Register

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Einleitung | Anmerkungen | Literatur

Register mit Erläuterungen und Mitteilungen über Veränderungen (z.B. verschwundene oder umbenannte Straßen)

 

K

Kamp, am neuen
In dem Werk von NEDDERMEYER, "Topographie der Freien und Hanse-Stadt Hamburg" (1832) heißt es in dem Kapitel "Die Gassen der Vorstadt Hamburgerberg":
"Früher auch Schulterblatt genannt und als solches schon 1718 erwähnt (S. B. [= Stadt-Erbebuch]). In No. 21 befand sich 1831 das Bureau No. 15, zur Anmeldung der von der Cholera befallenen; nachstehende Gassen gehörten zum Bezirk desselben:
Reeperbahn, hinter der Reeperbahn, neue Dröge, hinter der Dröge, Klütjenstieg, vom Thore nach dem Schulterblatt, Prahlenhof, Neuenkamp, Oelmühle, große Glashütte, kleine Glashütte bis an die Sternschanze. Hier befindet sich 1 Spritze."

Diese Eintragung verweist auf zwei unterschiedliche Gefahren, die Städten drohten, nämlich die epidemische Ausbreitung ansteckender Krankheiten (z.B. die Pest, in Hamburg zuletzt 1713/14, oder die Cholera, 1831 und in großem Umfang 1892) und Schadensfeuer, die – bei unzureichender Ausrüstung der Feuerwehren – zu großflächigen Zerstörungen oder zur Vernichtung ganzer Städte führen konnten, wie z.B. der Große Hamburger Brand des Jahres 1842.
Der von NEDDERMEYER erwähnte Standort der Feuerspritze dürfte in der Gegend der Ölmühle gelegen haben, denn der erläuternde Text zu einem Katasterplan des Jahres 1840 besagt, dass ein westlich vom Ölmühlenplatz gelegenes kleines Grundstück "... zur Erbauung eines Spritzenhauses überlassen..." wurde. Ein Plan von 1823 enthält zudem auf einer Fläche im südwestlichen Teil des bereits parzellierten Platzes die Eintragung einer kleinen quadratischen Fläche in blauer Farbe, die möglicherweise einen Löschteich oder eine andere Wasserfläche darstellt.
Das "Sprützenhaus" an der Ecke der Markstraße und der Straße Bei der Oelmühle bestand dort bis 1891 und wurde im Zuge der Erweiterung des Schlachthofgeländes bis zum Neuen Kamp abgebrochen. In den vorhergehenden Jahren war es nur noch als Lager- und Arbeitsraum genutzt worden, wie MELHOP berichtet (Melhop, 1895: S. 259).

siehe auch: Neuer Kamp

 

Kampstraße
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BECKERSHAUS: (St. Pauli), 1843, nach einem der Gegend anhaftenden Flurnamen.
EStH: Ben.[annt] 1843 unter Benutzung des an der Gegend haftenden Flurnamens.
HANKE: (1843) Die heute am Schlachthofgelände endende Kampstraße, die ursprünglich die Schanzen- und Karolinenstraße miteinander verband, hat ihren Namen nach den früher hier gelegenen eingezäunten Feldern, die man als "Kamp" bezeichnete. Das frühere östliche Teilstück gehört jetzt zur Grabenstraße.
Die Straße trägt auf Plänen der 1940er Jahre auch den Namen "Am Schlachthof", den sie im Zuge der Vereinheitlichung der Straßennamen im – ab 1938 geschaffenen – "Groß-Hamburg" zum 1. Januar erhalten hatte. Der frühere Straßenname wurde jedoch 1948 wieder hergestellt. An ihrer Nordseite lag das – im Jahr 1957 gesprengte – alte Hauptverwaltungsgebäude des Hamburg-Altonaer Zentralschlachthofes. Dieses – offenbar recht eindrucksvolle – Bauwerk und die benachbarten Einrichtungen des "Centralviehmarktes" und des Schlachthofes werden 1897 in einem Werk des damaligen Direktors wie folgt beschrieben:
"Nachdem wir noch einen Blick auf das kleine, freundliche Pförtnerhäuschen neben der Einfahrtspforte am Neuen Kamp, Ecke der Feldstraße geworfen und den unter der Feldstraße durchgeführten Tunnel mit seinen sauberen Wandflächen einer Besichtigung unterzogen haben, wenden wir uns, den Schlachthof für Großvieh in der Hauptstraße seiner ganzen Länge zurückschreitend, den stattlichen Thurm des Verwaltungsgebäudes als Wahrzeichen im Auge behaltend, dem Haupteingang wieder zu, überschreiten die Kampstraße und gelangen nun durch das an der Nordseite derselben hergestellte Einfahrtsthor nach dem Schweineschlachthof." (Boysen, 1897: 49 ff.)
Nach Beseitigung dieses Gebäudes wurde die Umfassungsmauer des Geländes zwischen dem nördlichen Schlachthofgebiet an der Lagerstraße und dem Gebiet um die Alte Rinderschlachthalle an der Sternstraße geschlossen und im Bereich des ehemaligen Straßenverlaufs mit Toren versehen. Damit entfiel eine weitere Verbindung zwischen dem Karolinen- und dem Schanzenviertel, die auch für kleinere Geschäfte bedeutsam gewesen war. Allmählich schlossen daher viele Läden und Gastwirtschaften, bis nur noch ein hochpreisiges Restaurant direkt am Tor zum Schlachthofgelände und eine traditionelle Eckkneipe an der Kreuzung mit der Sternstraße übrig blieben.
Seit den 1990er Jahren änderte die Kampstraße auch ihr bauliches Erscheinungsbild, denn zunächst wurde nach dem Wegzug der Gewürzfabrik HERMANN LAUE ("HeLa") der Block nordwestlich der Straße völlig entkernt und neu bebaut. In den Jahren 2006-7 wurde – nach langjährigem Leerstand von Teilen der Gebäude und dadurch fortschreitendem Verfall – auch südlich des Straßenabschnitts zwischen Stern- und Schanzenstraße mit der Errichtung mehrerer neuer Wohngebäude begonnen. Bei diesem Bauvorhaben wird die Fassade des klassizistischen Vergängerbaus an der Ecke zur Sternstraße ebenso erhalten wie die kleinteilige Aufteilung der Flurstücke südlich der Straße, die sich bei den benachbarten Altbauten fortsetzt. Nur bei einem Teil der neuen Wohnungen handelt es sich allerdings um sozialen Wohnungsbau, weshalb die Entwicklung bereits 1993 im Stadtteilrundgang "St. Pauli-Nord: Zwischen Pferdemist und Verbindungsbahn" eher kritisch gesehen wird:
"Zwischen Schanzen- und Sternstraße befand sich bis 1989 die 1893 gegründete Gewürzfabrik H. Laue. Neben dem Aroma des Schlachthofes prägte sie mit Gewürzgerüchen das Flair des Viertels. Nach ihrer Umsiedlung an den Stadtrand hätte der Senat sein Vorkaufsrecht für dieses Gelände zum Bau von Sozialwohnungen und zum Erhalt billigen Wohnraums nutzen können. Das Gelände wurde an einen Rechtsanwalt verkauft; Häuser stehen leer, verfallen, ein Spekulationsobjekt erster Güte." (Kiek mol, 1993, S. 301)
Das sog. "Laue-Gelände", d.h. Grundstücke und Gebäude der Gewürzfirma Hermann Laue umfasst nahezu zwei Straßenblöcke nördlich und südlich der Kampstraße. Die Grenzen werden im Westen von der Schanzenstraße, im Osten von der Sternstraße, im Norden von der Lagerstraße und im Süden von der Ludwigstraße gebildet. Zu dem zum Zweck der Immobilienentwicklung im März 1990 an den Hamburger Rechtsanwalt Dabelstein und seine Partner veräußerten Grundstücken gehörten die Sternstr. 107 - 117 a, Kampstr. 5 - 7 und 15 / 15a, Schanzenstr. 56 - 62 (mit Gewürzsilo und Produktionsanlagen), Schanzenstr. 64 - 70 (zusammen mit dem gesamten Innenhof), Ludwigstr. 6 - 8 und 13. Wegen des anschließenden jahrelangen Leerstands kam es in mehreren dieser Häuser - u.a. in der Sternstr. 107, der Schanzenstr. 58 - 62 und der Kampstr. 5 / 6 – in den 1990er Jahren zu Hausbesetzungen, die durch massive Polizeieinsätze schnell wieder beendet wurden.
Nach Schaffung des neuen Stadtteils Sternschanze (im Bezirk Altona) liegt die Kampstraße seit 2008 administrativ in diesem östlichen Appendix des Bezirks.
Der frühere östliche Abschnitt der Kampstraße wurde der – ehemals nur in ihrem heutigen nord-südlichen Abschnitt so benannten – Grabenstraße zugeschlagen, nachdem das nördliche Schlachthofgelände in den 1950er Jahren durch den Bau neuer Hallen weiter verdichtet und mit den Flächen rund um die Alte Rinderschlachthalle am Neuen Kamp verbunden worden war. Er beginnt in Höhe der ehemaligen Quarantäne-Ställe (sog. "Kontumaz-Anlage"; errichtet 1888) und mündet zwischen dem Fernwärme-Umspannwerk und der Israelitischen Töchterschule in die Karolinenstraße. Im Sommer 2010 wurde dieser Straßenabschnitt erneut umbenannt und trägt nun den Namen Flora-Neumann-Straße.
An diesem Straßenabschnitt befinden sich neben der ehemaligen Israelitischen Töchterschule und ihrer Turnhalle zwei weitere historische Schulgebäude, die inzwischen von anderen Bildungs- und Gemeinschaftseinrichtungen genutzt werden: In die Israelitische Töchterschule – heute Alberto-Jonas-Haus – sind Einrichtungen der Volkshochschule Hamburg (VHS) und ein Kindertagesheim für Kinder mit Behinderungen eingezogen. Das frühere Gebäude der Turnhalle wurde zu einem neuen Gemeindezentrum der Jüdischen Gemeinde um- und ausgebaut. Das benachbarte Gebäude der "Knabenschule" beherbergt seit einigen Jahren eine Regionale Beratungsstelle der Schulbehörde ("REBUS"), während sich jenseits der Glashüttenstraße in der frühere "Rumbaum’sche Stiftungsschule" eine Kinder- und Jugendeinrichtung in freier Trägerschaft, die Arbeitsgemeinschaft Karolinenviertel ("AG KV") befindet. Auf der gegenüberliegenden Straßenseite sind in jüngster Zeit ein Bürogebäude und neue Wohnungen der Wohnungsbaugenossenschaft Hansa eG entstanden.

siehe auch: Flora-Neumann-Straße

 

Karolinenpassage, Karolinenweg
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(St. Pauli-Nord) Zwei zwischen Karolinen- und Glashüttenstraße im Karolinenviertel verlaufende Passagen, die nur zu Fuß passierbar sind. Der Karolinenweg trug ursprünglich – nach dem Eigentümer Göttsch, dem "Todtengräber des St. Pauli-Kirchhofs", und seinen Erben – die Bezeichnung "Göttsch('s) Passage".
Die Karolinenpassage (ursprüngl. "Carolinenpassage", wie in zwei Schmuckfeldern an den Kopfbauten zur Karolinenstraße hin auch heute noch lesbar) endet noch bis ca. 1900 im Westen an der Grenze eines älteren Hofensembles, das von der Glashüttenstraße aus erschlossen wurde und bildete auf diese Weise eigentlich eine "Terrasse". Erst nach Abbruch der Hofgebäude und Errichtung gründerzeitlicher Etagenhäuser (mit einem Torweg) als westliche Kopfbauten wurden auch die Terrassenzeilen nach Westen verlängert. In der Bauweise und Ausstattung (ohne Balkons) sowie in der Pflasterung der Passage zeichnen sich die unterschiedlichen Bauphasen bis heute ab. Zudem verläuft die Sichtachse nicht ganz geradlinig, sondern bildet einen leicht abgeschrägten Winkel.
Gelegentlich wird die Bezeichnung Karolinenweg auch auf eine nördlich der Karolinenpassage verlaufende Terrasse angewandt, die nur von der Karolinenstraße aus zugänglich ist. Sie zeichnet sich durch bis heute an der Bauweise der Häuser kenntliche, aufeinanderfolgende Bauphasen ab: Zunächst wurde die Nordterrasse in Form einer dreigeschossige Häuserzeile mit Souterrain-Wohnungen errichtet, d.h. die heutigen Kellerfenster markieren die früheren Kellerwohnungen. Später fügte man, wohl nach dem amtlichen Verbot des Wohnens im Souterrain durch die Hamburger Bauordnung von 1882 ein drittes Obergeschoss hinzu, das lediglich einfache rechteckige Fenster und keine Fassadenverzierungen erhielt, während die älteren Bereiche (Erdgeschoss, erstes und zweites Obergeschoss) sich noch durch Stichbogenfenster und eine rhythmische Fassadengestaltung auszeichnen. In einer weiteren Phase der Verdichtung wurden die – ursprünglich wohl vorhandenen – Vorgärten mit einer weiteren (südlichen) Terrassenzeile bebaut, die nun ebenerdig angelegt wurde, da die Keller nicht mehr als "Souterrain-Wohnungen" vermietet werden durften.
Die neue Bauordnung verhinderte jedoch die unzulänglichen Wohnverhältnisse meist nicht, sondern erleichterte nur die Kündigung der in den "verbotenen" Kellerwohnungen Hausenden.

 

Karolinenplatz
(St. Pauli-Nord) Für den Platz zwischen der Russisch-orthodoxen "Kirche des Hl. Johannes von Kronstadt" in der ehemaligen Gnadenkirche und den Häusern Karolinenstraße 1-12 hat sich im Jahr 2009 – abgeleitet von der Karolinenstraße – der Name Karolnenplatz eingebürgert. Der Platz wurde im Zusammenhang mit der Erneuerung und Erweiterung der Hamburg Messe errichtet und am 31. Oktober 2008 eingeweiht. Im südlichen Bereich befindet sich eine Skulptur des Künstlers Heiko Zahlmann, die aus den stilisierten Ziffern der örtlichen Postleitzahl "20357" gebildet wurde.

 

Karolinenstraße
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BECKERSHAUS: (St. Pauli), 1841, das Benennungsmotiv ist unbekannt. Die Mutter des damaligen Patrons der Vorstadt, des Senators Spalding, hieß Caroline Lucie Spalding, geb. Reuter.
EStH: Ben.[annt] 1841; Motiv unbekannt; die Mutter des damaligen Patrons der Vorstadt St. Pauli, des Senators Spalding hieß Caroline Lucie Spalding, geb. Reuter.
HANKE: siehe Paulinenplatz.
PABEL: Die Straße wurde 1841 wahrscheinlich nach der Mutter des damaligen Patrons von St. Pauli und Senators Spalding, Caroline Lucie Spalding, geb. Reuter, benannt.
Im Zuge der Wiederbebauung nach dem Abzug der französischen Besatzungstruppen (am 30. Mai 1814) wurden entlang der Karolinenstraße – gegenüber den "Kirchhöfen vor dem Dammthore" – seit ca. 1815 vorwiegend Vorstadt-Villen mit ausgedehnten und schmuckvollen Gartenanlagen errichtet, von denen aus man den bevorzugten Ausblick auf die parkartig angelegten Friedhöfe genießen konnte. Darüber heißt es in einer in den 1840er Jahren in Briefform abgefassten Beschreibung der nördlichen Teile St. Paulis u.a.:
"... bis man wieder in der Carolinenstraße, die den Begräbnisplätzen gegenüber von Süden nach Norden läuft, neue und elegante Gartenhäuser trifft. Die in neuerer Zeit vermehrten und erweiterten Begräbnisplätze, wiedererstanden aus der scheußlichen Verwüstung, womit die Franzosen sie verheerten, schließen sich mit ihren Laubengängen , ihren Tränenweiden und ihren zum Teil geschmackvollen Denkmalen, an den bis zum Dammtor reichenden botanischen Garten, so daß man in schattigen Alleen wandelt zwischen den duftenden Blumen und Blüten, die der Lenz entknospen, der Herbst verwelken sieht, und der ernsten Aussaat von Menschen, die der große Gärtner in ein anderes Land verpflanzt hat."
Auch in den folgenden Bauphasen der Vergrößerung bzw. des Abbruches und der Neuerrichtung der Vorstadthäuser blieben an einigen Stellen Vorgärten für die Erdgeschoss- bzw. Hochparterre-Wohnungen erhalten. Von den oberen Geschossen der neuen 5- bis 6-geschossigen Etagenhäuser der 1880er und 90er Jahre hatte man hingegen einen bevorzugten Blick über die alten Friedhöfe hinweg zu den Wallanlagen und zur Innenstadt.
Vor einigen dieser Neubauten wurden geschlossene Veranden oder Ladenvorbauten errichtet, so dass der Eindruck entlang der Westseite der Straße bis heute vielfältig ist und verschiedene baugeschichtliche Epochen ablesbar macht. Dies wird zusätzlich dokumentiert durch eine ganze Reihe von denkmalgeschützten oder denkmalwürdigen Gebäuden.
Im Einzelnen zählen zu Bebauung der Karolinenstraße die folgenden Bauten:
• Karolinenstr. 1 / Ecke Feldstraße 60: Das Eckhaus "Haus Potenberg" ist das Kontor- und Wohnhaus, das die namensgebende Firma, die heute in Neumühlen ansässig ist, im Jahre 1930 von dem Baumeister Erich Löscher errichten ließ. Es zählt zu den denkmalwürdigen Bauten.
• Karolinenstraße 2 a Haus 1, 2, 4, 5: Dieses zwischen 1870 und 1900 schrittweise entstandene Ensemble eines Wohn- und Gewerbehof mit Vorderhaus, Wohnterrasse, Fabrik und Speichergebäuden steht seit 13. Januar 2003 unter Denkmalschutz. In der entsprechenden Pressemitteilung des Denkmalschutzamtes heißt es u.a.:
"Es handelt sich hierbei um einen Wohn- und Gewerbehof, der in den Jahren 1870 und 1900 nach und nach entstandenen ist. Dieser Wohn- und Gewerbehof veranschaulicht als eines der seltenen gut erhaltenen Beispiele die Nutzungsstrukturen in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Zudem dokumentiert er die Entwicklung des Karolinenviertels zum typischen Mischgebiet der Vorstadt.
Die Bebauung besteht aus einem
[straßenseitigen] Etagenhaus, einem [dahinter liegenden] Doppelwohnhaus und zwei Gewerbebauten [am westlichen Ende des Erschließungswegs]. Ein Privatweg aus Kopfstein- und Reihenpflastern erschließt das Grundstück.
Das viergeschossige Etagenhaus entstand um 1885/90 als Vorderhaus. Die Fassade gliedert sich in drei waagerechte Abschnitte, die sich einerseits durch die unterschiedlichen Fensterformen, andererseits durch verschiedene Gesimse, Zierbänder und Zierformen vermitteln. Der ockerfarbene Backsteinbau weist ebenfalls einen zweispännigen Grundriss auf. Die Wohnungen umfassen fünf Zimmer, Küche, Bad und Abstellkammer sowie ein Mädchenzimmer. Die Treppe liegt ebenfalls im Inneren und ist in einem engen Halbrund geführt.
Das viergeschossige Doppelwohnhaus ist der älteste Bau; er entstand um 1870/75 als Hinterhaus. Seine Putzfassade ist durch Bänderrustika, durchlaufende Geschoss- bzw. Sohlbankgesimse sowie profilierte Fenstereinfassungen und -verdachungen gegliedert. Der Bau ist zweispännig, seine Wohnungen umfassen drei Zimmer und Küche. Die Treppe befindet sich nach hamburgischer Bauweise im Inneren und ist in einem engen Halbrund geführt.
Die Gewerbebauten wurden um 1900 als Mietfabriken gebaut. Sie weisen fünf bzw. sechs Böden
[d.h. Stockwerke] auf. Seiten- und die Rückfront der aus rotem Backstein bestehenden Gewerbebauten sind jeweils großzügig mit Fenstern ausgestattet, wodurch die Böden sehr gut belichtet sind.
Es handelt sich um ein Ensemble mit anschaulichen historischen Elementen und gut erhaltenen historischen Bauten. Die ehemalige Nutzung hat sich mit leichter Modifikation bis heute erhalten: Die beiden vorderen Häuser werden bewohnt, in den beiden anderen Bauten wird weiterhin produziert, und die Böden dienen als traditionelle Werkstätten und Künstlerateliers."

• Unter der heute nicht mehr existierenden Hausnummer 3 wurde seit den 1840er-Jahren im hinteren Teil des Grundstücks in der "Carolinenstrasse no. 3" der erste große Fabrikationsbetrieb der Firma "DOUGLAS“ betrieben, wie mehrere "Hamburgische Adreß-Bücher" aus der Mitte des 19. Jahrhunderts ausweisen, u.a. die Ausgaben für das Jahr 1846 und die das Jahr 1852. Dort heißt es:
"Douglas, J. S. Söhne, Inhaber der Preismedaille der londoner Industrie-Ausstellung, Fabrik und Lager von seifen und Parfümerien, in Hamburg, Vorstadt St. Pauli, Carolinenstrasse no 3 (Comptoir: alte Gröningerstrasse no 24). Diese seit einer Reihe von Jahren von J. S. Douglas, Inhaber der grossen goldenen Ehren-Medaille der hamburgischen Gesellschaft zur Beförderung der Künste und nützlichen Gewerbe, hier etablirte Fabrik, welche nach dessen Tode von den unmündigen Kindern desselben käuflich erworben, hat einen wohlverdienten Ruf in ganz Europa und allen überseeischen Plätzen wegen der Vorzüglichkeit Ihrer Productionen in Cocusnuss-Oel-Soda-Seife und allen anderen Gattungen Seifen und Parfumerien, welche sie sowohl nach eigener Erfindung, als auch den besten französischen und englischen Fabrikanten vollkommen gleich liefert, daher dieses Geschäft, welchen seine Abnehmer mit strengster Reallität bedient, bestens empfohlen werden kann." ((Hamburgisches Adress-Buch für 1852: Dritter Abschnitt. "Alphabetisches Verzeichniss der wichtigsten hiesigen öffentlichen Anstalten, wohlthätigen Stiftungen und Vereine, wissenschaftlichen Institute und Sammlungen, sehenswerthen Gebäude u.s.w., zunächst für Fremde." Tl. III, S. 455)
• Karolinenstraße 4, 5, 5 a (Haus 1-8), 6: Diese von dem Baumeister H.J. Jahnke für die Bauherren E.W. Fraatz und Wilhelm Carlt 1911 errichtete Wohnhofanlage – genannt: Holstengarten – steht seit dem 15. Oktober 1996 als Gesamtanlage unter Denkmalschutz. Charakteristisch ist neben dem Bauschmuck ihre Orientierung auf den Turm der Gnadenkirche. Seit Herbst 2011 wird das Haus 6 der Terassenanlage in der Karolinenstr. 5 a, das im 2. Weltkrieg durch einen Bombentreffer zerstört und nur provisorisch im Erdgeschoss wieder aufgebaut worden war, in Abstimmung mit dem Denkmalschutzamt wieder hergestellt. Im Zuge der Vorbereitungen für die Bauarbeiten wurde ein standortprägender Großbaum gefällt und die mittige Gartenanlage im Auftrag der Eigentümer wurde vollständig zerstört, u.a. zur Anlage einer Unterkellerung im rückwärtigen Teil des Terrassenhofes.
Im Vorderhaus Karolinenstr. 5 befindet sich eine Apotheke, deren Gründung in der Altstadt (an der Ecke Dornbusch / Brodschrangen) auf das Jahr 1804 zurückgeht. Der Umzug an den heutigen Standort erfolgte - nach Zwischenstationen in der Feldstr. 58 (1888-1943) und in der Marktstr. 23 (1946-51) - im Oktober 1951.
• Karolinenstraße 7, 8: Das um 1865 errichtete und 1897 im Auftrag des Bauherrn C.C.A. Seyboldt von Ad. Lohse umgebaute Ensemble zählt – als Teil des Gesamtensembles der westlichen Straßenseite der Karolinenstraße zwischen den Einmündungen der Marktstraße und der Feldstraße – zu den denkmalwürdigen Bauten des Stadtteils.
• Karolinenstraße 9: Dieses wenige Jahre nach Aufhebung der Torsperre (um 1865) errichtete – ebenfalls denkmalwürdige – Haus ist Teil der Bauschicht vor Beginn des gründerzeitlichen "Etagenhaus-Booms". Durch seine große Bautiefe, die zu einer fast völligen Überbauung des Grundstücks führte, zeigt es zwar bereits das Bestreben zu einer möglichst vollständigen Ausnutzung des Baugrundstücks in der Fläche, erreicht jedoch noch nicht des gleiche Maß der Nutzung, das für die wenige Jahrzehnte später errichteten, 5- bis 6-geschossigen Gründerzeitbauten kennzeichnend ist.
• Karolinenstraße 10, 11: Dieses um 1864 errichtete und 1894 von dem Baumeister Schmückt umgebaute Etagen-"Doppelhaus" wird charakterisiert durch die übereinstimmenden Einfassungen des Hauseingangs und des in den Innenhof führenden Torwegs. Ursprünglich besaß es ein gewerblich genutztes Hofgebäude, das zu Beginn des 20. Jahrhunderts Standort einer der ersten kommerziellen Autovermietungen Hamburgs war.
Dieses Gebäude wurde in den 1970er Jahren durch ein Feuer stark beschädigt und anschließend abgebrochen. Zusammen mit dem bereits durch Kriegszerstörungen des 2. Weltkriegs entstandenen Freiraum hinter den Häusern in der Marktstraße 3, 4 und vor den Häusern 1-3 der Wohnterrasse in der Marktstraße 5 entstand ein ca. 1.000 m² großer Innenhof, der im Zuge der Sanierungsaktivitäten der 1990 zu einer "grünen Oase" mit zahlreichen Sitzgelegenheiten und einem Kinderspielplatz umgestaltet wurde.
• Karolinenstraße 12: Das Eckhaus zur Markstraße wurde 1889 von Chr. Brakbau und Carl Rode für den Bauherrn J.F. Meckers errichtet und zählt ebenfalls zu den denkmalwürdigen Bauten dieses Straßenabschnitts.
• Karolinenstraße 14, Marktstraße 150: Dieses gründerzeitliche Etagenhaus aus dem Jahrzehnt zwischen 1880 und 1890 steht als stadtbildprägendes Eckhaus bereits seit dem 28. Juli 1986 unter Denkmalschutz.
• Karolinenstraße 20 a-d: Diese Terrassenanlage hebt sich von den benachbarten Anlagen durch ihre ungewöhnliche Ausrichtung parallel zur Karolinenstraße ab. Sie zeichnet damit den ehemaligen Ort der Brunemann'schen Glashütte nach, wie die ersten Vermessungspläne des Gebietes aus dem letzten Drittel des 18. Jahrhunderts belegen.
• Karolinenstraße 21 (Haus 2, 3), 22: Diese in den Jahren 1878-79 von dem Baumeister Rich. Jacobsen errichteten Häuser bilden zusammen mit den westlich anschließenden Häusern in der Glashüttenstraße 91 (Haus 4-7) eine Wohnterrasse, die nach ihrem Bauherrn und ersten Eigentümer auch die Bezeichnung "Götschpassage" trägt. Das Fehlen einiger Nummer bei den Hinterhäusern ist auf den Verlust dieser Häuser durch Zerstörungen im 2. Weltkrieg zurückzuführen, denen auch einige Häuser an der Glashüttenstraße zum Opfer fielen, wie die auffallende Baulücke westlich der Passage belegt.
• Karolinenstraße 22, 23, 24 (Haus 1-6, 10-12): Diese 1883/84 für die Gebrüder Jückstock errichtete Passage, die zusammen mit den Häuser in der Glashüttenstraße 87, 88 (Haus 1-4) und 89 die Karolinenpassage bildet, gehört ebenso wie die Göttschpassage zu den denkmalwürdigen Gebäudegruppen westlich der Karolinenstraße. Auffallend ist zum einen die Pflasterung mit kleinteilig strukturierten Gehwegplatten, zum anderen die nicht vollständig geradlinige Verlauf der Passage. Dies ist darauf zurückzuführen, dass die erst 1909/10 errichteten Vorder- und Terrassenhäuser an der Einmündung der Passage in die Glashüttenstraße eine ältere Bebauung ersetzten und sich dabei in den Fassadenablauf einfügen mussten. Auch in dieser Passage fehlen einige der Terrassenhäuser aufgrund von Kriegszerstörungen. Der dadurch entstandene Freiraum wurde zu einem Kinderspielplatz umgenutzt und ermöglichte es, die Forderung nach einer besseren Belichtung und Belüftung der verbliebenen Nachbarhäuser zumindest zum Teil zu erfüllen.
• Karolinenstraße 26 (Haus 1-6, Nordzeile; Haus 10-12, Südzeile): Diese Häuser bilden zusammen mit der Glashüttenstraße 84, 85 und 85a den sog. "Karolinenweg", der jedoch z.Z. nicht durchgehend begehbar ist. Die Terrassenhäuser der Nordzeile sind unmittelbar nach Aufhebung der Torsperre zwischen 1860 und 1870 entstanden, während die Südzeile erst um 1896 errichtet wurde; die Nordzeile verlor dadurch ihre Vorgärten. Die beide Häuserzeilen unterscheiden sich stilistisch deutlich: Während die Nordzeile ursprünglich -zweigeschossig war und ein Souterrain besitzt, wurde die Südzeile erst nach Inkrafttreten der Hamburger Bauordnung von 1888 errichtet, durch die das Wohnen in Kellern und Souterrains untersagt wurde. Sie hat daher kein Kellergeschoss, ist jedoch dreigeschossig. Die Nordzeile wurde ebenfalls durch ein aufgesetztes drittes Obergeschoss, dessen durchlaufend rechteckige Fensterform sich von den darunterliegenden früheren Geschossen unterscheidet, auf drei Geschosse aufgestockt, obwohl dies wegen der ungewöhnlich großen Tiefe der Häuser (mit einer kammartig eingeschnittenen Nordseite) zu recht dunklen Wohnungen führte. Dabei ist an einem Terrassenhaus die ursprüngliche Traufkante an der Fassade sichtbar geblieben. Die Verzierung der Fassaden und die von Haus zu Haus wechselnde Gestaltung der Terrassenhäuser mit Tür- und Fenstereinfassungen und Stichbogenfenstern dürfte eher einem angenehmen Erscheinungsbild für die BetrachterInnen aus den bürgerlichen Vorderhäusern und weniger einer ästhetischen Aufwertung für die BewohnerInnen der Terrasse gegolten haben.
• Karolinenstraße 27: Das um 1870 errichtete denkmalwürdige, nordöstliche 5-geschossige Vorderhaus des Karolinenwegs drohte nach jahrelang unterbliebener Instandhaltung und einer Ende der 1980er Jahre fachlich unzureichend durchgeführten Sanierung nur zehn Jahre später einzustürzen und wurde daher zwangsgeräumt. Das baufällige Haus stand mehrere Jahre leer. Es wurde einerseits wegen Schwammbefall, breiter Risse im Mauerwerk und abgesackter Fußböden und Wände, andererseits wohl auch aus Furcht vor einer Besetzung baupolizeilich gesperrt. Nachdem verschiedene Pläne der städtischen Gesellschaft SAGA, der das Haus jahrelang gehörte, und einer Wohnprojektgruppe aus BewohnerInnen des Bauwagenplatzes "Bambule" an der Vorwerkstraße nicht umgesetzt werden konnten, wird das gründerzeitliche Etagenhaus seit 2005 durch einen privaten Erwerber saniert, um es als wichtiges Element des gründerzeitlichen Fassadenablaufs an der Karolinenstraße zu erhalten. Die Straßenfassade des Hauses ist aufwendig gestaltet; charakteristisch sind auch zwei – wohl später hinzugefügte – Ladenvorbauten mit Dachterrassen für die "Bel-Etage"-Wohnungen im 1. Obergeschoss, die ebenfalls erhalten bzw. rekonstruiert und saniert werden.
• Karolinenstraße 33, 34 (Haus 1-3): Diese um 1865 entstandene, denkmalwürdige Terrassenanlage weist als eine der wenigen Terrassen noch die ursprüngliche Struktur mit einer Wohnterrasse an der Nordseite und Vorgärten nach Süden hin auf. Sie wurde baulich durch den Ausbau des Dachgeschosses zu Wohnungen und die Aufstellung von Balkonen vor der Fassade ergänzt.
• Karolinenstraße 35: Die 1882-84 nach Plänen von Peter von der Heyde als schlichter gelber Backsteinrohbau errichtete ehemalige Mädchenrealschule ("Israelitische Töchterschule"), in der sich heute eine Kindertagesstätte und eine Gedenk- und Bildungsstätte der Hamburger Volkshochschule befinden, steht seit dem 11. Januar 1982 unter Denkmalschutz. Die dahinter liegende Terrasse wurde in den letzten Jahren ebenfalls saniert und bietet nun ein modernes Erscheinungsbild. Im geschützten Hofbereich zur südlich anschließenden Terrassenanlage sind eine Grünfläche und ein Kinderspielplatz entstanden.
Die Israelitische Töchterschule entstand aus der Zusammenlegung zweier Schulen für Mädchen aus armen jüdischen Familien und wurde 1930 als Mädchen-Realschule staatlich anerkannt. Sie besaß bereits vor dem 1. Weltkrieg eine Turnhalle (errichtet 1899 nach Plänen von Ernst Friedheim) sowie Unterrichtsräume für Naturwissenschaften und Hauswirtschaft sowie einen Zeichensaal. Das Gebäude und seine ursprüngliche Nutzung zählen sowohl zu den baulichen Zeugnissen des jüdischen Bürgertums im wilhelminischen Deutschland in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts als auch zu den Orten der Verbrechen des NS-Regimes in Hamburg. Bereits ab 1933 wechselten viele jüdische Mädchen von staatlichen Schulen hierher; im April 1939 wurde sie mit der – zuvor aufgelösten – Talmud-Thora-Oberrealschule des benachbarten Grindelviertels zur "Volks- und Oberschule für Juden" zusammengefasst und am 30. Juni 1942 auf Weisung des Reichsstatthalters Karl Kaufmann geschlossen. Die verbliebenen SchülerInnen und LehrerInnen – unter ihnen der letzte Direktor Dr. Alberto Jonas – wurden in Ghettos und Vernichtungslager deportiert und ermordet (nach: Lange, 1995: S. 92, "C4").
Einen ausgezeichneten Überblick über die Geschichte der Schule gibt Ursula RANDT in "Carolinenstraße 35. Geschichte der Mädchenschule der Deutsch-Israelitischen Gemeinde in Hamburg 1884-1942" (Hamburg, 1984).
• Karolinenstraße 45: Das erste Hauptverwaltungsgebäude wurde 1894/95 nach Plänen des Architekten Albert Winkler errichtet, der zu den bedeutendsten Repräsentanten der Hannoverschen Schule in Altona und Hamburg zählte. Es gehörte zum Ensemble des Heizkraftwerks "Karoline" der Hamburgischen Electricitäts-Werke (HEW), dessen Technikgebäude inzwischen – bis auf ein modernes Umspannwerk an der Einmündung der Grabenstraße – vollständig verschwunden sind, um Platz für die neuen Hallen der "Neuen Messe Hamburg" zu schaffen. Der nur noch teilweise erhaltene Kopfbau des Kraftwerks war erst 1992/93 denkmalgerecht restauriert und zu einem Bürogebäude für die HEW umgebaut worden, bevor er – nach dem Verkauf an die Hamburg Messe- und Congressges. mbH (HMC) – durch die Verlegung der Lagerstraße im Zuge des Messe-Erweiterung einen Teil des südlichen Risalits verlor. Das Fragment des Gebäudes befindet sich heute unter dem Dach einer der neuen Messehallen. Es zeigt mit seiner reichen Gliederung aus Glasurziegeln und Formsteinen und dem kunstvollen Blitzableiter auf dem Dach typische Stilelemente eines neogotischen Industriebaus der Gründerzeit, die jedoch durch die Glasfassade der neuen südlichen Außenwand plump konterkariert werden.
Die Ostseite der Karolinenstraße wurde seit den 1970er Jahren fast vollständig von den Hallen des "alten" Messegeländes eingenommen. Diese werden bis zum Jahr 2008 weitgehend abgebrochen und sollen durch moderne Neubauten ersetzt werden, um eine weitgehende stilistische Einheitlichkeit der Bauten der "Neuen Messe" zu erzielen.

 

Kastanienallee
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BECKERSHAUS: (St. Pauli), 1866, benannt nach der ursprünglichen Art der Bepflanzung.
EStH: Ben.[annt] 1866 vermutlich nach der Bepflanzung der Straße mit Kastanienbäumen.
HANKE: kein Eintrag.
In der Kastanienallee – einer typischen Wohnstraße in St. Pauli-Süd – sind sehr unterschiedliche Baustile und bauliche Epochen St. Paulis nebeneinander zu finden. An die gründerzeitliche Bebauung erinnern nur noch wenige erhaltene Wohnhäuser, denn in diesem Bereich am nördlichen Hafenrand erlitt der Stadtteil im 2. Weltkrieg zahlreiche Zerstörungen. Erhalten geblieben sind die Etagenhäuser mit den Hausnummern 23 bis 29, die seit 2009 unter Denkmalschutz stehen.
Nach Abbruch der Ruinen der kriegszerstörten Wohn- und Geschäftshäuser wurden auf den Grundstücken in den 1950er Jahren einerseits die für die Wiederaufbauepoche typischen Backsteinbauten an der Südseite der Straße errichtet, jedoch nahezu gleichzeitig auch der Wohn- und Gewerbekomplex zwischen der Kastanienallee und dem Spielbudenplatz. Zu diesem Komplex gehören neben zwei nord-südlich ausgerichtet "Wohnscheiben“ auch die zweigeschossigen, pavillon-artigen Gewerbebauten am Nordrand des Blocks und die – weit über Hamburg hinaus bekannte – Tankstelle (mit Autowaschanlage) an der Westseite zur Taubenstraße hin. Diese Tankstelle bildet seit einigen Jahren die Namenspatin der Initiative der Bewohner in den angrenzenden sog. "ESSO-Häusern“, die gegen den Abbruch ihrer Wohnungen durch einen bayerischen Immobilienkonzern kämpfen, der anstelle der Nachkriegsbauten neue Miet- und Eigentumswohnungen, ein Hotel oder Boarding House und Büro- und Gewerbeflächen errichten will. Beide Seiten publizieren Ihre Positionen kontinuierlich auf eigenen Webseiten.
Die Pläne des Projektentwicklers und Bauträgers sind zu finden unter:

http://www.wohnen-am-spielbudenplatz.de/ .

Die Gegenposition der Bewohner wird dargestellt auf den folgenden Seiten:

http://www.initiative-esso-haeuser.de/ .

 

Kattenstieg
PABEL: Nach J.F. Schütze (Holsteinisches Idiotikon, II, S. 236) "ein sehr schmaler, zwischen Hecken sich hinziehender Stieg, der auf das Hamburger Dorf Eimsbüttel von der Seite des Schulterblattes führt".
Ansonsten bei den einschlägigen Topographen nicht erwähnt. Man könnte vermuten, daß dieser Pfad seinen Namen erhielt von der sehr abgelegenen Gegend, wo sich Katzen herumtreiben.

 

Kersten-Miles-Brücke
Diese Brücke überquert die Helgoländer Allee, die in ihrem Verlauf der westlichen Mündung des früheren Stadtgrabens in die Elbe folgt und daher einen tiefen Einschnitt zwischen der Geestkante in St. Pauli und ihrer Fortsetzung nach Osten in die Neustadt bildet. Über die Brücke verläuft die Seewartenstraße als Verbindung zwischen der früheren "Vorstadt St. Pauli" und der Neustadt und Verlängerung der Bernhard-Nocht-Straße (früher: Bernhardstraße).
Der "Hamburg - Führer durch die Freie und Hansestadt und ihre Umgebung. Offizieller Führer des Fremdenverkehrs-Vereins Hamburg. Vierte, stark erweiterte Auflage.“ (1926) enthält eine ausführliche Beschreibung des Bildprogramms der Brücke:
"Kersten-Miles-Brücke im Zuge der Seewartenstraße über den ehemaligen Stadtgraben bei der Seewarte. Die in den Formen der Frühgotik gehaltene massive Brücke trägt als Schmuck die Wappen von 32 früheren Hansestädten, während an den Risaliten der Widerlager die Bildsäulen vier berühmter Hamburger aufgestellt sind: An der Südseite links worthaltender Bürgermeister Kersten Miles († [gest.] 1420), der den Land- und Strandräubern an der Unterelbe, den Herren von L a p p e , das feste Haus R i t z e b ü t t e l (mit dem heutigen Cuxhaven ) entriß; rechts davon Hamburgs berühmtester Seeheld Simon von Utrecht († [gest.] 1437), der sich in der Seeschlacht vor Helgoland gegen die Vitalienbrüder (1402) hervortat und den gefürchteten Seeräuber Störtebeker gefangen nach Hamburg brachte; auf der Nordseite links Dietmar Koel († [gest.] 1563), der 1525 den gefürchteten dänischen Seeräuber Claus Kniphof in der Osterems gefangen nahm; ihm gegenüber rechts Berend Jakob Karpfanger, einer der berühmtesten Seeleute Hamburgs, lieferte 1678 mit der Fregatte 'Kaiser Leopold' fünf französischen Kaperschiffen in der Elbmündung ein siegreiches Treffen und ging 1683 auf einem Zuge gegen die Korsaren im Hafen von Cadiz mit seiner brennenden Fregatte 'Wappen von Hamburg' unter.“ (a.a.O., S. 102)
Im Spätsommer 2011 gelangte die Brücke zu unerwarteter Prominenz, nachdem der damalige Bezirksamtsleiter des Bezirks Hamburg-Mitte, Markus Schreiber, einen martialischen Stahlzaun hatte errichten lassen, um die dort "wohnenden" Obdachlosen zu vertreiben. Zuvor waren bereits zwei - im 2. Weltkrieg unter der Brücke eingebaute - Bunker entfernt und durch eine erheblich weniger einladende und unbequemere Großstein-Pflasterung mit eingestreuten kleineren Felsen ersetzt worden. Der heftige öffentliche Proteste führte jedoch innerhalb weniger Tage zur Entfernung des über 100.000 Euro teuren Zauns und zur Gründung eines "Runden Tisches" mit dem Ziel, bessere Angebote für die dortigen Obdachlosen zu machen, die weiterhin das Brückengewölbe als Schutzdach nutzen und sich dort inzwischen recht "wohnlich" eingerichtet haben. Einige Monate nach der Errichtung des Zauns verlor der - in manchen Veröffentlichungen als "Sheriff Schreiber“ titulierte - Bezirksamtsleiter wegen des unsensiblen Vorgehens in dieser Angelegenheit und anderer Vorfälle vorzeitig sein Amt.

siehe auch: Helgoländer Allee

 

Kieler Straße
EStH: Ben.[annt] 1840 als erster Teil des durch St. Pauli und Altona zur Kieler Chaussee führenden Straßenzuges; vorher: Bei der Armenschule.
Dieser auf Alt-Hamburger Gebiet gelegene Abschnitt des Straßenzugs von der Budapester Straße zur Holstenstraße trägt heute – nach dem Pastor der ev.-luth. St. Pauli-Gemeinde – den Namen Clemens-Schultz-Straße. Die Verlängerung auf der ehemals Altonaer Seite jenseits des Grenzgangs wurde nach dem Gemeindevorsteher der Mennonitengemeinde Paul Roosen benannt.

siehe auch: Clemens-Schultz-Straße

 

Kippings Bleck
Dieser Flurname auf dem "Hamburgerberge" findet sich 1698 bei SCHLÜTER im Abschnitt über die Gassen und Plätze "Außerhalb der Stadt vor dem Millern- und Damm-Thor .." (Matthaei Schlüters ... Historisch- und Rechts-begründeter Tractat Von denen Erben in Hamburg/ ..... . Hamburg, 1698: S. 658).

 

Kirchenstraße
In dem Werk von NEDDERMEYER, "Topographie der Freien und Hanse-Stadt Hamburg" (1832) heißt es in dem Kapitel "Die Gassen der Vorstadt Hamburgerberg":
" K i r c h e n s t r a ß e .
No. 264 bis 273. 11 Häuser, 7 Wohnungen. – A.D. [= Armen-Distrikt] 4.
Diese Gasse ist vor 1810 entstanden; vergl. S. 32 (*). Zwischen dieser Straße und der Antonistraße befindet sich die S t. P a u l s - K i r c h e , welche 1682 am 24. August eingeweihet wurde, der Kirchhof existirte schon zwei Jahre früher. Dänische Truppen besetzten im August des Jahres 1686 den Hamburgerberg und warfen ihre Trancheen von der Elbe an vor der Kirche bis zur Reperbahn auf. Die Oelmühle und die Thranbrennereien wurden, weil sie der Vertheidigung der Stadt hinderlich waren, von Hamburg aus in Brand geschossen. Auch die Kirche litt damals durch das Geschütz von den Wällen der Stadt; sie wurde jedoch wieder hergestellt und stand so, bis sie 1813 von den Franzosen demolirt wurde. Am 6. Mai 1819 legte man den Grundstein zum jetzigen Kirchengebäude nach dem Entwurfe des Architekten Wimmel. Die Einweihung geschah am 2. März 1820."

(*) Zum Standort der Kirche bemerkt Neddermeyer in seinem einleitenden Kapitel "Hamburg im dreizehnten Jahrhundert.", den "Notizen des Herrn Archivarius Lappenberg Dr." ("L.") folgend:
"Auf dem jetzigen Hamburger Berge stand in der Gegend der heutigen Paulskirche ein Kloster, welches im Jahre 1295 nach der Alster hin verlegt wurde."
Er lässt an dieser Stelle allerdings offen, ob die zur Betreuung der Vorstadt errichtete Filialkirche St. Pauli der Hauptkirche St. Michaelis tatsächlich auf Grund und Boden errichtet wurde, der sich seit den Zeiten des Klosters in Kircheneigentum befand. Ein Hinweis auf kirchlichen Landbesitz findet sich hingegen im Zusammenhang mit dem Pinnasberg bzw. der "1sten Einfahrt" zwischen Hamburg und Altona.
Hierfür findet sich jedoch eine Bestätigung bei Beneke (1886) wo es in der Legende über "Das alte Harvestehude" u.a. heisst:
"Im Laufe der Zeit verschwand das alte Dorf Herwerdeshude an der Elbe, oder mindestens der Name desselben ging unter, der dafür von den Leuten aus alter Gewohnheit dem Kloster Frauenthal an der Alster übertragen wurde, das man zuletzt gar nicht anders als Herwerdeshude nannte, woraus endlich unser Harvestehude entstanden ist, ...
Das Kloster Frauenthal aber war sehr reich und angesehen ... [...] Noch zu unseren Zeiten gehörte in der Vorstadt St. Pauli ein ganzes Viereck von Häusern zwischen der Kirchen- und Langenstraße, dem Tatergange und dem Pinnasberge, zu den Gütern des St. Johannis-Klosters aus der Erbschaft der Nonnen im Frauenthal. Dort mag deren a l t e s Kloster Herwerdeshude gestanden haben."

(Otto Beneke: Hamburgische Geschichten und Sagen. Hamburg, 1886: No. 27.)
Die übrigen Grundstücke sind – so auch NEDDERMEYER – im "Stadt-Erbebuch" der Hauptkirche St. Michaelis verzeichnet:
"Endlich befinden sich auch fast alle Erben der ganzen Vorstadt Hamburgerberg (mit Ausnahme einiger, welche im Cämmerei-Contracten-Buche und dem Hypothekenbuche des Johannis Klosters stehen), in dem Stadt-Erbebuch von Michaelis verzeichnet." (a.a.O, S. 109)
Noch Mitte des 19. Jahrhunderts wird eine Straße dieses Namens in der Liste der "1ten Compagnie" des Hamburger Bürgermilitärs in St. Pauli geführt. Es handelt sich um die heutige Heidritterstraße in der Nähe der St. Pauli-Kirche. Die Umbenenung wurde im Amtsblatt der Freien und Hansestadt Hamburg vom 1. Oktober 1899 bekannt gegeben.
Der Name Kirchenstraße blieb nach der Anpassung der Straßennamen anlässlich des Groß-Hamburg-Gesetzes (1938) an anderer Stelle in der Nähe erhalten: Man findet ihn heute als Bezeichnung der Verbindungsstraße zwischen Fischmarkt und Königsstraße westlich der Altonaer Hauptkirche St. Trinitatis.

siehe auch: Heidritterstraße

 

Klaus-Schoke-Straße
Im Zuge der Neubenennung zahlreicher Straßen nach Inkrafttreten des "Groß-Hamburg-Gesetzes" (1. April 1938) erhielt die Annenstraße den neuen Namen "Klaus-Schoke-Straße" aus dem Motivkreis der Hamburgischen Seehelden an der Wende vom 14. zum 15. Jahrhundert (s.a.: Simon-von-Utrecht-Straße) und ihrer Gegenspieler, der Vitalienbrüder um Klaus Störtebeker und Godeke Michels.
Der Namensgeber der Straße, ein reicher Kaufmann aus der Zunft der Englandfahrer, war im Zuge der Gefechte gegen die Freibeuter vor der Elb- und Wesermündung und der friesischen Küste zum "Admiral auf Zeit" ernannt worden. Im Frühjahr 1401 war er an der Gefangennahme des Gödeke Michels und der verbliebenen Vitalier vor der Wesermündung beteiligt.
Offenbar bereits 1945 wurde der Name der Straße wieder in Annenstraße – aus dem Motivkreis der weiblichen Vornamen – geändert.

siehe auch: Annenstraße

 

Klaus-Stallknecht-Straße
(Altona-Altstadt, St. Pauli) Ehemals östlich des alten Altonaer Rathauses (am östlichen Ende der Königsstraße) verlaufende kurze Straße, die ihren Namen nach dem Baumeister des Rathauses erhalten hatte. Sie verschwand durch die – nach den flächenhaften Zerstörungen des 2. Weltkriegs – im Bereich Nobistor / Königstraße / Pepermölenbek vorgenommene Umgestaltung des Stadtgrundrisses von "Neu-Altona" vollständig (siehe: Arthur Dähn, „Neu-Altona“. Planung zum Aufbau und zur Sanierung eines kriegszerstörten Stadtkerngebietes in der Freien und Hansestadt Hamburg. Hamburg, 1958).
Der Namenspatron der Straße, Klaus (auch: Claus) Stallknecht, war – außer in Altona – vor allem als Stadtbaumeister im mitteljütischen Viborg tätig, wo er in der Regierungszeit König Frederik IV. von Dänemark in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts maßgeblich am Wiederaufbau des vom 25. bis 27. Juni 1726 durch einen verheerenden Stadtbrand zerstörten Stadtkerns mit dem Dom und dem Rathaus beteiligt war. Das Rathaus am Alten Markt von Viborg errichtete er im selben Stil wie das 1716-20 nach seinen Plänen erbaute "Alte Rathaus" in Altona.
Dieses "alte“ Rathaus, das sich nahe der Grenze zu Hamburg vor dem Nobistor befand, wurde im 2. Weltkrieg zusammen mit der historischen Altstadt Altonas durch die Flächenbombardements seit 1943 nahezu vollständig zerstört und nicht wiederaufgebaut. Lediglich die Hauptkirche St. Trinitatis markiert noch die historische Mitte der St. Pauli unmittelbar benachbarten Schwesterstadt von Hamburg. Die Zerstörung der verwinkelten Altstadt spielte den seit 1937/38 realisierten Plänen für ein neues "Groß-Hamburg“ jedoch durchaus in die Hände, denn bereits 1937 beschrieb der nationalsozialistische Baustadtrat Heinrich Schmidt das Gebiet als "aus sozialen, hygienischen und bevölkerungspolitischen Gründen untragbar" sowie als "kriminell und verkehrstechnisch eine Katastrophe“. Hinzu kam zu dieser Zeit zweifellos die Funktion des Quartiers als Zentrum der Altonaer jüdischen Gemeinde, deren eindrucksvollstes Relikt heute der Jüdische Friedhof an der benachbarten Königstraße ist.
Am ehemaligen Standort des Rathauses befindet sich heute eine Tankstelle. Nach einem Wettbewerb für die Neugestaltung des Grünzugs Altona im Jahr 2007 entstanden erneut Vorschläge für den Wiederaufbau eines Wohngebiets rund um die Hauptkirche, die auch ein Aufgreifen historischer Elemente umfassen.

siehe auch: Nobistor

 

Kleine Brunnenstraße
(St. Pauli) Es handelt sich um den früheren Name des östlichen, in St. Pauli gelegenen, Teils der heutigen Gilbertstraße. Wegen der Namensgleichheit mit der im Altonaer Stadtteil Ottensen gelegenen Straße, war beim Zusammenschluss der beiden Städte durch das Groß-Hamburg-Gesetz (1938) eine Umbenennung erforderlich. Zunächst wurde die gesamte Straße – anknüpfend an die bereits bestehende Benennung des westlichen (Altonaer) Abschnitts – Gustavstraße benannt, im Jahre 1946 dann Gilbertstraße.

siehe auch: Gilbertstraße

 

Kleine Freiheit
<< auf der Karte anzeigen
BECKERSHAUS: (St. Pauli, Altona-Altstadt), 1688, in Anlehnung an den Namen "Große Freiheit". Erklärung: siehe "Große Freiheit".
HANKE: siehe Große Freiheit.

 

Kleine Gärtnerstraße
Früherer Name der Stresemannstraße (zwischen Neuem Pferdemarkt und Bahnhof Holstenstraße); vgl. Große Gärtnerstraße (heute: Thadenstraße).

siehe auch: Stresemannstraße (Anfang)

 

Kleine Petersenstraße
Mitte des 19. Jahrhunderts wird eine Belegenheit dieses Namens in der Liste der "2ten Compagnie" des Hamburger Bürgermilitärs in St. Pauli geführt. Es dürfte sich um die heutige Straße Am Nobisteich handeln, die von der Großen Petersenstraße (heute: Lincolnstraße) abzweigte.

siehe auch: Am Nobisteich

 

Kleine Seilerstraße
<< auf der Karte anzeigen
BECKERSHAUS: (St. Pauli), 1986, Erklärung wie: Seilerstraße. Nachdem man die Reepschläger und Seilmacher aus der Neustadt vertrieben hatte, weil das Gebiet in den Festungsbereich einbezogen wurde und man den Platz dringend für andere Zwecke benötigte, wies man diesem platzaufwendigen Gewerbe ein neues Gelände in der Vorstadt zu.
EStH: Ben.[annt] 1886 im Anschluß an den Namen der Seilerstraße.
HANKE: kein Eintrag.

siehe auch: Seilerstraße

 

Kloster Gebiethe
(Abweichende Schreibweisen: Klostergebiet[e].)
Dieser Flurname für eine Gegend auf dem "Hamburgerberge" findet sich 1698 bei SCHLÜTER (Matthaei Schlüters ... Historisch- und Rechts-begründeter Tractat Von denen Erben in Hamburg/ ..... . Hamburg, 1698: S. 658). Auf einer 1737 angefertigten "Graentz-Carte" (Staatsarchiv der FHH – Plankammer, Bestand 134-1: 173.71) erstreckt sich nördlich des Heiligengeistfeldes das "Caemmereij-Land" und jenseits davon (d.h. östlich des "Fuhrweg[es] nach Pinneberg") das "St. Johannes- Kloster-Land". Zwischen diesem und dem "Fuhrweg" befindet sich der "Rosen-Hoff", der laut Karte zu dieser Zeit einige Landflächen vom St. Johannes-Kloster "verhäuret" (= gepachtet) hat.
Die Ländereien des St. Johannis-Klosters umfassten den "Heidberg von Heimichhude" (auf dem später die Sternschanze entstand), den Schäferkamp und das Dorf Eimsbüttel. Mit der Reformation kamen sie ab 1536 unter die Rechtsgewalt der Stadt Hamburg und wurden im Auftrag des Rates weiterhin vom St. Johannes-Kloster verwaltet. Als Grenze zu Altona wurde dabei das Tal eines Baches mit der Bezeichnung Pepermöhlenbek (nicht zu verwechseln mit dem gleichnamigen Bachlauf im Süden St. Paulis) angesehen, der zeitweise auch Borchgrave (Grenzgraben) genannt wurde. Am 23. November 1826 fassten Rat und Bürgerschaft jedoch den Beschluss, dass die landesobrigkeitlichen Rechte und Funktionen von den Klosterstiftungen der drei geistlichen Stifte in Hamburg (St. Johannes-Kloster, St. Georgs-Hospital und Heilig-Geist-Hospital) zu trennen seien. Dieser Beschluss mündete am 14. Dezember 1830 in die Übergabe der Landverwaltung für das gesamte Gebiet der "Vorstadt Hamburgerberg" in die Zuständigkeit der Landherrenschaft (siehe: Lohmann, Peter David [Hrsg.]:Hamburgische Rath- und Bürgerschlüsse mit getreuen Auszügen aller den Raths-Propositionen hinzugefügten Beylagen. Hamburg: Joh. Aug. Meißner. Eines Hochedlen und Hochweisen Raths Buchdrucker, 1831: Bd. 3.1826-30: 51 ff). Diese Landherrenschaft geht zurück auf die Verwaltung aller westlich der Stadt gelegenen städtischen Gebiete durch den "zweiten Mühlenherrn", d.h. einen Senator, der die Einnahmen aus der Verpachtung und den Abgaben der Mühlen verwaltete.

siehe auch: Rosenhof(f)straße

 

Klütjenstieg
In dem Werk von NEDDERMEYER, "Topographie der Freien und Hanse-Stadt Hamburg" (1832) findet sich in dem Kapitel "Die Gassen der Vorstadt Hamburgerberg." nur der knappe Vermerk:
" K l ü t j e n s t i e g , siehe Reeperbahn."
PABEL: Eine schmale Gasse hinter der Reeperbahn in St. Pauli; die heutige Talstraße. Der Name bezieht sich auf die Sekte der Mennoniten, die den Steg auf dem Weg nach ihrer Kirche im toleranten Altona benutzten, im streng orthodox-lutherischen Hamburg des 17. und 18. Jahrhunderts durften sie ihren Glauben nicht öffentlich bekennen.
"Da der Weg von Hamburg nach Altona bei schlechtem Wetter fast unmöglich zu betreten war, ersuchten die Vorsteher der Gemeinde 1699 den Landherren des Hamburger Berges (St. Pauli) um die Erlaubnis auf ihre Kosten den Fußpfad hinter der Reeperbahn pflastern zu dürfen, damit man doch zur Kirche gelangen könne, wie solche Erlaubnis den Reformirten früher zu Theil geworden sei. Der Senat gestattete es. Daher erhielt die Straße den obigen Namen, denn wegen ihres engen Zusammenhalts belegte man bisweilen die Mennoniten scherzweise mit demselben" (Zeitschrift des Vereins für Hamburgische Geschichte, III, S. 98).
Doch nicht nur wegen dieses wie "Klüten" Zusammenhaltens erschienen die Mennoniten den Hanseaten als seltsame Zeitgenossen, sondern auch wegen ihrer schlichten Kleidung und Haartracht.
"Ihr runder, kahlgeschorener, wohlgenährter Kopf", bemerkt Heß, "sieht in der That einem Mehlkloß (Klütje) nicht unähnlich. Damit bekam der Weg des Namen des Mennoniten- oder Klütjen-Stieges und hat ihn sodann auch behalten" (Heß: Hamburg topographisch, historisch und politisch beschrieben, 2. Aufl.; III, S. 46).
Die offizielle Bezeichnung des nördlichen Abschnitts der heutigen Talstraße (zwischen Simon-von-Utrecht-Straße und Paul-Roosen-/ Clemens-Schultz-Straße) als Klütjenstieg wurde schon 1859 annulliert, als er zur Talstraße hinzugezogen und als öffentliche Straße ausgebaut wurde.
Die verbliebene volkstümliche Bezeichnung für einen befestigten Fußweg zwischen der damaligen Eckernförder Straße / Ecke Talstraße und der Ecke Große Freiheit / Pfeiffers Gang verschwand – zusammen mit dem Weg – nach dem 2. Weltkrieg durch den Straßendurchbruch der Simon-von-Utrecht-Straße
Nach dem Abbruch der kriegsbedingten Ruinen der Mennonitenkirche und anderer Gebäude des Gemeinde ist mit dem Haus Große Freiheit 75 lediglich deren um 1772 in einfachem Barockstil errichtetes Predigerwohnhaus erhalten geblieben – und auch dies nur durch den Einsatz einer aktiven Wohnprojektgruppe, die den von der Stadt beabsichtigten Abbruch dieses Denkmals der Glaubensfreiheit verhinderte!
Als einziges Zugeständnis an die "fremde" Glaubensgemeinschaft der Mennoniten gestatteten die Hamburger Ratsherren der Gemeinde die Anlage eines kleinen Friedhofs am nördlichen Rand des Heiligengeistfeldes ein wenig westlich der heutigen Einmündung der Glashütten- in die Feldstraße. Seine Lage ist bis um die Mitte des 19. Jahrhunderts auf einigen Karten der Vorstadt Hamburger Berg bzw. St. Paulis vermerkt.

siehe auch: Einfahrt[en], 1ste bis 6te

 

Krankenhofe, bei dem (ehemaligen)
In dem Werk von NEDDERMEYER, "Topographie der Freien und Hanse-Stadt Hamburg" (1832) heißt es in dem Kapitel "Die Gassen der Vorstadt Hamburgerberg.":
"No. 591 bis 607. 17 Häuser, 1 Wohnung. – A.D. [= Armen-Distrikt] 4.
Hier befindet sich in dem Hause No. 2 die seit 1831 errichtete Armenschule des Hamburgerberges. Der Pesthof wurde 1606 angelegt und behielt diesen Namen bis zum Jahre 1797; seitdem hieß er Krankenhof.
Der erste Name deutet auf den ursprünglichen Zweck des Gebäudes. Ein Betsaal muß früher (schon 1678), als die erst 1769 erbauete Lazareth-Kirche vorhanden gewesen seyn, da sich wegen des Taufens und Copulirens der Hamburgerberger, welches der dort angestellte Prediger, Magister D ö h l e r , verrichtete mit dem Hamburgischen Ministerio Zwistigkeiten entspannen (vergl. v. Heß 3, 35). Im November 1806 wurde ein Theil des Krankenhofes zum Militairhospitale eingerichtet; am 4. Jan 1814 wurde das ganze Hospital theils abgerissen, theils abgebrannt."

siehe auch: Pesthof

 

Kuxhavener Allee
EStH: Ben.[annt] 1894 nach der Stadt Kuxhaven im hamburgischen Amte Ritzebüttel.
Diese heute verschwundene Straße verlief von einem Abzweig von der Helgoländer Allee in Höhe der Seewartenstraße nach Nordwesten und mündete südlich des Millerntorplatzes in den Circusweg.
Sie gehörte der Hamburger "Straßenordnung vom 10. Juli 1902" zufolge zu den Straßen St. Paulis, über die von der Landungsstelle am Hafen aus Vieh zum Schlachthof getrieben werden durfte. Weitere Straßen, für die dies galt, waren die Helgoländer Allee, der Millerntorplatz, die Eimsbüttelerstraße (heute: Budapester Straße), der Neue Kamp, der Neue Pferdemarkt, die Marktstraße von der Laeiszstraße bis zur Feldstraße, die Asylstraße (heute: Vorwerkstraße), die Grabenstraße von der Kampstraße (in ihrem alten Verlauf zwischen Sternstraße und Karolinenstraße) und die Lagerstraße zwischen Pferdeschlachthof und Schanzenstraße.
Über die Gegend, in der sich heute zu Füßen des Bismarck-Denkmals der sog. "Alte Elbpark" zwischen St. Pauli und der Neustadt befindet, berichtet HECKSCHER (1909):
"Der Stadtgraben ist zugeschüttet, das Terrain wird von der Helgolander [sic!] und Cuxhavener Allee durchschnitten und in der Höhe ist es durch die Kersten-Miles-Brücke überspannt, die eine direkte Verbindung der ehemaligen Vorstadt mit der inneren Stadt in der Verlängerung der Bernhardstraße bildet."
(Siehe: J. Heckscher: "Das Panorama einer Reise von Hamburg nach Altona und zurück" von Peter Suhr in Hamburg, erklärt von J. Heckscher. Berlin, 1909: S. 35.)

siehe auch: Helgoländer Allee

 

Anmerkungen

[1] siehe: Horst Beckershaus, Die Hamburger Straßennamen. Woher sie kommen und was sie bedeuten. (Hamburg: Kabel-Verlag / Hamburger Abendblatt, 1997)

[2] siehe: Christian Hanke, Hamburgs Straßennamen erzählen Geschichte. (Hamburg: Medien-Verlag Schubert, 1997)

[3] siehe: [Joachim, E.:] Erklärung der Straßennamen der Stadt Hamburg. Sonderdruck aus dem 5. Sonderheft der Statistischen Mitteilungen über den hamburgischen Staat: Die Gemeinden und Straßen des hamburgischen Staatsgebietes nach dem Stande von Anfang Oktober 1925. Hamburg, 1925 (Druck von Lütcke & Wullff).
(Erstmalig: "Erklärung der Straßennamen der Stadt Hamburg." = Statistische Mitteilungen über den Hamburgischen Staat. Teil II, S. 51-84. Hamburg, 1925.)

[4] siehe: Reinhold Pabel, Alte Hamburger Straßennamen. (Bremen: Edition Temmen, 2001)

 

Weitere Literatur

Lutz Achilles; Niels Focken; Martin Heimann et al.: "Öffentlicher Nahverkehr im Stadtteil St. Pauli einst und jetzt." (Hamburg, 1995)

Georg Nikolaus Bärmann: "Hamburgische Denkwürdigkeiten. Ein topographisch-politisch-historisches Handbuch für Einheimische und Fremde." (Hamburg, 1. Aufl./1794; 2., völlig neu bearb. Aufl. in 2 Teilen, 1817/20)

Rita Bake: "Wer steckt dahinter? Nach Frauen benannte Straßen, Plätze und Brücken in Hamburg." Hrsg. von der Landeszentrale für politische Bildung (Hamburg, 3. Aufl./2003, 4. akt. u. erw. Aufl./2005)

Maria Dorothea Beck: "Vom Schulterblatt zum Pilatuspool. Zur Deutung und Bedeutung Hamburger Straßennamen." In: Neues Hamburg, VIII (1953), S. 72-74; 109-112.

Otto Behrend: "Einiges über Hamburgs alte Straßennamen." In: Niedersachsen, 7 (1901-02), S. 204-205.

Eduard Beurmann: "Skizzen aus den Hanse-Städten" (Hanau, 1836)

B. Beyland: "Hamburgische Straßennamen der Alt- und Neustadt." (Hamburg, 1925)

Klaus Bocklitz: "Die letzten Erweiterungen der hamburgischen Befestigungsanlage, 1679 und 1682." In: Volker Schmidtchen (Hrsg.): Sicherheit und Bedrohung – Schutz und Enge. Gesellschaftliche Entwicklung von Festungsstädten: Beispiel Stade. (Beiträge zum 6. Internationalen Kolloquium zur Festungsforschung, Stade, 9.-11.Oktober 1987. Schriftenreihe Festungsforschung, Band 6.) Wesel, 1987.

C. Borchling: "Zur Schreibweise der hamburgischen Straßennamen." In: Quickborn, 20 (1926-27), S. 45-46.

Albert Borcherdt: "Das lustige alte Hamburg. Scherze, Sitten und Gebräuche unserer Väter", 2 Bände. (Hamburg, 4. Aufl./1891).

C. Boysen: "Hamburgs Schlachthof- und Viehmarktanlagen." Hrsg. im Auftrage der Schlachthof-Deputation von C. Boysen, Direktor (Hamburg, 1897).

F. G. Buek: "Hamburg und seine Umgebungen im 19. Jahrhundert. Eine Reihenfolge naturgetreuer, in Stahl gestochener Ansichten der Stadt und ihrer Umgegend." Text von F. G. Buek (Hamburg, 1844).

H. Busch: "Aus der Geschichte der ehemaligen Vorstädte und Vororte." In: Ed. Feldtmann, "Geschichte Hamburgs und Altonas" (Hamburg, 1902).

J.F. Danneill: "Wörterbuch der altmärkisch-plattdeutschen Mundart." (Salzwedel, 1859)

Paul Dittmer: "Plattdeutsche Straßennamen in Hamburg." In: Quickborn, 23 (1930), S. 107.

A. W. Dührsen: "Nobisthor und Nobiskrug." In: Hamburger Nachrichten. Belletristisch-Literarische Beilage, Nr. 49 (1907).

Jürgen Ellermeyer (Hrsg.): "Stadt und Hafen. Hamburger Beiträge zur Geschichte von Handel und Schiffahrt." Arbeitshefte zur Denkmalpflege in Hamburg; 8 (Hamburg, 1988)

R. Ehrenberg: "Altona unter Schauenburgischer Herrschaft." (Altona, 1891-93)

E. Finder: "Volkstümliche Straßenbenennungen im alten Hamburg" In: Mitteilungen des Vereins für Hamburgische Geschichte, Bd. XIV: S. 115-160.

Peter Freimark; Ina Lorenz; Günter Marwedel: "Judentore, Kuggel, Steuerkonten. Untersuchungen zur Geschichten der deutschen Juden, vornehmlich im Hamburger Raum." Hamburger Beiträge zur Geschichte der deutschen Juden, Bd. 9. (Hamburg, 1983)

H. Funke: "Geschichte des Mietshauses in Hamburg." (Hamburg, 1974)

Cipriano Francisco Gaedechens: "Historische Topographie der Freien und Hansestadt Hamburg und ihrer nächsten Umgebungen von der Entstehung bis auf die Gegenwart." (Hamburg, 1880)

Christian Ludwig von Griesheim: "Verbesserte und vermehrte Auflage des Tractats: die Stadt Hamburg nach ihrem politischen, oeconomischen und sittlichen Zustande: nebst Nachtraegen zu diesem Tractate; und Beytraegen zu der Abhandlung, Anmerkungen und Zugaben über den Tractat die Stadt Hamburg, welche selbigen ebenfalls verbessern und gewisser machen." Hrsg. von Christian Ludwig von Griesheim, ehemaligen Fürstl. Gothaischen Ober-Amts-Hauptmann Hof- und Consistorial-Rath. (Hamburg, 1760; nach einer ersten Ausgabe, 1759)

K. Grobecker: "Denkwürdigkeiten und Merkwürdigkeiten im alten Hamburg." (Hamburg, 1991)

Elke Groenewold; Gunhild Ohl: "Von der Wohnung zur Werft: Arbeiterwohnquartier St. Pauli." (Reihe: Historische Stadtrundgänge. Hamburg, 1992)

(H. I. Gude): "Nachricht von der Stadt Hamburg." (Halle, ca. 1690)

Georg Haccius: "Weihefahrt nach dem Hamburger-Berge/ Als auf Obrigkeitlichen Befehl und Ge=heiß die auf demselben New=erbauete Kirche/ als ein Filial des Kirspels [sic!] S. Michaelis, feyerlich eingewei=het/ mit einem eigenen Pastoren versehen/ und mit dem Merck=Namen S. PAULUS benen=net wurde/ so geschehen Anno Christi 1682/ am Tage BARTHOLOMEI, war der 24 Augusti, Donnerstags nach dem 10. TRINITATIS, sambt bey=gefügtem Grundlegungs-Sermon/ Welcher 21. Wochen vorher daselbst gehalten wurde/ zum stets=wehrenden Gedächtnis/ und auf Begehren der Einge=pfarrten zum Abdruck übergeben Von GEORG. HACCIO, L. Past. bey St. Mich. in Hamburg." Gedruckt und zu kaufen bey Arnold Lichtenstein/ Buchdruckern in der Neustadt/voran aufm Millern-Steinwege. (Hamburg, [1682])

A. Hachmann: "Hamburger Straßennamen." In: Hamburger Lehrer-Zeitung, Bd. 12: S. 55 ff.

"Hamburg – Von Altona bis Zollenspieker. Das HASPA-Handbuch für alle Stadtteile der Hansestadt." Herausgegeben anlässlich des 175jährigen Bestehens der Hamburger Sparkasse. (Hamburg, 2002)

"Hamburg: 20 thematische Spaziergänge." In Zusammenarbeit mit Stattreisen Hamburg. (Hamburg, 2009)

"Hamburgs Grün zwischen Tradition und Trends. Streifzüge durch Parks und Naturlandschaften." Hrsg. v.d. Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt der FHH, Amt für Natur & Stadtgrün (Hamburg, 2007).

"Hamburgs Straßenführer" – mit den neuen und alten Straßennamen, neuen Plänen, mit Verkehrsmitteln, Behörden, Postämtern, Polizei etc. (Hamburg, Januar 1939)

Jörg Haspel: "Hamburger Hinterhäuser: Terrassen - Passagen - Wohnhöfe." (Hamburg, 1987)

Jörg Haspel: "Arbeiterquartier Wohlwillstraße." (Hamburg, 1990)

J. Heckscher: "Das Panorama einer Reise von Hamburg nach Altona und zurück" von Peter Suhr in Hamburg, erklärt von J. Heckscher. (Berlin, 1909)

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