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Einleitung | Anmerkungen | Literatur

Register mit Erläuterungen und Mitteilungen über Veränderungen (z.B. verschwundene oder umbenannte Straßen)

 

L

Laeiszstraße
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BECKERSHAUS: (St. Pauli), 1861, nach dem Gründer des an dieser Stelle gelegenen, im Benennungsjahr fertiggestellten F.-Laeisz-Stifts, Ferdinand Laeisz (1801-1887), zugleich im Hinblick auf seine hervorragenden kaufmännischen Leistungen.
EStH: Ben.[annt] 1861 zu Ehren des Begründers des an der Straße belegenen, in jenem Jahre fertiggestellten F. Laeisz-Sitfts, Ferdinand Laeisz (1801-1887), zugleich im Hinblick auf seine hervorragenden kaufmännischen Leistungen.
HANKE: (1861) Ferdinand Laeisz (1801-1887), Reeder und Konsul, Gründer der Reederei F. Laeisz, erbaute hier 1860/61 das Ferdinand-Laeisz-Stift.
Die nach Aufhebung des Gassenkummerplatzes angelegte Straße führte um 1890 noch weiter nach Norden und mündete in die Lagerstraße, wie zeitgenössische Karten zeigen. Diese Verbindung wurde erst durch die Ausdehnung des Schlachthof-Geländes nach Osten und die Errichtung einer Umfassungsmauer für die neue Gebäude (u.a. die sog. "Contumaz-Ställe" nördlich der damaligen Asylstraße) gekappt.
Bei MELHOP (1895) findet man dazu folgende Angaben: "Die Contumazanlage zwischen Kamp- und Asylstraße besteht aus zwei Abtheilungen, eine für Schweine und eine für Rinder. Alle seucheverdächtigen oder aus seucheverdächtigen Gegenden kommenden Viehzüge werden auf einer Gleisverbindung vom Bahnhof Sternschanze hierher dirigiert. An Gebäuden sind daselbst vorhanden eine Schweinehalle für 700 Stück Schweine, und Stallungen auf dem Rinderhof für 570 Ochsen, erstere Abtheilung ist 1884/85, die letztere 1887/88 erbaut. Außerdem ist 1888 ein Nothschlachthaus errichtet. Die Einfriedungsmauer der Contumazanlage wurde 1892 über die ehemalige Laeiszstraße hinweg verlängert und dorthin ein 7 m breiter gepflasterter Triftweg hergestellt." (MELHOP, Historische Topographie der Freien und Hansestadt Hamburg, S. 255)
Bei dem Gebäudeensemble an der Ecke der Graben- und der Laeiszstraße handelte es sich um Quarantänestalle, die nach Plänen der Baudeputation unter ihrem damaligen Direktor Franz-Andreas Meyer errichtet wurden. Das Ensemble wurde 2002 unter Denkmalschutz gestellt (Denkmalliste der FHH, KD 1348). - Im Gutachten des Denkmalschutzamtes heißt es u.a.:
"Es handelt sich um typisch norddeutsche Nutzarchitektur, die mit ihren gotisierenden Schmuckelementen den Einfluss der sog. Hannoverschen Schule erkennen lässt.
Als ein für Hamburg typischer Bau der Zeit und Dokument der industrialisierten Fleischversorgung in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts ist er aus geschichtlichen Gründen und zur Bewahrung charakteristischer Eigenheiten des Stadtbildes schutzwürdig. "
MELHOP erwähnt im zweiten Band der "Historischen Topographie" (Hamburg, 1925) darüber hinaus, dass die Straße "1861 ... nach dem Konsul Ferdinand Laeisz, der an der neuen Straße 1860 und 1861 das F.-Laeisz-Stift hatte erbauen lassen", benannt wurde.
Das 1869 errichtete, an der Ecke Laeisz- und Vorwerkstraße belegene Gebäude des Laeisz-Stiftes, mit dem die Errichtung zahlreicher weiterer sozialer und kommunaler Gebäude im Karolinenviertel begann, wurde 1976 abgebrochen, da es als nicht mehr zeitgemäß galt und zu dieser Zeit nicht als schützenwertes Kulturdenkmal betrachtet wurde. Das "Hamburger Abendblatt“ vom 31.01.1975 vermerkt dazu unter der Überschrift "Keine Sanierung, deshalb Abbruch":
"Wieder geht ein Stück Alt-Hamburg verloren: Das Altenheim der Sophie-Laeisz-Stiftung [sic!] (Laeiszstraße Nr. 8 im Karolinenviertel) soll abgerissen werden. Es ist 115 Jahre alt. In den 51 Wohnungen leben derzeit 34 Rentnerinnen. Sie werden in den nächsten Tagen von Vertretern des Bezirksamts Mitte und der Sozialbehörde besucht, weil den Frauen angemessene Wohnungen vermittelt werden sollen."
(Hamburger Abendblatt, Nr. 26 v. 31.01.1975, S. 6)
Am ehemaligen Standort des Stiftsgebäudes befindet sich heute ein Bolzplatz, der zeitweilig als Erweiterungsfläche für die benachbarte Schule vorgesehen war.
Ebenfalls an der Laeiszstraße ist ein bedauerliches “Musterbeispiel“ für eine besonders rücksichtslose Durchsetzung spekulativer ökonomischer Interessen zu finden: das Grundstück der sog. “LaMa-Häuser“ (ehem. Vorderhaus in der Laeiszstr. 18 und Terrassengebäude in Hofbereich der Marktstr. 95 mit ehemals 36 preisgünstigen Wohnungen). Die dort befindlichen Häuser aus dem Jahre 1870 wurden 1987 – in noch bewohntem Zustand – von dem Spekulanten Nicolai Rabels erworben, nachdem der Bezirk Mitte auf sein Vorkaufsrecht verzichtet hatte. Zunächst stellte der neue Eigentümer sich den Bemühungen der Bewohner, die wichtigsten Dinge selbst instandzusetzen und zu renovieren nicht entgegen. Bald setzte jedoch die Vertreibung der BewohnerInnen durch Räumungsklagen ein, ohne dass mit der zugesagten umfassenden Behebung des langjährigen Reparaturstaus und einer Sanierung begonnen wurde. Nach mehreren Besetzungen und polizeilichen Räumungsaktionen wurden die Häuser auf Veranlassung des Eigentümers Rabels 1990 so stark demoliert, dass sie nicht mehr bewohnbar waren. Er hatte zuvor noch seine vermeintliche Bereitschaft signalisiert, mit einer Wohnprojektgruppe zusammenzuarbeiten, zu der Mitglieder des Selbsthilfeprojekts "Oase" für Wohnungslose und auch einige der früheren BewohnerInnen gehörten. Die entsprechende Zusage wurde jedoch nach kurzer Zeit zurückgezogen.
Der Abbruch erfolgte erst 1996, u.a. wegen einer amtlichen Weisung des Bezirksamtes Mitte "zur Herstellung ordnungsgemäßer Zustände" durch Abbruch der einsturzgefährdeten Bauten und Errichtung eines Neubaus (Abbruch- bzw. Baugebot).
Zuvor waren das Grundstück und die nach einem Schadensfeuer am 30.05.1994 verbliebenen Ruinen im Juni 1994 zu einem sehr hohen Preis an den Verein “SterniPark“ e.V. veräußert. Auf dem Grundstück lagerte der kontaminierte Brand- und Trümmerschutt danach jahrelang ungeschützt, da seine Beseitigung Kosten in Höhe von mindestens 200.000,-- Euro verursacht hätte. Bis Ende 2005 lag die Fläche brach, ohne dass realisierbare Vorschläge für eine Nutzung vorlagen, denn die vorgetragenen Nutzungsideen, z.B. eine Kindertagesstätte (im Souterrain und ohne Außenflächen!), Jugendwohnungen oder "Wohnungen für Alleinerziehende mit Partner/innen" erwiesen sich i.a. als wenig durchdacht. Überhöhte Kaufpreisforderungen, die mit Planungs- und Abbruchkosten begründet wurden, verhinderten zugleich einen Rückkauf des Grundstücks im Auftrag der öffentlichen Hand durch die Stadtentwicklungsgesellschaft (STEG Hamburg mbH).
Erst im Frühjahr 2006 wurde ein neues Projekt zur Errichtung eines Wohnhauses vorgestellt und – nach Erfüllung von Auflagen zu einer architektonisch an der Nachbarbebauung orientierten Gestaltung – auch genehmigt, so dass endlich eine Beseitigung des gefährlichen Sondermülls und eine sinnvollen Bebauung zu erwarten ist.

siehe auch: Marktstraße

 

Lagerstraße
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BECKERSHAUS: (St. Pauli, Rotherbaum), 1868, mit Bezug auf die in Aussicht stehende Bebauung mit Speichern zur Lagerung von Waren.
EStH: Ben.[annt] 1868 mit Bezug auf die in Aussicht stehende Bebauung mit Speichern zur Lagerung von Waren.
HANKE: (1868) An der Ecke mit der Karolinenstraße befand sich früher das Lager des Zollvereins.
Im Zuge der Erweiterung der Hamburg-Messe nach Westen zum Schanzenviertel hin, wurde der Verlauf der Lagerstraße in ihrem östlichen Teil 2004/05 verändert: Sie wurde nach Süden verschwenkt und erhielt in Höhe des historischen Verwaltungsgebäudes des – inzwischen abgebrochenen – HEW-Heizkraftwerks “Karoline“ in die Karolinenstraße eine neue Einmündung. Dieser Einmündung fiel ein – bis dahin weitgehend im Original erhaltener – Teil des denkmalgeschützten Kopfbaus des Kraftwerks Karoline zum Opfer.
Zu diesem Gebäude findet man bei LANGE die folgende Beschreibung: "Kopfbau des Kraftwerks Karolinenstraße; Karolinenstraße 45, St. Pauli; Architekten: Albert Winkler (Ursprungsbau); ASW Architekten Silcher, Werner + Partner; Mitarbeiter: Jutta Berger, Torsten Haun, Norbert Redante (Rastaurierung und Umbau); 1894/ 95, Restaurierung und Umbau 1992/ 93. – Von dem ursprünglichen Baubestand des ersten größeren Kraftwerks der 1894 gegründeten HEW (Hamburgische Electricitäts-Werke AG) ist heute nur noch das Kopfgebäude erhalten, ein neogotischer Bau mit reicher Gliederung aus Formsteinen und Glasurziegeln, für den mit Albert Winkler ein Architekt verantwortlich zeichnete, der sein Wirkungsfeld vor allem in Altona hatte. 1993 wurde das Gebäude für Bürozwecke der HEW umgebaut." (siehe: Lange, 1995: 92, "C3")
Im westlichen Abschnitt der Straße sind zwischen der Einmündung der Sternstraße und der Schanzenstraße noch einige frühgründerzeitliche Etagenhäuser erhalten, insbesondere die Häuser No. 27 bis 33, die zusammen mit den Häusern Sternstr. 123 und 125 und Schanzenstr. 72 ein Ensemble bilden, das – beginnend in der Sternstraße – zwischen 1869 und 1875 errichtet wurde. Es dürfte in engem Zusammenhang zu dem – u.a. durch die Fertigstellung der Verbindungsbahn – ausgelösten Bauboom im nördlichen St. Pauli und im benachbarten Eimsbüttel stehen. Bedauerlicherweise befinden sich die Vorderhäuser und stärker noch einige der Hinterhäuser inzwischen in eher schlechtem Zustand, obwohl sie zweifellos denkmalwürdig und erhaltenswert sind.
Nach Schaffung des neuen Stadtteils Sternschanze (im Bezirk Altona) liegt der westliche Abschnitt der Lagerstraße – von der Sternstraße bis zur Schanzenstraße – seit 2008 administrativ in diesem östlichen Appendix des Bezirks.

 

[Bei den St. Pauli-]Landungsbrücken
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EStH: Ben.[annt] 1911 nach Anerkennung des im Volksmunde entstandenen Namens nach Errichtung des Empfangsgebäudes zu den Landungsbrücken und des Eingangs zum Elbtunnel.
Der Name bezeichnet die nördlich (landseitig) vor den Gebäuden und Pontons der St. Pauli Landungsbrücken verlaufende Straße, an der sich neben den Landungsbrücken das Hafenamt und das nördliche Einfahrtsbauwerk des "Alten Elbtunnels" befinden.
Die zu Beginn des 20. Jahrhunderts neu errichteten, repräsentativen Bauten der Landungsbrücken lösten ältere Anlagen ab, zu denen u.a. die Abfahrtsgebäude der "New Yorker Dampfböte" und das "Fährhaus" gehörten.
Laut SCHREIBER / WALDEN: "Hamburg-St. Pauli" (2008) wurde das "St.-Pauli-Fährhaus" im Zuge des Ausbaus der Landungsbrücken zweimal nach Osten versetzt und gelangte so ins Gebiet der Neustadt, denn "[s]owohl das 1840 erbaute erste Fährhaus als auch das von 1871 hatten der Erweiterung der Landungsbrücken weichen müssen. Seinen dritten Standort fand es am Fuß des Stintfangs auf der Ostseite der Helgoländer Allee im Nachbarstadtteil Neustadt. … 1943 wurde das Fährhaus von Bomben schwer getroffen. 1962 wurde die nach dem Krieg noch teilgenutzte Ruine abgebrochen." (a.a.O., S. 13)

siehe auch: St. Pauli-Landungsbrücken

 

Lange Reihe
Auch: Langereihe.
In dem Werk von NEDDERMEYER, "Topographie der Freien und Hanse-Stadt Hamburg" (1832) heißt es in dem Kapitel "Die Gassen der Vorstadt Hamburgerberg." lediglich knapp:
" L a n g e r e i h e , siehe 4te Einfahrt."
PABEL: Westlicher Teil der heutigen Reeperbahn, auf das Nobistor zugehend, bebaut 1662 bis 1729.
Auf dem "Plan von Hamburg", der der "Statistik des Hamburgischen Staats" (Heft II, 1869) beigeheftet ist, trägt die Verlängerung der Straße zwischen der Großen und der Kleinen Freiheit in Altona den Namen Reichenstraße, der sich auf Alt-Hamburger Gebiet im St. Petri-Kirchspiel in der nördlichen Altstadt ebenfalls findet. Die unmittelbar südlich verlaufende Parallelstraße heißt "Neue Burg" und bildet damit ein Pendant zur gleichnamigen Straße im St. Nikolai-Kirchspiel in der südlichen Hamburger Altstadt. Beide Straßennamen beziehen sich offenbar auf funktionale oder topographische Gegebenheiten, die in beiden Städten gleichermaßen vorkamen.
Die "Langereihe" wurde laut Amtsblatt der Freien und Hansestadt Hamburg vom 1. Oktober 1899 zur Reeperbahn hinzu gezogen.

siehe auch: Einfahrt[en], 1ste bis 6te

 

Lange Straße
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In dem Werk von NEDDERMEYER, "Topographie der Freien und Hanse-Stadt Hamburg" (1832) heißt es in dem Kapitel "Die Gassen der Vorstadt Hamburgerberg." lediglich knapp:
" L a n g e s t r a ß e , siehe 2te Einfahrt."
BECKERSHAUS: (Altona-Altstadt), 1815 und 1950, wegen ihrer Ausdehnung.
EStH: Ben.[annt] um 1815 wegen ihrer Ausdehnung; vorher Zweite Einfahrt [von/nach Altona].
HANKE: kein Eintrag.
Die Lange Straße verband bis zum Ende des 2. Weltkriegs den Paulsplatz – heute Hein-Köllisch-Platz – in St. Pauli mit der Straße Schlachterbuden in Altona, die heute nicht mehr existiert.

 

Laue-Passage
Inoffizielle Bezeichnung einer Passage zwischen der Schanzenstraße und der Sternstraße im Schanzenviertel. Bei dieser Ende der 1990er-Jahre von dem Projektentwicklungs- und Architektur-Büro Nugent & Lange errichteten Passage handelt es sich um eine der ersten neuen Passagen im Bereich der gründerzeitlichen Stadterweiterungsgebiete, die eine industrielle Konversionsfläche der Gewürzfabrik HERMANN LAUE als Wohngebiet umnutzt.

siehe auch: Kampstraße

 

Leichenweg
Ein Weg mit dieser Bezeichnung ist auf dem Plan der "Kirchhöfe vor dem Dammthor" von J.T. Reincke aus dem Jahr 1804 eingetragen. Er führt vom Dammtor aus vor dem "Fortifications-Werke der Stadt", d.h. außerhalb der Wallanlagen, in südwestlicher Richtung zum "Fahrweg", an dem der St. Petri-Friedhof liegt. Offenbar diente er – abseits vom "Fahrweg nach dem Dammthor" – für die Leichenbegängnisse. Diese wurden von wohlhabenden Hamburger Familien oft mit so großem Aufwand zelebriert, dass der "Edle und Hochweise Rath" sich zeitweilig zu Auflagen genötigt sah, um den Pomp – und die Behinderungen für den städtischen Alltag – auf ein erträgliches Maß zu beschränken.
Der Erfolg dieser Restriktionen war insbesondere bis zur Mitte des 18. Jahrhunderts jedoch eher gering, wie Eberhard Kändler in seinem Buch "Begräbnishain und Gruft"bemerkt. Es heißt dort:
"Der Hamburger Senat erließ verschiedentlich und mit nur geringem Erfolg Verordnungen gegen die übersteigerte Repräsentation bei Bestattungen. So sollte etwa die Zahl der einen Trauerzug begleitenden Wagen und der Aufwand des Sargschmucks beschränkt sowie das mehrfache Umrunden des Kirchhofs unterlassen werden. Bei Verstößen gegen diese Anordnungen wurden Geldstrafen verhängt. Es galt jedoch für viele Familien als Ehrensache, den eigenen Wohlstand durch bereitwillige Zahlung einer entsprechenden Strafgebühr zu zeigen."
(Eberhard Kändler: Begräbnishain und Gruft. Die Grabmale der Oberschicht auf den alten Hamburger Friedhöfen. Hrsg. von der Kulturbehörde / Denkmalschutzamt Hamburg. Reihe: Arbeitshefte zur Denkmalpflege in Hamburg, 17. Hamburg: Christians-Verlag, 1997: S. 18.)
Mit der Verlegung der Begräbnisplätze aus der Inneren Stadt vor die Tore manifestierte sich das Bestreben nach bürgerlicher Repräsentation allmählich in der Gestaltung der neuen Friedhöfe. Dazu heißt es im "Hamburgischen Adress-Buch für das Jahr 1820“ im Abschnitt: "Behörden und andere Körperschaften, amtliche Information: Alphabetisches Verzeichniss einiger Hamburgischer Anstalten, öffentlicher Gebäude und anderer Merkwürdigkeiten, zunächst für Fremde.“, S. 624-625:
" B e g r ä b n i s p l ä t z e . Schon viele Jahre früher als das Begraben der Todten in der Stadt aufgehoben, wurden von den Hauptkirchen Begräbnisplätze vor dem Damm- und Steintore angelegt, worin die St. Jacobi Kirche im Jahr 1793 den übrigen Kirchen mit rühmlichem Beyspiel voranging. Die Plätze, welche seitdem um das Doppelte vergrössert sind, wurden mit Todtenhallen bebauet, mit Pappeln und Hecken umpflanzt, und im Innern mit Schattengängen von Linden und Ulmen und mit Gebüsch- und Stauden-Gruppen besetzt. Schon waren die Pflanzungen üppig empor gewachsen, als während der Belagerung Hamburgs die schönen Todtenhaine vor dem Dammthor umgehauen, und die Gräber ihrer Schatten spendenden und duftenden Gebüsche beraubt wurden. Jetzt sind sie hergestellt, die Gräber wieder umpflanzt und die umgestürzten Denksteine aufgerichtet. Einige Jahre noch, und der junge Hain wird 'die Saat von Gott gesäet' wieder beschattet und 'dem Wanderer über den Gräbern' Kühlung wehen. – Der Begräbnisplatz von St. Jacobi vor dem Steinthore blieb in jener unglücklichen Zeit von verwüstenden Händen unangetastet, daher den seine trefflichen Baumpflanzungen schon jetzt einen düstern heiligen Hain bilden. – In den Todtenhallen, denen die Wohnungen des Todtengräbers angebauet sind, wird bey feyerlichen Leichenzügen der Sarg niedergesetzt und von den ihren Entschlafenen begleitenden Freunden eine Todtenfeyer gehalten, durch Anstimmung von Choralliedern und Auferstehungshymnen.
Eine Generation später heißt es im "Hamburgischen Adress-Buch für das Jahr 1845“ im Abschnitt: "Behörden und andere Körperschaften, amtliche Information: Alphabetisches Verzeichniss einiger Hamburgischer Anstalten, öffentlicher Gebäude und anderer Merkwürdigkeiten, zunächst für Fremde.“, S. 394-395, auch:
" B e g r ä b n i s p l ä t z e . …
Schade, und den Eindruck des Ganzen dieser einladenden freundlichen Friedhöfe störend ist die immer weiter um sich greifende Umfassung der Gräber mit starken eisernen Stäben und schwerfällig geschnörkelten hölzernen und eisernen Gitterwerken, statt dass man die Stätte der Ruhe , des Friedens und der Hoffnung mit grünenden Hecken und blühendem Gesträuch, dem stillen Garten angemessen, umpflanzen sollte.
Sehenswerth sind, sowohl den äußeren Formen, als besonders auch, der, den Gräbern der römischen Vorzeit nachgebildeten Einrichtung nach, die Grab-Capelle der Familie des verstorbenen Herrn Senators M. J. Jenisch, nach den Rissen des Herrn Forsmann, auf St. Catharinen Begräbnisplatz, und das Familien-Grab des verstorbenen Herrn Bürgermeisters Schröder, eine gewölbte Capelle von mehreren Bogengängen unter der Erde, auf St. Nicolai Gottesacker. Vernehmlich spricht eine, in der oberen Vorhalle der Grab-Capelle der Familie Jenisch aufgestellte Marmor-Statue den Kunstfreund und das Gemüth jeden Beschauers gleich wohlthätig an. Es ist der Genius des Todes mit der erlöschenden Fackel, von dem 1835 gestorbenen ausgezeichneten belgischen Bildhauer Kessels in Rom verfertigt, ein in jeder Hinsicht der edlen trauernden Stellung des geflügelten Götterknabens, des wehmütig Ausdrucks dieses lieblichen Köpfchens, des schönen Ebenmasses der Formen und der Zartheit des jugendlichen Körpers, der technischen Vollendung und der muskulösen Reinheit des blendend weissen Marmors, gleich vortrefflichen Kunstwerks. …
An die Begräbnisplätze der Kirchen vor dem Dammthore grenzen auch die Friedhöfe der St. Gertruds-Capelle, der evangelisch reformirten und der römisch-katholischen Gemeinden, welche seit einigen Jahren dort angelegt und malerisch bepflanzt, mit jenen gleichsam Einen
[sic!] Garten bilden und mit Denksteinen besetzt sind. Auf dem Friedhofe der reformirten Gemeinde befinden sich die Grab-Capelle des hiesigen k. russischen Gesandten Herrn von Struve. Der neueste dort zweckmässig angelegte Friedhof ist der der Gemeinde zu St. Pauli. Der Begräbnisplatz der israelitischen Gemeinde, dem ersteren gegenüber, ist durch erweiterten Umfang, verbesserte äußere und innere Einrichtung und mit einem stattlichen Gebäude zweckmäßig angelegt und geordnet."
Die örtliche Nähe zwischen dem Friedhof der St. Pauli-Gemeinde und dem Begräbnisplatz der israelitischen Gemeinde lässt sich auf zeitgenössischen Karten allerdings nicht nachvollziehen. So zeigt der "Grundriss der Vorstadt von Hamburg St. Pauli; herausgegeben von P. G. Heinrich. Gezeichnet v. A. A. M. Nagel. In Stein gestochen v. Th. Boehden." Maßstab: [ca.] 1:5.800. [Hamburg]: Speckter & Co., 1836 (Lithographie; Größe: 37 x 44 cm) den "Juden-Kirchhof" [sic!] in deutlicher Entfernung von den übrigen Begräbnisplätzen und jenseits des zur Sternschanze führenden "Durchschnitts".

siehe auch: Bei den Kirchhöfen

 

Lerchenstieg
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Es handelt sich um einen im Zuge der Neubebauung in den 1990er Jahren angelegten Verbindungsweg zwischen Lerchenstraße und Bernstorffstraße nördlich der Thadenstraße, der von einem Grünzug begleitet wird. Der Weg und der – mit einem Spielplatz ausgestattete – Grünzug werden nördlich und südlich von neu errichteten Sozialwohnungen der SAGA und einer Genossenschaft eingefasst.

siehe auch: Lerchenstraße

 

Lerchenstraße
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BECKERSHAUS: (St. Pauli), 1948, in Erinnerung an den frühher hier gelegen Garten des Vogelliebhabers Gerhard Hinrich von Essen, der darin der heimischen Vogelwelt Nistplätze bereitete und Pflege angedeihen ließ und auch eine Sammlung ausgestopfter Vögel besaß (vgl. auch Von-Essen-Straße und das in Barmbek verbreitete Vogelmotiv).
HANKE: kein Eintrag.
Der nördliche Teil der Lerchenstraße zwischen Stresemannstraße und Schulterblatt trug zuvor den Namen Nachtigallenstraße. Dieser Abschnitt wurde später zu dem Abschnitt südlich der Stresemannstraße hinzu gezogen, der bereits zuvor Lerchenstraße hieß.
Die Einmündung dieses südlichen Straßenabschnitts in die Stresemannstraße dominiert der aus den 1980er Jahren stammende Neubau des Polizeireviers 14, das während der Auseinandersetzungen um die "Rote Flora" im Schanzenviertel wegen des gewalttätigen Vorgehens seiner – später aufgelösten – Sondereinsatzgruppen (sog. "E-Schichten") unrühmliche Bekanntheit erlangte (siehe dazu die Dokumentation: "Staatsgewalt im Schanzen- und Karolinenviertel: E-Schichten, Einsatzzüge, FD 942, LKA 3, MEK." Hrsg. v Arbeitskreis gegen Staatsgewalt. Hamburg, ca. 1991). Das Gebäude mit einigen "pseudomaurischen" Anklängen beherbergt seit einigen Jahren auch Abteilungen der Kriminalpolizei (Polizeikommissariat – PK 16).
Eine kurze Strecke südlich des Polizeigebäudes stößt man östlich der Straße auf das Gebäude der Schilleroper, das seit vielen Jahren weitgehend leer steht: Verschiedene Planungen konnten von den Eigentümern bis heute nicht in die Tat umgesetzt werden, weil sie nicht mit dem Denkmalschutz oder den Vorgaben der städtischen Bauverwaltung in Einklang zu bringen waren. Jenseits der Einmündung der kleinen Seitenstraße Bei der Schilleroper (früher: Amselstraße) befindet sich ein kleines Gewerbegebiet mit einigen neu errichteten Büro- und Gewerbegebäuden und älteren Bauten aus den 1960er Jahren. Letztere sind nicht rechtwinklig hintereinander gereiht, sondern schräg gegeneinander versetzt und bilden eine hypothetische Straßenbegrenzungslinie der Wiederaufbauepoche nach dem 2. Weltkrieg ab. Im Rahmen einer vollständigen Neuordnung St. Paulis und Altonas war hier ein mehrspuriger Autobahnzubringer zu einer neuen Elbquerung vorgesehen, wie sie schon seit den 1930er Jahren in der Diskussion war. Zugleich sollte eine U-Bahn-Linie in den Hamburger Westen bis nach Lurup führen, die die Ringlinie am Millerntor (heutige Station St. Pauli) kreuzen und unter dem Bahnhof Altona hindurchführen sollte.
Im weiteren Verlauf der Straße ist eines der zahlreichen Wohnprojekte in der sog. Westlichen Inneren Stadt zwischen St. Pauli und Ottensen zu finden. Das besondere an diesem Projekt ist die Konzeption, durch die frühzeitig ein Angebot auch für Ältere geschaffen werden sollte. Im "Architekturführer Hamburg" (1995) von R. LANGE heißt es dazu:
"Wohnmodell der Grauen Panther e.V., Lerchenstraße 37, St. Pauli. Architekten: nps Architekten Nietz, Prasch, Sigl; Mitarbeiter: Nils v. Kuenheim (Umbau und Erweiterung). Ursprungsbau um 1910; Umbau und Erweiterung 1984; 1985/86. – Das 'Pantherhaus' umfasst acht Wohneinheiten sowie einen 120 m² großen Bereich mit Versammlungs- und Beratungsräumen des Seniorenvereins. Bei der Belegung wurde Wert auf eine Mischung von alten und jüngeren Bewohnern gelegt. Anspruch des Wohnmodells ist es, die Barrieren zwischen den Generationen zu überwinden und Alltag und Freizeit … gemeinsam zu gestalten. Jeder Mieter hat dabei aber auch die Möglichkeit, sich ungestört in seine eigenen vier Wände zurückzuziehen." (siehe: Lange, 1995: S. 95, "C16")
Die letztgenannte Eigenschaft des "Pantherhauses" weicht von einigen anderen Wohnprojekten der 1980er Jahre deutlich ab, bei denen außerhalb der privaten Zimmer zahlreiche Räume – darunter Flure, Küchen und Bäder – zur gemeinschaftlichen Nutzung bestimmt waren, z.B. im Projekt "Bahnhofstraße" in der Marktstraße oder im Künstlerhaus "Vorwerkstift" in der Vorwerkstraße. Einen umfassenden Überblick über Wohnprojekte und Baugemeinschaften seit den 1980er Jahren liefert die Projektarbeit von Sebastian Kröger, Friedhelm Otterbach, Annika Schönfeld et al.: "Selbst gebaute Nachbarschaft. Handlungsempfehlungen zur Verbreitung von Wohnprojekten in Hamburg." (Technische Universität Hamburg-Harburg / Universität Kassel, Februar 2005).
Nach Schaffung des neuen Stadtteils Sternschanze (im Bezirk Altona) liegt der nördliche Teil der Lerchenstraße – zwischen Stresemannstraße und Schulterblatt – seit 2008 administrativ in diesem östlichen Appendix des Bezirks.

siehe auch: Bei der Schilleroper

 

Lincolnstraße
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BECKERSHAUS: (St. Pauli), 1866, nach dem am 14. April 1865 ermordeten Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika Abraham Lincoln (1809-1865).
EStH: Ben.[annt] 1866 zu Ehren des am 14. April 1865 ermordeten Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika Abraham Lincoln.
HANKE: (1866) Abraham Lincoln (1809-1865), Präsident der Vereinigten Straßen, wurde 1865 ermordet.
In der Lincolnstraße 33 (früher: Große Petersenstraße) befand sich bis zu seinem Abbruch das Geburtshaus des Fischhändlers und späteren Tierparkgründers Gottfried Clas Carl Hagenbeck. Es wurde - nach einem schweren Brandschaden im Januar 2004 und dem dadurch verursachten Auszug der letzten Mieter - auf Veranlassung der städtischen Hamburger Wohnungsbaugesellschaft SAGA-GWG abgebrochen, um bis zur benachbarten Trommelstraße reichenden, zeitgemäß langweiligen Wohnungsneubauten zu weichen. Diesem Bauvorhaben fiel auch der hinter dem Haus liegende idyllische Garten mit seinen großen Bäumen zum Opfer.

siehe auch: Petersenstraße

 

Lindenallee
BECKERSHAUS: (Eimsbüttel) 1870, nach der Bepflanzung mit Lindenbäumen bei Anlage der Straße. Es handelt sich um eine der ältesten Straßen in diesem Stadtteil, die bereits 1835 angelegt wurde.
EStH: Ben.[annt] 1870 nach der Bepflanzung mit Lindenbäumen.
Bis zur Gebietsreform durch das Groß-Hamburg-Gesetz (1937/38) gehörte ein kurzer Abschnitt der Lindenallee (Haus No. 1-7 und 3-8) administrativ zum nördlichen "Ausläufer" des Stadtteils St. Pauli.

 

Lippmannstraße
BECKERSHAUS: (St. Pauli, Altona-Altstadt, Altona-Nord), 1948, nach Gabriel Lippmann (1845-1921), erhielt 1908 den Nobelpreis für Physik für die Entwicklung eines Verfahrens zur Farbfotografie nach der Interferenzmethode.
HANKE: kein Eintrag.
Die Benennung bezieht sich nicht auf den ehemaligen Staatsrat und stellvertretenden Vorsitzenden der Deutsch-Israelitischen Gemeinde Hamburgs, Dr. Leo Lippmann (geb. 16. Mai 1881), der nach Erhalt des Deportationsbefehls in der Nacht vom 10. auf den 11. Juni 1943 gemeinsam mit seiner Frau in den Freitod gegangen war. Bis 1948 trug die Straße den Namen Harpunierstraße, den sie zum 1. Januar 1940 erhalten hatten, nachdem der bisherige Name Friedenstraße den Verantwortlichen in der damaligen nationalsozialistischen Verwaltung als nicht mehr opportun galt.
Im "Architekturführer Hamburg" (1995) von R. LANGE werden die die Straße seit Beginn der 1990er Jahre einfassende Neubauten eingehender behandelt. Dort heißt es:
"Wohn- und Gewerbekomplex Lippmannstraße, Lippmannstraße 2-22, St. Pauli. Architekten: MRL Architekten BDA Markovic, Ronai, Lütjen, Voss; Mitarbeiter: Ulrike Busch, Peter Resch. 1989; 1990-93. – Die komplexe Ausgangssituation: Zwei bestehende Gewerbebauten – einer aus den 1880er Jahren, einer mit der Waschbetonoptik der 70er – und drei gründerzeitliche Geschoßwohnbauten bildeten ein amorphes und ungeordnetes Ensemble; der Hof wurde zudem von einem Autohändler als Abstellplatz genutzt. Die Lösung: Der Hofbereich wurde mehrgeschossig unterkellert, um oberirdisch Platz für 'Gartenhäuser' zu schaffen; eine Baulückenfüllung und die Aufstockung und Neugestaltung des unattraktiven Gewerbebaus sorgten an der Straßenseite für ein stimmiges Gesamtbild. Besonders bemerkenswert: Die sensible Gestaltung der Grünanlagen (Uwe Isterling) und Hauszugänge im Innenhof, wo jede Erdgeschoßwohnung über einen eigenen Eingang verfügt. Kaum zu glauben: Die ansprechende Architektur mit den kecken Balkonnasen wurde im Rahmen des sozialen Wohnungsbaus errichtet." (siehe: Lange, 1995: S. 94/95, "C14")
Dieser Komplex wird an der Einmündung in die Stresemannstraße ergänzt durch das "Wohn- und Geschäftshaus Stresemannstraße 15, St. Pauli. Architekten: MRL Architekten BDA Markovic, Ronai, Lütjen, Voss; Mitarbeiter: Peter Resch, Bianca Hölscher, Karen Uffrecht. 1989; 1993/94. – Lärmschutzerker kennzeichnen den ausdrucksvoll gestaffelten Baukörper mit einem Autosalon im Erdgeschoss, dessen demonstrative Transparenz auf die enge Hinterhofsituation reagiert." (siehe: Lange, 1995: S. 95, "C15")
Nach Schaffung des neuen Stadtteils Schanzenviertel im Bezirk Altona liegt die Lippmannstraße ab 2008 in diesem östlichen Appendix des Bezirks.

 

Ludwigstraße
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BECKERSHAUS: (St. Pauli), 1843, nach dem Senator und späteren Bürgermeister Dr. Johann Ludewig Dammert (1788-1855), der bis 1841 Patron der Vorstadt St. Pauli gewesen war.
EStH: Ben.[annt] 1843 vermutlich zu Ehren des Senators, späteren Bürgermeisters Dr. Johann Ludewig Dammert (1788-1855), der bis 1841 Patron der Vorstadt St. Pauli gewesen war.
HANKE: (1843) Dr. Johann Ludwig Dammert (1788-1855), ab 1843 Hamburger Bürgermeister, "Patron von St. Pauli".
Ab 1874 befand sich für einige Jahrzehnte südlich der Ludwigstraße – mit dem Haupteingang am Neuen Pferdemarkt 13 – der "Thierpark" von Carl Hagenbeck. Er war von dem – in der Großen Petersenstraße (heute: Lincolnstraße) ansässigen – Fischhändler Gottfried Clas Carl Hagenbeck ursprünglich am Spielbudenplatz 19 gegründet worden und wurde 1902-7 unter Leitung seines Sohns Carl an den heutigen Standort in Stellingen verlegt.
Bereits auf St. Pauli kam als weitere Attraktion neben den "wilden Tieren" auch die Präsentation von "Eingeborenen" in den "Völkerschauen" hinzu. Sie fanden – neben dem Weihnachtsmarkt, Ausstellungen und regelmäßigen Circus-Gastspielen – auch auf dem nahe gelegenen Heiligengeistfeld statt. Das erste dieser Spektakel wurde 1874 geboten und zeigte eine Gruppe von norwegischen Sami – im Deutschen auch "Lappen" genannt – mit ihren Rentieren, Zelten und Hausrat. Es wurde für "Hagenbeck's Thierpark" zu einem großen Erfolg und zog zahlreiche weitere "Völkerschauen" nach sich. Carl Hagenbeck schreibt dazu in seinen Lebenserinnerungen "Von Tieren und Menschen" (Leipzig, 1967: S. 44-45):
"In der Tat war es mir vergönnt, die Völkerausstellungen, die seit 1874 bis zum heutigen Tage ihre Anziehungskraft ausüben, als erster in die zivilisierte Welt einzuführen. Gern gestehe ich dabei, daß die Idee nicht etwa, wie Athene aus dem Kopf des Zeus, fertig ins Leben hineingesprungen ist. Den ersten Anstoß dazu gab ein Brief, in dem ich 1874 meinem alten Freunde, dem Tiermaler Heinrich Leutemann, mitteilte, daß ich eine Rentierherde zu importieren gedächte. Der Künstler schrieb mir darauf, es müsse doch ein großes Interesse erregen, wenn ich die Rentiere von einer Lappländerfamilie begleiten lassen würde, die dann natürlich auch ihre Zelte, ihre Waffen, Schlitten und ihren gesamten Hausrat mitbringen müßte. Ihm schwebte sicherlich das malerische nordische Bild vor, das er sich nur in abgeschlossener Vollkommenheit mit Tieren und Menschen vor einem winterlichen Hintergrund vorzustellen vermochte. In diesem Vorschlag aber lag schon die glückliche Idee der Völkerausstellungen, die sich in den nächsten Jahren wie in bunter Kette aneinanderreihten. Lappländer und Nubier, Eskimos und Somalis, Kalmüken und Inder, Singhalesen und Hottentotten, die Bewohner der entlegensten Erdteile, ja Antipoden reichten einander in den kommenden Jahren gleichsam die Hände in ihren Wanderungen durch die europäischen Hauptstädte.
Der Zug begann mit den Lappländern, einer Familie, die mein Beauftragter zur Fahrt nach Hamburg veranlaßte. Gegen Mitte September des Jahres 1874 traf die kleine Expedition mit dreißig Rentieren, geführt von einem deutsch sprechenden Norweger, in Hamburg ein. …"

Die teils dramatischen Folgen der – mehr oder weniger – freiwilligen Aufenthalte der "Darsteller/innen" in Hamburg beschreiben u.a. Hilke THODE-ARORA in "Für fünfzig Pfennig um die Welt: die Hagenbeckschen Völkerschauen" (Frankfurt/M etc.: Campus, 1989), Gabi EIßENBERGER in "Entführt, verspottet und gestorben: lateinamerikanische Völkerschauen in deutschen Zoos" (Frankfurt/M:IKO - Verlag für Interkulturelle Kommunikation, 1996) und Anne DREESBACH in "Gezähmte Wilde: Die Zurschaustellung "exotischer" Menschen in Deutschland 1870-1940" (Frankfurt/M etc.: Campus, 2005).
Von 1903-06 wurden auf dem Grundstück des ehemaligen Tierparks eine Knaben- und eine Mädchenvolksschule in einem gemeinsamen Gebäude in der Ludwigstraße 7 und 9 errichtet und am 8. Juni 1906 eingeweiht. Dessen – bis 1960 bestehende – Aufteilung ist durch die Bauinschriften oberhalb der beiden Hauptportale des Schulgebäudes dokumentiert. Der Schulhof wurde von beiden Schulen von Anfang an gemeinsam genutzt und durch Eingliederung benachbarter Gewerbeflächen allmählich vergrößert. Als letztes Relikt des früheren Tierparks ist dort noch ein Brunnenaufbau vorhanden.
Heute wird das gesamte Gebäude als Ganztagsgrundschule (Vorschule und 1.-4. Klassenstufe) genutzt und bildet eine organisatorische Einheit mit dem Grundschulstandort in der wenige hundert Meter entfernten Laeiszstraße. Zum 100-jährigen Schuljubiläum erschien die Broschüre "100 Jahre Schule Ludwigstraße" (Hamburg-St. Pauli im September 1906), die eine ausführliche Zeittafel zur Schulgeschichte und zahlreiche weitere Informationen enthält, z.B. zu den ersten Versuchen, Jungen und Mädchen in Koedukation zu unterrichten, und zur Funktion als Schule für die Kinder der Schaustellerfamilien vom "Hamburger Dom".
In einer Halle der ehemaligen Steinway-Piano-Fabrik in der Ludwigstr. 8 entstand seit Mitte der 1990er Jahre das Wohnprojekt "Nimm 2“, das ursprünglich die gründerzeitlichen Häuser in der Schanzenstr. 58-62 besetzt hatte, nachdem diese seit dem Wegzug der Gewürzfabrik Hermann Laue nicht mehr als Verwaltungsgebäude genutzt worden waren und mehrere Jahre lang leer gestanden hatten.
Nach Schaffung des neuen Stadtteils Sternschanze (im Bezirk Altona) liegt die Ludwigstraße seit 2008 administrativ in diesem östlichen Appendix des Bezirks.

siehe auch: Neuer Pferdemarkt

 

Anmerkungen

[1] siehe: Horst Beckershaus, Die Hamburger Straßennamen. Woher sie kommen und was sie bedeuten. (Hamburg: Kabel-Verlag / Hamburger Abendblatt, 1997)

[2] siehe: Christian Hanke, Hamburgs Straßennamen erzählen Geschichte. (Hamburg: Medien-Verlag Schubert, 1997)

[3] siehe: [Joachim, E.:] Erklärung der Straßennamen der Stadt Hamburg. Sonderdruck aus dem 5. Sonderheft der Statistischen Mitteilungen über den hamburgischen Staat: Die Gemeinden und Straßen des hamburgischen Staatsgebietes nach dem Stande von Anfang Oktober 1925. Hamburg, 1925 (Druck von Lütcke & Wullff).
(Erstmalig: "Erklärung der Straßennamen der Stadt Hamburg." = Statistische Mitteilungen über den Hamburgischen Staat. Teil II, S. 51-84. Hamburg, 1925.)

[4] siehe: Reinhold Pabel, Alte Hamburger Straßennamen. (Bremen: Edition Temmen, 2001)

 

Weitere Literatur

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