", 3 Teile (1. Aufl.: Hamburg, 1787-92; 2. veränd. u. erg. Aufl.: Hamburg, 1810-11)

M. Petrus Hesselius: "Hertzfließende Betrachtungen / von dem Elbe-Strom / zur Dankbarkeit gegen Gott geschöpffet darneben allen Schiff-Leuten zu einer geistlichen Zeitvertreibung vermacht; auch Einem jeden Christen in diesem Angst-Meer zu Gute auffgesetzet von M. Petro Hesselio, Pastorn zum Pesthof." Erster Teil. Soli Deo Gloria. (Altona – gedruckt bey Victor de Lieu, in Verlegung des autoris, anno 1675.)

Hermann Hipp: Freie und Hansestadt Hamburg. DuMont Kunst-Reiseführer. (Köln, 3.Aufl./ 1996)

"Illustrirtes Hand- und Nachschlagebuch für Fremde. Mit Angabe empfehlenswerther Etablissements, Ansichten von Hamburg, Fahrplänen, Kalender, Fremdenführer und Sehenswürdigkeiten." (Hamburg, 1889)

E. Joachim: "Hamburgische Straßennamen." In: "Kulturgeschichtliche Studien und Skizzen. Festschrift zur 400-Jahrfeier der Gelehrtenschule des Johanneums." (Hamburg, 1929)

"Kiek mol." Stadtrundgänge, erarbeitet und aufgeschrieben von Hamburger Geschichtswerkstätten. Hrsg. v.d. Kulturbehörde der Freien und Hansestadt Hamburg. Referat Stadtteilkultur; verantwortl.: Wolfgang Stiller. (Hamburg, 1993)

"Kiek mol – neue und bewährte Stadtteilrundgänge," erarbeitet und aufgeschrieben von Hamburger Geschichtswerkstätten. Hrsg. v.d. Kulturbehörde der Freien und Hansestadt Hamburg. Red. / verantwortl.: Jens Michelsen. (Hamburg, 1998)

J. Klefeker (Hrsg.): "Sammlung Hamburgischer Gesetze und Verfassungen", 12 Bände u. Register-Band. (Hamburg, 1765-74)

Franklin Kopitzsch / Daniel Tilgner (Hrsg.): "Hamburg-Lexikon". (Hamburg, 1998)

K. Koppmann: "Millernthor." In: Mitteilungen des Vereins für Hamburgische Geschichte, Jg. 2 (1880): S. 151 ff.

P. Lambeck: "Origines Hamburgenses sive rerum Hamburgensium", 2 Bände. (Hamburg, 1652-61)

Ralf Lange: "Architekturführer Hamburg" (Stuttgart, 1995).

J. M. Lappenberg: "Programm zur 3. Secularfeier der bürgerschaftlichen Verfassung Hamburgs am 20.9.1828." (Hamburg, 1828)

J. Lieboldt: "Die St. Pauli-Kirche ehemals und jetzt." In: Zeitschrift für Hamburgische Geschichte (Hamburg, 1882)

W. L. Meeder: "Geschichte von Hamburg, vom Entstehen der Stadt bis auf die neueste Zeit." Theil 1, 2. (Hamburg, 1838-39)

Wilhelm Melhop: "Historische Topographie der Freien und Hansestadt Hamburg von 1880-1895", im Anschluß an die Historische Topographie von C.F. Gaedechens, unter Benutzung älterer Quellen. (Hamburg, 1895)

O. Mensing: "Schleswig-Holsteinisches Wörterbuch", 5 Bände. (Neumünster, 1927-35)

Heinrich Meyer: "Hamburg und Altona nebst Umgegend. Topographisch-statistisch-historisches Handbuch für Einheimische und Fremde." (Hamburg und Itzehoe, 1836)

Dirk Meyhöfer: "Hamburg. Der Architekturführer." (Berlin, 2007)

F.H. Neddermeyer: "Erklärung der Hamburger Straßennamen vor 1842." In: Neue Hamburger Blätter, Jg. V (1845)

F.H. Neddermeyer: "Topographie der Freien und Hanse Stadt Hamburg." (Hamburg, 1832)

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Margit Nehls: "Geschichtliches über Hamburgs Straßen bis zum Anfang des 20. Jahrhunderts." (= Hamburgensien, Bd. 25; 1988)

"Neuer Fremdenführer durch Hamburg." Mit einem Plan. Hamburg, bei Deppermann & Ruschke, Rödingsmarkt, Ostseite Nr. 41. Druck von H. H. Röhrs. (Hamburg, 1843)

A. Olshausen: "Die Straßenordnung vom 10. Juli 1902 - nebst den übrigen den öffentlichen Verkehr in Hamburg regelnden Vorschriften." (Hamburg, 1903)

Reinhold Pabel: "Hamburger Kulturkarussell zwischen Barock und Aufklärung." (Hamburg, 1996)

"The Picture of Hamburg, or the Englishman's Guide; to that free, imperial city; containing every information, interesting to strangers. To which are added ... tables of the money, weights, measures and exchange tables." (Hamburg/ London; [c.] 1805)

Volker Plagemann: "»Vaterstadt, Vaterland, schütz Dich Gott mit starker Hand.« Denkmäler in Hamburg." Hrsg. v.d. Kulturbehörde / Denkmalschutzamt. (Hamburg, 1986)

Michael Richey: "Anmerckungen über die in Halle bey Rengern herausgekommene Nachricht von der Stadt Hamburg" (von H. L. Gude). (1746, handschriftliche Abschrift in der Commerz-Bibliothek Hamburg)

Michael Richey: "Idioticon Hamburgense." (2. Aufl.; Hamburg, 1755; Repr. 1975)

Albert Samson: "Hummel, der lustige Führer durch St. Pauli." Verfaßt und herausgegeben von Albert Samson, Neuerwall 37. Druck von Adolf Selig, Hamburg 3, Alt-Steinweg 61. [o.J.]

Matthaei Schlüters ... "Historisch- und Rechts-begründeter Tractat Von denen Erben in Hamburg/ Derer Achterfolgunge und Loeskündigunge der darinn versicherten Gelder: Worinn gehandelt wird von denen Erben/ oder Unbeweglichen Gütern/ dero Zubehör/ Servituten/ Freyheit/ und Gerechtigkeiten; Insonderheit von der Brauerey-Gerechtigkeit/ und dem gantzen Brau-Wesen in Hamburg ... ; Allen Eigenern/ Advocaten/ Procuratoren ... ans Liecht gegeben." (Hamburg: Gedruckt bey Conrad Neumann/ Eines Edlen/ und Hochweisen Rahts Buchdrucker/ Anno 1698.)

C.R. Schnitger: "Hamburgische Straßennamen." In: Hamburger Schulzeitung, Jg. 5-9 (1897-1901).

Helga Schmal / Tobias Selke: Bunker. Luftschutz und Luftschutzbauten in Hamburg. Unter Mitarb. von Henning Angerer. Kulturbehörde der FHH, Denkmalschutzamt; Themenreihe, Band 7. (Hamburg, 2001)

C.R. Schnitger: "Plattdeutsche Straßennamen in Hamburg." Geschichtlich und sprachlich erläutert von C.Rud. Schnitger (Hamburg, 1922).

Joseph Heinrich Scholz: "Hamburg und seine Umgebungen. Ein nützliches und nothwendiges Hülfs- und Handbuch für Einheimische und Fremde." Mit 3 Kupfern. (Hamburg, 1808)

Markus Schreiber / Hans Walden: "Hamburg-St. Pauli." Reihe: ZeitSprünge. (Erfurt, 2008)

J. H. Schütze: "Holsteinisches Idiotikon", 4 Bände. (Hamburg[-Altona], 1800-1806. Repr., 1976)

"Der Schulterblatt: Ein Viertel verändert sich." Hrsg. von der Projektgruppe Wohnen im Stadtteil. (Hamburg, 1982)

Herman Sieveking: "Der 'Pesthügel' im Zoologischen Garten in der Tiergartenstraße in Hamburg." In: Hamburgische Geschichts- und Heimatblätter, 9. Jg. (1935), H. 3 (Dez.), S. 257-263.

H. Sköllin (Hrsg.): "Die Gemeinden und Straßen des hamburgischen Staatsgebiets nach dem Stande von Anfang Oktober 1925." = Statistische Mitteilungen über den hamburgischen Staat. Sonderheft 5, Teil 1: S. 1-50. (Hamburg, 1925)

Statistik des Hamburgischen Staats. Zusammengestellt vom statistischen Bureau der Deputation für directe Steuern. Heft I: Ergebnisse der Volkszählung vom 3ten December 1866. Stand der Bevölkerung. (Hamburg, 1867)

Statistik des Hamburgischen Staats. Zusammengestellt vom statistischen Bureau der Deputation für directe Steuern. Heft II: Ergebnisse der Volkszählung vom 3ten December 1867. Bevölkerung- und Wohnverhältnisse. (Mit beigehefteter Karte: »Plan von Hamburg«.) Statistik der Unterrichtsanstalten von 1869. (Hamburg, 1869)

Statistisches Amt (Hrsg.): Straßen- und Ortsverzeichnis. Einteilung des hamburgischen Staatsgebietes für verschiedene Verwaltungszwecke. (Hamburg, 1914 ff.) )

Statistisches Bureau der Steuer-Deputation: Die Stadt Hamburg, die Vororte, Gemeinden, Ortschaften und selbständig benannten Gebietstheile des Hamburgischen Staats. Topographisch und historisch dargestellt vom Statistischen Bureau der Steuer-Deputation. (Hamburg, 1875)

Statistisches Handbuch des Hamburgischen Staates: (1) Statistisches Handbuch für den Hamburgischen Staat; 1. Ausgabe. Hamburg: Meissner, 1874. (2) Statistisches Handbuch für den Hamburgischen Staat; 2. Ausgabe. Hamburg: Meissner, 1880. (3) Statistisches Handbuch für den Hamburgischen Staat; 3. Ausgabe. Hamburg: Meissner, 1885. (4) Statistisches Handbuch für den Hamburgischen Staat; 4. Ausgabe. Hrsg. Von dem Statistischen Bureau der Steuer-Deputation. Hamburg: Meissner, 1891.

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M.G. Steltzner, "Versuch einer zuverläßigen Nachricht von dem kirchlichen und politischen Zustand der Stadt Hamburg zu den älteren Zeiten, nehmlich von Carolo Magno biß auf die Zeit Friedrichs III."; 6 Bände. (Hamburg, 1731-39)

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"Verzeichnis der erkannten Denkmäler nach §7a Hamburgisches Denkmalschutzgesetz vom 3. Dezember 1973 (HmbGVBl. S. 466), zuletzt geändert am 4. April 2006 (HmbGVBl. S. 143)", Stand: 25. Juni 2007. (Hamburg, 2007)

"Verzeichnis der im Gesamtgebiet der Hansestadt Hamburg vorhanden Straßen nach dem Stande vom 1. Juli 1938." (Nur für den innerdienstlichen Gebrauch des Statistischen Amts.) Mit Verzeichnis der Stadtteile, Gemeinden und Gemeindeteile zur Zeit der Schaffung der Einheitsgemeinde (Hamburg, [ca.] 1938).

Voigt, J.[ohann] W.[ilhelm]: "Zum zweihundert-jährigen Jubileum der Hamburgischen Vorstadt St. Pauli." In: Hamburger Bürgerzeitung, Nr. 27 (26. März), Nr. 40 (2. April), Nr. 43 (9. April), 1882.

"Wegweiser durch Hamburg. Oder Nachweisung aller Gassen, Märkte, Plätze, Kirchen, Stadtgebäude etc. und anderer Merkwürdigkeiten in Hamburg, wie solche nach dem besonders dazu eingerichteten Grundrisse dieser Stadt bequem aufzusuchen sind. Ein Anhang zu den Hamburgischen Denkwürdigkeiten." (Hamburg, 3. berichtigte Aufl./1803)

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Würzer, Heinrich: "Charakteristisch-topographische Fragmente über die Stadt Altona und deren Straßen und Pläzze von einem Reisenden." Mit einem Nachwort von Hans-Werner Engels. (Hamburg, 1996)

Würzer, Heinrich: "Ein Spazziergänger in Altona." Mit einem Nachwort; hrsg. von Hans-Werner Engels. (Hamburg, 1997)

Christian Ziegra: "Sammlung von Urkunden, theol. jurist. Decreten etc. als eine Grundlage zur Hamburger Kirchenhistorie neuerer Zeiten", 4 Bände. (Hamburg, 1764-70)

Christian Ziegra: "Beyträge zur politischen hamburgischen Historie." (Hamburg, 1766)