Register

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Einleitung | Anmerkungen | Literatur

Register mit Erläuterungen und Mitteilungen über Veränderungen (z.B. verschwundene oder umbenannte Straßen)

 

P

Paulinenplatz
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BECKERSHAUS: (St. Pauli), 1869, im Anschluß an den Namen Paulinenstraße.
In seinem Verzeichnis über "Die Namen der Hamburger Märkte und Plätze" schreibt BECKERSHAUS außerdem: "Der Platz befindet sich zwischen Wohlwillstraße und Paulinenstraße. Benannt 1869 im Anschluss an den Wegenamen Paulinenstraße. In der Gegend befinden sich einige Straßen, die nach weiblichen Namen benannt wurden.
Beim schnellen Wachstum der Stadt in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts waren den Stadtvätern die Ideen für Straßennamen ausgegangen. So verwendete man zunächst, dem Alphabet folgend, männliche Vornamen und später weibliche."

EStH: Ben.[annt] 1869 im Anschluß an den Namen der Paulinenstraße.
HANKE: (1869) Der Platz und die Paulinenstraße in St. Paulis Mitte gehören vermutlich zu einer Gruppe von Straßen, die nach weiblichen Vornamen benannt sind, zu der auch die Karolinenstraße (1841), die Brigittenstraße (1897) und die Annenstraße (1856) zählen. Auch hier wurde wie bei den nach männlichen Vornamen benannten Straßen (siehe Davidstraße) offenbar mit einer alphabetischen Reihenfolge begonnen, denn die Karolinenstraße schrieb sich ursprünglich mit "C".
H. HIPP gibt in seinem "Kunst-Reiseführer Hamburg" eine knappen Überblick über den Platz und seine Nachbarstraßen: "Die Mitte des 1857-60 parzellierten Geländes [des ehemaligen Pest- bzw. Krankenhofes] bildet der Paulinenplatz. Soweit die ursprüngliche Bebauung der von dort abgehenden Straßen erhalten ist, zeigt sie einen sehr bürgerlichen Charakter – mit Stadthaus-Reihen an der Annenstraße, mit spät-klassizistischen und Rundbogenstilfassaden (am schönsten das Doppelhaus Budapester Str. 21/ 22." (Hipp, Hermann: Freie und Hansestadt Hamburg. DuMont Kunst-Reiseführer. Köln, 3. Aufl./1996: S. 252.)

 

Paulinenstraße
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BECKERSHAUS: (St. Pauli), 1860, im Anschluß an die auch sonst hier verwendeten weiblichen Vornamen. Beim schnellen Wachstum der Stadt waren den Verantwortlichen die Ideen für neue Straßennamen ausgegangen, so verwendete man dem Alphabet folgend zunächst männliche, später weibliche Vornamen.
EStH: Ben.[annt] 1860 im Anschluß an die übrigen im Norderteil der Vorstadt St. Pauli mit weiblichen Vornamen bezeichneten Straßen und mit Beziehung auf den Namen der Vorstadt selbst.
HANKE: (1860) siehe Paulinenplatz.

siehe auch: Paulinenplatz

 

Paul-Roosen-Straße
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BECKERSHAUS: (St. Pauli, Altona-Altstadt), vor 1665, nach Paul Roosen (1582-1649), Lohgerber, Diakon der Mennonitengemeinde in Altona. Die Roosens hatten dort auch Grundbesitz.
HANKE: (1948) Paul Roosen (1582-1649), Vorsteher der Mennonitengemeinde in Altona. Bis 1948: Große Roosen-Straße. An die Mennoniten, die im 17. Jahrhundert in Altona im Bezirk "Freiheit" Zuflucht fanden, erinnern in Altona auch der Govertsweg (1950, vorher Mühlendamm), de De-Voss-Straße (1950, vorher Große Brauerstraße) und die Van-der-Smissen-Straße (1991), die nach renommierten Altonaer Mennonitenfamilien benannt sind, sowie die Gerritstraße (1861/63), die 1861 von Mennoniten angelegt und nach deren Prediger und Verfasser von religiösen Schriften, Gerrit Roose (1611-1711) benannt wurde.
Die folgenden Häuser der historischen Bebauung wurden bereits in das "Verzeichnis der erkannten Denkmäler nach §7a Hamburgisches Denkmalschutzgesetz" aufgenommen:
Paul-Roosen-Str. 5 (erbaut: 1886) und Paul-Roosen-Str. 7: Die beiden Etagenhäuser zählen zusammen mit den benachbarten Häusern Nr. 8 und 10 und weiteren in der Bleicherstr. 2-17a zu einem schützenwerten Ensemble. Beim Gebäude Paul-Roosen-Str. 8 handelt es sich um eine Gaststätte mit Saalanbau, die ca. 1880-90 errichtet wurde, bei der Hausnummer 10 um ein ca. 1880 errichtetes Etagenhaus, das 1889 nach Plänen von Adolf Karnatz umgebaut wurde. Karnatz war ein in Altona ansässiger Architekt, nach dessen Entwürfen seit den 1870er Jahren zahlreiche weitere Etagenhäuser in Altona, darunter das Ensemble in der Stuhlmannstr. 1-5/ Esmarchstr. 87a, und auch einige im heutigen St. Pauli errichtet wurden, z.B. Am Brunnenhof (Nr. 2/4), in der Bernstorffstraße (Nr. 154), am Schulterblatt (Nr. 92) und in der Rosenhofstraße (Nr. 17).
Hinzu kommen zwei Grenzsteine, die sich östlich des Hauses Nr. 5 und westlich des Hauses Nr. 6 befinden.

 

Paulsplatz
EStH: Ben.[annt] 1887 nach dem Apostel Paulus als Patron der benachbarten St. Pauli-Kirche.
(Ab 1949 Hein-Köllisch-Platz.)

siehe auch: Hein-Köllisch-Platz

 

Paulstraße
Ehemaliger Name der Otzenstraße (umbenannt 1948); bis zum Groß-Hamburg-Gesetz (1937/38) auf Altonaer Gebiet.

siehe auch: Otzenstraße

 

Pepermölenbek
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(historische Schreibweise auch: Pepermöhlenbek, Pepermölenbeck)
BECKERSHAUS: (Altona-Altstadt), 1948, nach dem längst versiegten Grenzbach zwischen Holstein und Hamburg. Der Standort einer Mühle an dieser Stelle ist historisch nicht gesichert, überliefert ist jedoch, daß dort eine Pulvermühle gestanden haben soll, die sich hier – wie die meisten Pulvermühlen – aus Sicherheitsgründen am Stadtrand befunden hat.
HANKE: (1948) Der Pepermölenbek war über Jahrhunderte der Grenzbach zwischen St, Pauli und Altona. Seinen Namen hat er vermutlich von einer hier gelegen Pfeffermühle, die der Stadt Hamburg gehörte. Vor 1948: Am Bache (seit 1618), Bachstraße.
Im südlichen Abschnitt trug die Straße zu Beginn des 19. Jahrhunderts den Namen "Kleine Elbstraße", wie eine Karte Altonas aus dem Jahre 1802 belegt.
PABEL: Dieser Pfeffermühlenbach, "an den die urkundlich vorkommende, der Stadt gehörende Pepermöhle lag, floß zur Elbe, später übertrug sich dieser Name auf das Rinnsal, welches von der Gegend des Schulterblattes in St. Pauli nordwärts floß. Dieses Bächlein trieb indessen niemals eine Mühle" (MELHOP, Historische Topographie der Freien und Hansestadt Hamburg; S. 263).
NEDDERMEYER (Topographie der Freien und Hanse Stadt Hamburg; S. 32-33) bestreitet dies. Er erwähnt, dass diese Gegend noch zum Territorium des Johannisklosters gehörte, "welches von dem dabei fließenden Bache, der damals noch eine Mühle treiben konnte, den Namen Herwerdshude erhalten hatte; später nannte man diesen Bach, der jetzt zwischen Hamburg und Altona die Gränze bildet, Pepermöhlenbeck." Der Autor beruft sich dabei auf LAPPENBERG (Programm zur 3. Secularfeier der bürgerlichen Verfassung Hamburgs; S. 65), wo es heißt: "Jenseits der Grenze an dem ehemals eine Mühle treibenden, doch längst vertrockneten Bache Herwerdeshude, an dessen beyden Ufern das Dorf gleichen Namens auf dem jetzigen Hamburger Berge und in Altona lag ..."
GAEDECHENS hingegen hatte schon vor Melhop (dessen Werk die Fortsetzung von Gaedechens' Arbeit bildet) die Existenz einer Mühle an dieser Stelle bestritten: "Im Jahre 1531 hatten die Bürger vom Rathe die Anlage einiger Mühlengründe am Pepermölenbeke verlangt, doch scheint hier keine Mühle angelegt zu sein." Der Autor fährt dann allerdings rätselhafterweise fort: "Die Benennung Pepermölenbek läßt auf das frühere Vorhandensein einer Pulvermühle (?) schließen." Auf einer beigefügten Karte, die die Gegend im Bereich der Sternschanze um 1600 darstellt, ist ein „Pfeffermühlenbach“ eingezeichnet, der in der Gegend des „Beim Grünen Jäger“ entspringt und im Norden in die Isebek mündet.
MELHOP liefert in seiner „Topographie“ folgende Erläuterung:
"Der alte Pepermöhlenbeck […] floß zur Elbe. Später übertrug sich dieser Name auf das Rinnsal, welches von der Gegend des Schulterblatts in St. Pauli nordwärts floß. Dies Bächlein trieb indessen niemals eine Mühle; durch Zunahme der Bebauung ist dasselbe allmählig versiegt, die Rinne desselben verblieb aber als Entwässerungsgraben und war nach und nach immer ärger verunreinigt worden. Als nach dem großen Brande mit dem Bau von gemauerten Sielen vorgegangen wurde, warf man den Graben streckenweise zu und leitete die Abwässer der Grundstücke in Siele, welche jedoch theils in das ehemalige Bachbett entwässerten. Dadurch, daß der schmale Streifen des ehemaligen Baches im Laufe der Zeit mit angrenzenden Grundstücken vereinigt worden, ist die Spur desselben vielfach schon ganz verwischt.“
(Wilhelm Melhop: Historische Topographie der Freien und Hansestadt Hamburg von 1895-1920. Hamburg, 1923: S. 263)
Diese Hinweise lassen sicher darauf schließen, dass es zwei unterschiedliche Bäche gleichen Namens gab, zum einen den zur Elbe führenden Pepermölenbek im Verlauf der heutigen gleichnamigen Straße und zum zweiten ein anderen schmalen Bach im Bereich des heutigen Schanzenviertels, der in Richtung der Isebek floss. Daher können die Angaben in historischen Texten widersprüchlich sein und sich auf unterschiedliche Orte bzw. topographische Verhältnisse beziehen.
Der Grenzbach gewann von 1640 an besondere Aktualität, als König Christian IV. von Dänemark Landesherr von Holstein wurde, weil die ohnehin starken politischen Spannungen zwischen der dänischen Krone und der Stadt Hamburg durch die Grenzstreitigkeiten der auf dänischem Gebiet wohnenden Altonaer mit ihren Hamburger Nachbarn noch erhöht wurden.
BENEKE berichtet in seinem Werk "Hamburgische Geschichten und Sagen." (Hamburg, 1886: No. 27.) folgendes:
"Wie hat sich dort so Vieles verändert! Der anmuthige Bach, auf dessen grüne Ufer Heilwig's Cisterzienserinnen blickten, den wir später noch als nützlichen Pepermöhlenbeek, auch als alte Aue kennen, er ist als Bach längst versumpft und vertrocknet, und hat einem unliebsamen Rinnsal, dem Grenzgraben zwischen St. Pauli und Altona, Platz gemacht, der nun auch längst zu einem unterirdischen Grenzsiel geworden ist. Das alte Dorf Herwerdeshude an der Elbe war längst verschollen, als der Name und Begriff H a m b u r g e r b e r g , und mit ihm Spektakel, Thierbuden, Trutz-Altona, Mord und Totschlag und manch andere Nachtseiten aufkamen, die so arg waren, daß man später die Vorstadt lieber nach ihrer Kirche St. Pauli benannt hat. Ja, seit vor 600 Jahren am heutigen Pinnasberge das »kyrie eleison« frommer Klosterschwestern ertönte, wie gar Manches hat sich doch in der innern und äußern Gestaltung Hamburgs so gründlich geändert."
Wie andererseits historische Karten aus dem 18. Jahrhundert andeuten, verlief der Pepermölenbek durchgehend etwa von der Gegend der heutigen Rosenhof- und der Schanzenstraße am südwestlichen Rand des Heiligengeistfeldes entlang und von dort aus weiter durch das Gebiet der Annen-, der Tal- und der Schmuckstraße zum heutigen Geländeeinschnitt der gleichnamigen Straße und mündete ungefähr auf Höhe des Fischmarktes in die Elbe. Er hatte mehrere noch kleinere Zuflüsse.
Im Verlauf des Baches gab es zahlreiche sumpfige Stellen, die bis heute dazu führen, dass Häuser an der Tal- und der Schmuckstraße deutliche "Schieflagen" durch Setzungserscheinungen auf dem instabilen Untergrund aufweisen. Auch der ehemalige "Pesthof" war von diesen Erscheinungen betroffen, insbesondere sein Gartenland, das als sehr feucht galt und auf dem im 19. Jahrhundert das Israelitische Krankenhaus errichtet wurde.
Krankenhaus errichtet wurde.
Die besondere Rolle des Grenzbachs hebt D. BREMER in ihrer Dissertation über "Die räumlich-soziale Bedeutung von städtischen Umstrukturierungsprozessen am Beispiel von Altona-Altstadt St. Pauli-Süd" (Hamburg, 1987) hervor, in der es heißt:
"Die traditionelle Stadtgrenze zwischen Altona und St. Pauli bildete ein Bach, der etwa im Verlauf der heutigen Straße Pepermölenbek verlief und dieser Straße auch den Namen gab ([FN]2). Die [sic!] Pepermölenbek[,] früher 'Alte Aue' genannt[,] mündete damals in die Elbe (...)."
"([FN]2) Heute ist sie noch in Form eines Abwassersieles als unterirdischer Sammler vorhanden."

 

Pesthof
(Historisch auch: Pesthoff.)
PABEL: Der Pesthof zwischen Hamburg und Altona, nahe dem Millerntor gelegen, wurde nach dem Ausbruch der Pest 1606 errichtet als Nachfolgeinstitut eines älteren Krankenhauses am Eichholz. Die Anstalt hatte einen eigenen Verwalter, Arzt, Chirurgen und Pastoren. Später, zu Beginn des 18. Jahrhunderts, übernahm das Haus auch die Funktionen eines allgemeinen Krankenhauses, wie RICHEY (Anmerckungen über die in Halle bey Rengern herausgekommene Nachricht von der Stadt Hamburg von H.L. GUDE; Anmerk ad pag., 304) berichtet: "Es heißet dieses Lazareth zwar der Pest-Hof, ist aber mit anderen, bey mehr als 800 Kranken, sinnlosen, elenden und anderen Leuten dermassen angefüllet, das es zu Pestzeiten nicht gebraucht werden kann. Daher, wenn Gott über das volkreiche Hamburg dergleichen Plage verhänget, gantz andere hinlängliche Anstalten gemacht werden müßen, wie uns davon noch die merkwürdigsten Exempel der Jahre 1713 und 1714 in unentfallene Andencken sind."

Friedrich Georg BUEK überliefert in seinem Werk " Hamburg und seine Umgebungen im 19ten Jahrhundert" folgende Informationen zur Entstehung des "Pesthofs":
" … Das Jahr 1604 war ein Cometen-Jahr, aber auch zu gleicher Zeit ein Pest-Jahr für Hamburg. Vielleicht war es nicht die eigentliche orientalische Bubonenpest, aber doch gewiss eine ansteckende verheerende Krankheit. Die damit Befallenen wurden in einem Gebäude im Eichholze, der damaligen Vorstadt untergebracht, und 1606 beschlossen Rath und Bürgerschaft die Erbauung eines eigenen Pesthofes, der in der Nähe von Altona, außerhalb der Stadt, errichtet wurde, und Kranke, Gebrechliche, Wahnsinnige und Arme aufnahm. Erst Ende des Jahres 1797 wurde der allmälig immer erweiterten Anstalt der schauderhafte Name des Pesthofes genommen und in Krankenhof umgewandelt. Nach von Hess, der dem Krankenhofe eine lange und höchst interessante Abhandlung widmet, befanden sich im September 1810 auf de Krankenhofe 482 Invaliden, oder blos Versorgte, und 400 Kranke, worunter 104 Wahnsinnige. Der Krankenhof zählte zu seinen Einnahmen einen Zuschuss aus der Staatskasse, in den Jahren 1808 und 1809 von 10,000 [Mark Courant], der sonderbarerweise aus der Abgabe des Dreckkarrengeldes erhoben wurde. Damals hatte die Anstalt nur einen Arzt, der in der Stadt wohnte, aber verbunden war, täglich drei Stunden auf dem Krankenhofe zuzubringen, und zwei Wundärzte, welche auf dem Hofe wohnten und die äusserlich Kranken täglich zweimal besuchen mussten.“
(Buek, F. G.: "Hamburg und seine Umgebungen im 19ten Jahrhundert." Hamburg, 1844 / 1848: S. 80.)
In den Jahren 1713/14 hatte es die letzte große Pestepidemie in Hamburg gegeben. Da die Stadttore in Zeiten von Seuchen und kriegerischen Bedrohungen geschlossen bleiben mussten, war der außerhalb des Walles liegende Pesthof nicht erreichbar, so dass innerhalb der Stadt sowohl Hospitäler als auch Friedhöfe – wie z.B. in der zu dieser Zeit erst relativ dünn besiedelten Neustadt – angelegt werden mussten. Als die Anzahl der Opfer immer weiter zunahm, wurden jedoch auch außerhalb der Wälle Friedhöfe, teilweise mit Massengräbern, angelegt.
Die Zustände Mitte des 18. Jahrhunderts illustriert ein "Bittblatt" aus dem Jahre 1750, das zur Sammlung von "milden Gaben" diente und im Hamburgischen Staatsarchiv (Plankammer, Bestand 134-6, Nr. 91/451) aufbewahrt wird. Es zeigt einen überfüllten Krankensaal mit sechs sog. "Tollkoben", d.h. Einzelzellen für "gemeingefährliche Geisteskranke", im Hintergrund. Zwischen den zahlreichen Kranken liegen Sterbende, ein Toter wird von zwei Wärtern aus dem Saal getragen. Im Vordergrund sind eine Beinamputation und eine Starstichoperation abgebildet. Mit der Überschrift des Blattes "Neunhundert schreyn hier Weh und Ach! Thu wohl! Gott segne tausendfach" wurde an die Großzügigkeit der Spender appelliert.
Auch das beginnende Zeitalter der Aufklärung brachte noch keine wesentliche Besserung. Noch 1789 berichtet der Arzt. Joh. G. Krunitz, dass "im dortigen Pesthof, falls jemand zu später Stunde starb, dieser bis zum Morgen in seinem Bett blieb", und "in diesem Fall muß der Lebendige, der an demselben Bette Theil hat, entweder die ganze Nacht an der Seite des Toten liegen oder aufsitzen". (siehe: Krunitz, Joh. G.: "Ökonomisch-technologische Enzyklopädie….", 1773-1798), Teil 47, S. 567 f.). Erst um 1770 war eine Absonderung der ansteckenden Fieberkranken von den übrigen Insassen des Pesthofes erfolgt. In den Sälen, die mit 800-1000, zeitweise mit 1100 Personen belegt waren, war die Luft durch Nachtstühle verpestet. Da der ganze Gebäudekomplex von einem Graben umgeben war, in den sich sämtliche übel riechenden Abwässer entleerten, gewann man nichts, wenn die Saalfenster geöffnet wurden.
Die Umbenennung des Pesthofs in "Krankenhof" erfolgte durch ein Senatsdekret vom 22. September 1797. Wegen des gravierenden Missverhältnisses zwischen der Anzahl der dauerhaft untergebrachten Kranken und Armen und dem ärztlichen und Pflegepersonal wurde am 5. November 1805 eine ärztliche Kommission eingesetzt. Sie sollte die medizinische und chirurgische Pflege der Kranken untersuchen und trug zur Einstellung einiger weiterer ärztlicher Assistenten bei.
Die Gebäude des Pesthofes fielen ebenfalls der Zerstörung der Vorstadt Hamburger Berg durch die Franzosen zum Jahreswechsel 1813/14 zum Opfer. Sie mussten bis zum 3. Januar 1814 "aus militärischen Gründen" geräumt werden und wurden anschließend geplündert am Vormittag des 4. Januar 1814 vollständig niedergebrannt. Dies Geschehen, dessen Erinnerung für die Zeitgenossen noch sehr lebendig war, wird sehr drastisch von Friedrich Georg BUEK in seinem Werk " Hamburg und seine Umgebungen im 19ten Jahrhundert" in einem darin abgedruckten Brief von Juni 1841 an seine Mutter geschildert:
" … Tausende Deiner armen Landsleute wurden von Teufeln in Uniformen in das grässlichste Elend, in den jammervollen Tod getrieben. Am 30. Dezember 1813, mittags 2 Uhr, also etwa zwei Stunden vor Dunkelwerden, erhielt der jetzige Bürgermeister Dr. Bartels, damals Präsident der Verwaltungs-Commission der bürgerlichen Hospitäler, durch den Präfecten den Befehl des Prinzen von Eckmühl [d.i. der französische Stadtkommandant Marschall Davoust], bis zum nächsten Vormittage sämtliche Gebäude des Krankenhofes räumen zu lassen, indem bereits die Ordre ertheilt sei, am Abend Alles niederzubrennen. Der Maire, Herr Röder, that alles Mögliche, und schaffte dem wackern Bartels einen – Pass, um aus dem Thore hinaus zu kommen; das war Alles, wenn man nicht etwa einen Brief mit einer lateinischen Phrase an den Präfecten für Etwas rechnen will, den dieser mit der beigeschriebenen Bemerkung zurückschickte: jetzt wäre keine Zeit zum Lateinschwatzen; es solle gebrannt werden. Wäre nicht der Ober-Präsident von Blücher in Altona gewesen, der reichlich so ehrenvoll, wie alle Schlachten-Generale, den Titel: Graf Blücher-Altona von seinem dankbaren König erworben hat, es wären nicht einmal Wagen zu erhalten gewesen, denn der Commandant in Hamburg schlug dem flehenden Bartels selbst die Gassenwagen mit rohem Trotze ab. Noch waren Hunderte von Kranken im Hause, als Höllengeister in Menschengestalt und in der Uniform des grossen Soldatenkaisers eindrangen, Kranke und Todte plünderten, mit Sterbenden um ihre Decken rangen, die Dächer abdeckten und in das Stöhnen der Leidenden, in das Jammern und Heulen der gefesselten Irren ihr satanisches Hohngelächter, ihre scheusslichen Witze brüllten. Ich schliesse mit Bartels Worten: 'Den 4. Januar des Morgens endlich lief das Raubgesindel mit Brandmaterialien umher, und während mehrere der höheren Officiere, unter denen, wie man sagt, selbst der unmenschliche Davoust gewesen sein soll, wie zu einem Feste sich dort umher gelagert hatten, standen auf einmal alle Gebäude in lichten Flammen. Beinahe zwei Drittheile der wegtransportirten Kranken sind bald nachher ein Raub des Todes geworden.'"
(Buek, F. G.: "Hamburg und seine Umgebungen im 19ten Jahrhundert." Hamburg, 1844 / 1848: S. 81.)
Zu den zerstörten Bauten gehörte auch die Kapelle, die das erste Gotteshaus für die BewohnerInnen der Vorstadt gewesen war, bevor 1682 die St. Pauli-Kirche errichtet wurde. Der Historiker Th. DENEKE überliefert das tragische Schicksal der aus dem Krankenhof vertriebenen Insassen in seiner "Festschrift zum 100jährigen Bestehen des Allgemeinen Krankenhauses St. Georg in Hamburg" (Leipzig, 1825: S. 4):
[Die Kranken wurden] "ausgeplündert von räuberischen französischen Soldaten, mit den primitivsten Transportmitteln in harter Winterkälte nach Eppendorf gebracht, wo sie in der Kirche und einigen Wohnhäusern notdürftige Unterkunft fanden. Auch hier konnten sie trotz aller Bemühungen des Hospitalarztes Dr. Ritter dem Hunger und Elend nicht entgehen, bald brach der Flecktyphus aus und mehr als zwei Drittel der früheren Krankenhofinsassen erlagen der Seuche."
Eine bildliche Darstellung des Pesthofes Ende des 18. Jahrhunderts nach einem Stich von Jaques DE FOISSE enthält VON HEß (II. Teil, 1789). Eine weitere erwähnt RAMBACH (1801):
"Im Journal von und für Deutschland 1784, Seite 174 steht ein Gemälde derselben [Anstalt], das in keinem Zuge übertrieben ist" und resümiert:
"Der Name Pesthof war ein Schrecken für alle Arme [sic!], und doch gab es damals viele so höchst Unglückliche, daß selbst dieses Elend noch eine Wohlthat für sie war." (S. 414 f.)
Nach dem Abzug der napoleonischen Besatzungstruppen wurden einige Gebäude des alten Krankenhofs provisorisch wiederaufgebaut, bevor im Herbst 1823 das neuerbaute "Allgemeine Krankenhaus" in St. Georg weitgehend bezugsfertig war. Dieses Krankenhaus befand sich erstmals vollständig in Trägerschaft des Staates und übernahm neben den Aufgaben des alten Krankenhofes auch seine Akten und Archivalien. Diese befinden sich heute im Bestand "Allgemeines Krankenhaus St. Georg" im Hamburgischen Staatsarchiv.
In dem Werk von NEDDERMEYER "Topographie der Freien und Hanse-Stadt Hamburg (1832) heißt es in einem eigenen kurzen Abschnitt zur Wasserversorgung unter der Überschrift "Brunnenleitung des ehemaligen Pest- oder Kranken-Hofes" (S. 185):
"Diese wurde 1748 angelegt und 1805 erneuert. Das Hauptbassin lag südwestlich von der Landstraße nach Eimsbüttel (...); seine Länge betrug 123, seine Breite 14 Fuß; ferner lag ein kleines Bassin von 20 Fuß Länge und 4 Fuß Breite jenseits der Landstraße, am Heil. Geistfelde, dicht am Graben, welches durch eine 151 Fuß lange Leitung mit einem andern eben daselbst liegenden Bassin von 29 Fuß Länge und 8 Fuß Breite in Verbindung stand; endlich lag ein drittes Bassin, 28 Fuß lang und 5 Fuß breit, auch am Heil. Geistfelde. Alle diese Leitungen stossen in ein Brunnenhaus zusammen, welches am Ende des Hauptbassins lag und wohin vom zweiten Bassin eine 64 Fuß lange Leitung, quer unter der Landstraße führte, und vom dritten Bassin eine 65 Fuß lange Leitung ebenfalls quer unter der Landstraße durch laufend, und dann in südlicher Richtung nach dem Brunnenhause führend, durch eine Leitung von 165 Fuß Länge. Von dem ebengedachten Brunnenhause führte eine 731½ Fuß lange Leitung in nordöstlicher Richtung nach dem Krankenhofe, wo sich eine 600 Eimer Wasser fassende Kumme befand. Diese Wasserleitungen gingen alle mit der Zerstörung des Krankenhofes ein."
An anderer Stelle verweist NEDDERMEYER (S.64) auf SCHLÜTER, der diese Einrichtung auf dem "Hamburgerberge" 1698 erwähnt (Matthaei Schlüters ... Historisch- und Rechts-begründeter Tractat Von denen Erben in Hamburg/ ..... . Hamburg, 1698: 658 – in der Schreibweise: "Pesthoff“).
In den Jahren 1940 und 1941 behandelt G. H. Sieveking den Pesthof in mehreren Beiträgen für die "Hamburgischen Geschichts- und Heimatblätter" (HGH; zugleich: "Mitteilungen des Vereins für Hamburgische Geschichte"). Dazu gehören die Beiträge "Zur Baugeschichte des Pesthofes in Hamburg" (HGH, 12. Jahrg., Nr. 3; S. 1-12. Hamburg, 1940), "Die Verwaltung des Pesthofes in Hamburg" (HGH, 12. Jahrg., Nr. 4; S. 13-24. Hamburg, 1940) und "Prediger, Schulmeister, Organisten, Ökonomen, Chirurgen und Ärzte des Pesthofes in Hamburg" (HGH, 13. Jahrg., Nr. 1; S. 25-47. Hamburg, 1941). Darüber hinaus legte er in der Reihe "Genealogische Sammlungen" (Nr. 22) des Staatsarchivs Hamburg ein "Personenregister zu den Protokollen des Pesthofes 1675-1822 mit biographischen Angaben" vor.
Eine ausführliche Darstellung des Pesthofs enthält das Werk über "Die Entwicklung der Hamburgischen Hospitäler seit Gründung der Stadt bis 1800 aus ärztlicher Sicht" (Hamburg, 1977) des Verfassers Dieter BOEDECKER. Dort heißt es im Kapitel über den "Pesthof" zu dessen Ursprüngen in St. Pauli:
"Daher beschlossen Rat und Bürgerschaft 1606 einen Pesthof im Westen von Hamburg zwischen der Stadt und Altona zu errichten. Eine Allee, die bald vor dem alten Millerntor begann, führte gerade auf den Pesthof zu.
Er lag in der Gegend südlich der Kieler Straße, der heutigen Clemens-Schultz-Straße (…).
Die Kosten für den Neubau sind zum weitaus größten Teil unmittelbar aus Spenden gedeckt worden. Es hat sich 'von vornherein um eine rein bürgerliche Gründung gehandelt. Der Pesthof galt also nicht als städtisches Eigentum, sondern als selbständige milde Stiftung' (…). Zu denn Baukosten gab die Kämmereikasse einen für damalige Zeiten bedeutenden Zuschuß 7026 m
[Mark Lübisch], 10 ß [Schilling Lübisch], 2 d [Pfennig Lübisch] (…). Außerdem mussten sich die vier Kirchspiele auf Beschluß von Rat und Bürgerschaft finanziell am Neubau beteiligen (…). Nach SIEVEKING ist das neue Pesthof-Krankenhaus 1607 fertiggestellt worden (…), 'welches dermalen eine aus dem Armen-Hause, verschiedenen Krankenhäusern und einem Toll-Hause zusammengesetzte Anstalt ist, in der fast 1000 Seelen unterhalten werden (…)." (S. 231/32)
In den folgenden Jahrzehnten des 17. Jahrhunderts wurde die Anzahl der Gebäude kontinuierlich vermehrt und dicht mit Armen, Kranken und "Tollen", d.h. psychisch Erkrankten, belegt. Von 1638 an ist der Pesthof die zentrale Kranken- und Armenpflegeanstalt Hamburgs, nachdem die sog. Leichnamsgeschworenen der vier Hauptkirchen im Mai 1638 beschlossen hatten, dort alle diejenigen Armen unterzubringen, die sich auf den Straßen Hamburgs aufhielten. Erst ein großer Neubau des Jahres 1675 wird jedoch ausdrücklich als "Neues Krankenhaus" bezeichnet. In den 1740er Jahren wird der Pesthof erneut vergrößert. Dazu heißt es in einem Zitat bei SIEVEKING:
"Am 28. Juni 1740 wird resolviret, das große Krankenhaus nach hinten zu verlängern, auch das eine gute durable Versetzung von Felsen an den Graben sollte gemacht werden, da der Gibel auf zu stehen komme."
Der Anbau bildete eine "völlige Ausbauung eines gantz neuen Krankenhauses von zwey Stockwerken hoch …" und erforderte offenbar auf dem feuchten Untergrund am "Graben" eine solide Gründung. Dieser Graben umgab die gesamte Anlage, wie eine Abbildung aus dem Jahre 1769 zeigt. Er dürfte einer der Entwässerungsgräben oder (begradigten) Bachläufe gewesen sein, die das Vorland der Stadt noch bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts in großer Zahl durchzogen. Sie dienten zugleich zur Entsorgung von Abfällen und als Wasserreserve, um die "Sprützen" zum Löschen von Brande betreiben zu können. Die Trinkwasserversorgung erfolgte zunächst durch mehrere Brunnen – sog. "Sohde" oder "Soodte" – auf dem Gelände. Der Anschluss an eine der Brunnengesellschaften scheiterte bis zur Mitte des 18. Jahrhunderts am Widerstand von Gewerbetreibenden in der Neustadt und erfolgte erst 1748, wie NEDDERMEYER beschreibt.
Der sehr feuchte, teilweise moorige Untergrund bereitete der Verwaltung des Pesthofs während seines gesamten Bestehens Schwierigkeiten, da er die Nutzung des Gartenlandes beeinträchtigte. Seine geringe Tragfähigkeit ist im Gebiet zwischen Schmuckstraße, Wohlwill- und Annenstraße bis heute an manchen Stellen erkennbar, denn dort sind einige der großen gründerzeitlichen Zinshäuser inzwischen in erhebliche "Schieflage" geraten.
BOEDECKER bezieht sich dabei u.a. auf W. L. Meeder, "Geschichte von Hamburg, vom Entstehen der Stadt bis auf die neueste Zeit." Theil 1, 2 (Hamburg, 1838/39), A. Wohlwill, "Hamburg während der Pestjahre 1712-1714" (In: "Jahrbuch der Hamburgischen wissenschaftlichen Anstalten." Hamburg, 1893) und A. Kreßin, "Die Entstehung der Hamburger Krankenanstalten" (Hamburg, 1959; mit ausführlichen Literaturangaben).
H. HIPP gibt in seinem "Kunst-Reiseführer Hamburg" nur folgenden knappen Hinweis: "Das [ehem. Israelitische] Krankenhaus steht der Lage nach in der Tradition des 1606 ebenfalls weit draußen vor der Stadt eingerichteten Pesthofes und späteren Krankenhofes – des ersten städtischen, nicht als kirchliche Stiftung entstandenen Krankenhauses in Hamburg. Er wurde 1814 abgerissen." (Hipp, Hermann: Freie und Hansestadt Hamburg. DuMont Kunst-Reiseführer. Köln, 3. Aufl./1996: S. 253.)
Ein Hinweis auf den teilweisen Wiederaufbau fehlt ebenso wie auf möglicherweise noch erhaltene bauliche Relikte in einigen Kellern der Häuser an der Straßenecke der Annen- und der Clemens-Schultz-Straße. Hier sind bis heute unter der "Zoë-Bar" einige Kellerräume mit Gewölbedecken erhalten, die der lokalen Legende nach ehemals zum Pesthof gehörten.

 

Petersenstraße
In dem Werk von NEDDERMEYER, "Topographie der Freien und Hanse-Stadt Hamburg" (1832) heißt es in dem Kapitel "Die Gassen der Vorstadt Hamburgerberg." zur Großen und zur Kleinen Petersenstraße:
" P e t e r s e n s t r a ß e , große.
No. 16 bis 29. 18 Häuser, 43 Wohnungen. – A.D. [= Armen-Distrikt] 2."
" P e t e r s e n s t r a ß e , kleine.
No. 30 bis 37. 13 Häuser, 24 Wohnungen. – A.D. [= Armen-Distrikt] 2.
Beide Gassen entstanden seit 1829."

Ein Teil der Großen Petersenstraße wurde 1866 in Lincolnstraße umbenannt. Ein weiterer Abschnitt wurde laut Amtsblatt der Freien und Hansestadt Hamburg vom 1. Oktober 1899 ebenfalls zur Lincolnstraße hinzu gezogen. Das verbliebene Stück erhielt den neuen Namen Am Nobisteich.
Die Kleine Petersenstraße wurde laut Hamburgischem Amtsblatt vom 1. Oktober 1899 zur Hörmannstraße hinzu gezogen.

siehe auch: Lincolnstraße

 

Pfeiffers Gang, Pfeiffers Twiete
Nach dem 2. Weltkrieg verschwundene Querstraße zwischen Großer und Kleiner Freiheit (ursprünglich in Altona), im Verlauf der heutige Simon-von-Utrecht-Straße. Nach Norden zweigte von diesem Gang parallel zur Kleinen Freiheit "Pfeiffers Twiete" als Sackgasse ab. Beide Gänge werden bereits 1802 im "Königlich allergnädigst privilegirtes Altonaisches Addresbuch für das Jahr 1802, Straßenverzeichnis: Zweyter Abschnitt. Verzeichniß der Straßen, Hauptgänge, Nebengänge und Höfe“ (Alphabetteil: Hauptgänge, Seite 142) erwähnt.
Letzte Spuren finden sich noch auf dem Schulgelände der Pestalozzi-Grundschule an der Kleinen Freiheit, wo sich einige der alten Bäume, die entlang dieses Weges gestanden haben, erhalten haben sollen. Die Schule selbst zählt zu den wichtigen Bauten der Reformarchitektur der 1920er-Jahre und wurde nach Plänen des Altonaer Stadtbaurates Gustav Oelsner in den Jahren 1927/28 errichtet (zerstört: 1943; wiederaufgebaut: 1951). Das Ensemble umfasst daneben benachbarte Wohngebäude aus den Jahren 1929/ 30, eine Pergola an der Straße Kleine Freiheit und gründerzeitliche Bauten aus der Zeit vor Errichtung der Schule auf dem Schulgelände und an der Großen Freiheit.
Oelsners in den 20er-Jahren formuliertes Sanierungskonzept für die – von engen, gewundenen Straßen mit schmalen, zwei- bis dreigeschossigen Häusern dominierte – Altstadt von Altona sah überwiegend keine radikalen Flächenabrisse vor, wie sie in Hamburg seit Beginn des 20. Jahrhunderts die Sanierungen in Alt- und Neustadt beherrschten, sondern nur partielle Korrekturen durch Beseitigung übermäßiger Verdichtung von Hinterhofbereichen. Nachvollziehbar sind diese behutsamen Eingriffe in die traditionelle Stadtgestalt heute nur noch am Schulhof der Pestalozzi-Schule, der einen Freiraum inmitten der dichten gründerzeitlichen Bebauung schuf. Auch das Schulgebäude hob sich in seiner klaren kubischen Form und dem dominierenden Backsteinmaterial bewußt von der kleinteiligen Struktur der Putzfassaden der Nachbarbebauung ab. Diese Wirkung wurde jedoch durch die Zerstörung des 2. Weltkriegs und den folgenden Wiederaufbau der westlichen anschließenden Gebiete stark beeinträchtigt, da hier überwiegend Zeilenbauten und Hochhäuser errichtet wurden, die hinter die alten Blockränder zurücktraten.

 

Pferdeborn, bei dem
In dem Werk von NEDDERMEYER, "Topographie der Freien und Hanse-Stadt Hamburg" (1832) heißt es in dem Kapitel "Die Gassen der Vorstadt Hamburgerberg." zu dieser Straße:
"No. 30 bis 32. 2 Häuser, 12 Wohnungen. – A.D. [= Armen-Distrikt] 1."
Mitte des 19. Jahrhunderts wird eine Örtlichkeit mit der Bezeichnung "Beim Pferdeborn" auch in der Liste der "1ten Compagnie" des Hamburger Bürgermilitärs in St. Pauli geführt. Dieser Bereich umfasste – ebenso wie der 1. Armendistrikt – den südwestlichen Teil der Vorstadt, so dass dieser Ort wohl in der Nähe der St. Pauli-Kirche lag. Er diente wohl ursprünglich, wie der Name belegt, für ankommende oder abreisende Berittene als Pferdetränke an der westlichen Grenze der Vorstadt.
Eine weitere Belegenheit gleichen Namens befand sich im Norden der Vorstadt unmittelbar an der Grenze zu Eimsbüttel und in der Nähe des Schlachthofes, der selbstverständlich auch Pferde "verarbeitete".

 

[Neuer] Pferdemarkt
EStH: siehe Neuer Pferdemarkt.

 

siehe auch: Neuer Pferdemarkt

 

Pinnasberg
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BECKERSHAUS: (Altona-Altstadt), im 18. Jahrhundert, nach dem Namen eines hier gelegenen Wirtshauses. Pinnas ist die niederdeutsche Bezeichnung für die Schiffsgattung Pinasse.
EStH: Ben.[annt] im Volksmunde im 18. Jahrhundert im Anschluß an den Namen des hier belegenen Wirtshauses Der neue Pinnas, der von der niederdeutschen Bezeichnung für die Schiffsgattung Pinasse entlehnt war.
HANKE: (18. Jhdt.). Ein gelbes Haus, das es allerdings nur im Roman und im Film gibt, machte den Pinnasberg weit über Hamburg hinaus bekannt. Ein hier gelegenes Wirtshaus, das wirklich existierte, gab der Straße ihren Namen. Es hieß "Der neue Pinnas" im Gegensatz zum "Alten Pinnas" an der benachbarten Langen Straße und führte ein Schiff im Schild. "Pinnas" kommt von Pinasse. So wird ein Beiboot aus Fichtenholz genannt. Das Wort stammt vom lateinischen "pinus" für Fichte (gehört heute zu Altona).
PABEL: Bei Neddermeyer unter "Erste Einfahrt" (vom Hamburger Berg nach Altona) geführt. Die Gasse an der Altonaer Grenze – eine nahe Pforte hieß einmal Pinnasthor – leitet ihren Namen ab von einem dort früher befindlichen Wirtshaus oder eigentlich einer Matrosenkneipe namens "Der neue Pinnas". Das Wirtshausschild zeigte eine Pinasse, ein leichtes Boot mit Segeln, das meist aus Fichtenholz (lat. "pinus" = Fichte) gebaut war. Die nach Altona abfallende Gasse wurde schon 1612 im Stadterbebuch erwähnt.
Die Bezeichnung "Pinnas Thor" als Straße zur "1[t]e[n] E[infahrt]" nach Altona findet sich auch auf einem Plan Altonas aus dem Jahre 1802. Weitere Durchlässe zwischen der "Vorstadt Hamburger Berg" bzw. St. Pauli und der – dänischen bzw. preußischen – Nachbarstadt Altona waren das Juden- oder Schlachterbudentor, Trommel-, Nobis- und Hummeltor sowie ein unbenanntes Tor an der Großen Gärtnerstraße (heute Thadenstraße). Es handelte sich nicht – wie bei den Hamburger Stadttoren – um massive Sperren, sondern i.a. um Pforten oder Schlagbäume, die zu fast jeder Zeit passiert werden konnten. Zudem gab es im Verlauf der Stadtgrenze eine Reihe weiterer Verbindungen ohne Tore oder Kontrollen, so dass St. Pauli mit der Nachbarstadt räumlich enger verbunden war als mit der Hamburger Kernstadt.
NEDDERMEYER erwähnt in seiner "Topographie", dass einige der Häuser an dieser Straße "früher zum Johanniskloster-Gebiet" gehörten bzw. nach wie vor "Eigenthum der Kirche" sind. Es handelte sich dabei wohl um Relikte der Besitzungen des ehem. Zisterzienserinnen-Klosters an der Mündung des Pepermölenbeks in die Elbe. Dort hatte – ungefähr im Bereich des Fischmarktes – auch nach dem Wegzug des Klosters nach Harvestehude (1295) – noch für lange Zeit ein klösterlicher Wirtschaftshof gelegen. (Siehe: Neddermeyer, F.H.: "Topographie der Freien und Hanse-Stadt Hamburg." Hamburg, 1832: S. 22.)
Im Kapitel "Die Gassen der Vorstadt Hamburgerberg." heißt es auf S. 341 hingegen nur knapp:
" P i n n a s b e r g , siehe 1ste Einfahrt."
Bei dem von HANKE erwähnten Roman handelt es sich um " Das gelbe Haus am Pinnasberg oder Die 36 Eros-Brüder von St. Pauli" (Beigefügtes Werk: Das verliebte Lenchen. 2 Romane.) von Bengta BISCHOFF (mit Illustrationen von Hellmuth Costard), der 1970 im Konkret-Verlag, Hamburg, erschien. Im selben Jahr kam eine Verfilmung in die deutschen Kinos (Regie: Alfred Vohrer). In den folgenden Jahren wurde der Roman mehrfach neu aufgelegt und ins Niederländische übersetzt.
In seriöser Weise beschäftigten sich in den 1980er Jahren die Soziologen und Stadtplaner Josef Bura, U. Thormann und B. Voegt mit der von einem rapiden baulichen Wandel betroffenen Straße. Sie veröffentlichten ihre Ergebnisse 1987 in einer Dokumentation unter dem Titel "Steine des Anstoßes – Der Pinnasberg" (Hamburg: Stattbau).
Einen Blick auf das Leben am Hafenrand aus Sicht der BewohnerInnen und die Veränderungen durch die fortschreitende "Waterfront Revitalization" liefert die Broschüre "Einschnitt, St. Pauli: Hafenstraße, Pinnasberg, Nachbarn, Kinder, St. Pauli Süd", die 1993 vom "Hafenrandverein für Selbstbestimmtes Leben und Wohnen in St. Pauli e.V." herausgegeben wurde. Sie erschien, nachdem mehrere jahrelang leerstehende Häuser am Pinnasberg im Sommer 1992 gegen heftigen Widerstand vieler AnwohnerInnen und lokaler Initiativen abgebrochen worden waren. Anschließend wurden von der städtischen Wohnungsbaugesellschaft SAGA an ihrer Stelle neue Wohnhäuser errichtet.
Inzwischen sind mit dem Bürohaus "Dock 47" (Pinnasberg 47; Entwurf: Spengler / Wiescholek Architekten; Fertigstellung: 2004) am westlichen Ende des Pinnasbergs und dem in Passivhaus-Bauweise errichteten genossenschaftlichen Wohnprojekt "ParkHaus" (Pinnasberg 27; Entwurf: Joachim Reinig/ plan R ; Fertigstellung: 2002) neben dem Antonipark weitere Neubauten errichtet worden.

siehe auch: Einfahrt[en], 1ste bis 6te

 

Planten un Blomen
Diese Parkanlage bildet zusammen mit dem Alten Botanischen Garten und den Wallanlagen die größte innerstädtische Parkanlage Hamburgs. Die enzelnen Teile dieser Parklandschaft haben eine wechselvolle Geschichte, die jedoch durchweg mit den barocken Wällen beginnt, die unter Leitung des niederländischen Festungsingenieurs Johan van Valckenborgh von 1616 bis 1625 errichtet wurden.
Diese Wallanlagen blieben bis zum Ende des 18. Jahrhunderts in Funktion, obwohl ihr Nutzen wegen einer sich schnell weiterentwickelnden Waffentechnik ständig abnahm. Um 1800 sollten sie schließlich zu einer städtischen Parkanlage umgewandelt werden. Diese Entwicklung wurde jedoch durch die napoleonische Besatzung Hamburg (1806-14) unterbrochen, denn wegen der ab 1813 zunehmenden feindlichen Bedrohung wurden alle Stadtbefestigungen wieder hergerichtet und ausgebaut, darunter auch die Wallanlagen und verschiedene Vorbastionen. Erst nach dem endgültigen Abzug der französischen Besatzung erfuhren die Wallanlagen in der anschließenden Wiederaufbauepoche seit den 1820er Jahre verschiedene neue Nutzungen, darunter die Anlage des Alten Botanischen Gartens in der Nähe des Dammtores. Im Laufe der folgenden Jahrzehnte wurden sie ausgebaut, mit Betriebs- und Ausstellungsgebäuden versehen und – nach der Aufhebung der "Kirchhöfe vor dem "Dammthore" – durch einen städtischen Tierpark ergänzt. Dieser war jedoch nicht dauerhaft aus städtischen Mitteln zu unterhalten, so dass 1930 die Umgestaltung des Zoologischen Gartens in einen Volks-, Vogel- und Vergnügungspark begann.
In den Jahren 1934-35 wurde die Parkanlage unter Leitung des Gartenarchitekten Karl Plomin für die "Große Niederdeutsche Gartenschau" völlig neu gestaltet und der Park erhielt den Namen "Planten un Blomen" (niederdeutsch für "Pflanzen und Blumen"). Der "Hamburg Führer" des Jahres 1936 enthält in seiner "4. völlig neubearb. Auflage" eigens einen Abschnitt unter der Überschrift: "Niederdeutsche Gartenschau im Zoo". Dort heißt es:
"Im Herzen der Stadt, nahe dem Dammtorbahnhof, auf dem Gelände des ehemaligen Zoologischen Gartens und der ehemaligen Dammtorfriedhöfe, befindet sich die im Juni 1935 eröffnete Niederdeutsche Gartenschau (Eintritt 0,50 RM, ab 19 Uhr 0,30 RM), die auch für die Zukunft als öffentlicher Park erhalten bleiben wird. Die Gartenschau, betitelt 'Planten un Blomen', bringt jedem Stadtbewohner, der Garten und Pflanzenwelt liebt, in vollkommen neuartiger und großzügiger Weise die Pflanze im Einzelnen und in größeren Zusammenhängen nahe. Den Mittelpunkt des Parkes bildet eine Wasseranlage mit Kaskaden und Uferbepflanzung. Beispiele für verschiedenartige Einzelgärten und Kulturmethoden sind gegeben. Aus der reichhaltigen Darstellung seien erwähnt: Kakteen-, Sommerblumen-, Nelken-, Stauden- und Rosenschauen. Zum Verweilen laden ferner eine große und zwei kleinere Gaststätten ein, worunter das Orchideencafé mit dem Victoria-regia-Becken das besondere Interesse der Liebhaber finden wird. Ein Kinderspielplatz mit Tiergehege vervollständigt diesen neuen Park der Stadt." (a.a.O., S. 80/ 81)
Auch nach dem 2. Weltkrieg veränderten die drei sich anschließenden Internationalen Gartenausstellungen (IGA) der Jahre 1953, 1963 und 1973 das Erscheinungsbild der Anlage erheblich, so dass von der ursprünglichen Gestalt nur noch wenig Relikte erkennbar sind. Hierzu zählt z.B. die von Westen nach Osten verlaufende breite "Wassertreppe".
Zu den gestalterischen Elementen der Umgestaltungen nach dem Zweiten Weltkrieg zählen neben den Wasserläufen auch die Modellierung der ehemaligen Hänge des Wallgrabens zu Terrassen und die Errichtung der Tropenschauhäuser, mit denen die Tradition der Ausstellung tropischer Pflanzen – darunter zahlreicher Kakteen – in den früheren Tiergartengebäuden fortgesetzt wurde.
Im "Architekturführer Hamburg" (1995) von R. LANGE finden sich dazu die folgenden Informationen:
"Pflanzenschauhäuser und Mittelmeerterrassen, Alter Botanischer Garten, Neustadt. Architekten: Bernhard Hermkes und Gerhart Becker. 1962/63. – Die prismatische Form der Gewächshäuser ist aus dem Parallelogramm entwickelt. Das Tragwerk wurde außenliegend angeordnet, um Korrosionsschäden an der punktförmigen Befestigung der Glasflächen zu vermeiden, die aufgrund des z.T. feuchtschwülen Klimas im Innern zu erwarten gewesen wären. Kakteenhaus, Cycadeenhaus, Subtropenhaus und Tropenhaus sind gegeneinander abgeschlossen und haben eigene Klimata. Der Hang zum Wallgraben wurde mit den 'Mittelmeerterrassen' modelliert, so benannt nach den hier ursprünglich ausgesetzten Gewächsen, wobei der Belag und die Stützmauer aus Schiefer der Wärmespeicherung dienen. Heute ist die empfindliche mediterrane Flora jedoch weitgehend durch pflegeleichtere Arten ersetzt." (siehe: Lange, 1995: S. 68/69, "A157")
Die Entfernung der meisten älteren, teilweise kriegsbeschädigten Gebäude mit Ausnahme des ehemaligen Botanischen Instituts der Universität – heute Hauptgebäude der Bucerius Law School, einer juristischen Privathochschule – erfolgte vor der Errichtung des Congress Centrums Hamburg (CCH) und des benachbarten Hotelhochhauses im nördlichen Bereich des Alten Botanischen Gartens. Zu CCH und Hotel findet man im "Architekturführer Hamburg" (1995) von R. LANGE die folgenden Informationen:
"Congress Centrum Hamburg (CCH) und Radisson SAS Hotel, Marseiller Straße, St. Pauli. Architekten: Schramm & Elingius mit Ernst May (Wettbewerb), Schramm & Pempelfort (Realisierung). 1963 W[ettbewerb], Planungsbeginn 1968, 1970-73. – Eine extrem kurze Bauzeit nach einer langen Diskussionsphase über Standort und Gesamtkonzept – zeitweilig stand auch das gründerzeitliche Viertel zwischen Karolinenstraße und Schlachthof für ein kombiniertes Sport- und Kongreßzentrum zur Disposition – kennzeichnet die Planungsgeschichte dieses Bauwerks. Das Hamburger CCH ist keine introvertierte 'Kongressmaschine' wie etwa die Berliner Konkurrenz. Ein flacher 'Breitfuß' verklammert den Kongressbereich und das 105 m hohe Bettenhochhaus des Hotels, das betont punktförmig gestaltet wurde, um die Parkanlagen möglichst wenig anzutasten. Auch ein Teil der Kongreßräume verschwindet deswegen unter einer Erdaufschüttung. Galerien und großzügige Glasflächen öffnen die Foyers nach außen. Dem 'Zeitgeist' geschuldet – wenn auch nicht ohne Reiz – sind das grobkantige Profil der Fassaden und der signifikante Umriß des Hotelgebäudes." (siehe: Lange, 1995: S. 68, "A156")
Einige Jahre nach Erscheinen dieser Beschreibung rückte das Ziel des sparsamen Flächenverbrauchs bei Bauten im größten innerstädtischen Park Hamburgs wieder in den Hintergrund. In der Standortkonkurrenz mit anderen Kongresszentren – u.a. dem Berliner Congress Centrum (BCC) – setzte die Hamburg Messe und Congressgesellschaft (HMC) die Erweiterung des CCH um einen riesigen Saalanbau mit fast 10.000 m² Grundfläche zu Lasten des Parks durch. Auch wenn der erst Mitte der 1990er Jahre neu angelegte Rosengarten vor der erneuten Verlagerung gerettet werden konnte, bedeutete dieser "Flächenfraß" sowohl die Fällung von mehr als 300 Bäumen als auch die Missachtung vorher getroffener Vereinbarungen: Weder wurde die Nutzung der gerade neu errichteten Messehallen als Standort für kongressbegleitende und andere Großveranstaltungen ernsthaft geprüft noch wurde die Zusage eingehalten, das vernichtete Grün durch eine gleichwertige Begrünung des Daches der neuen Veranstaltungshalle zu ersetzen. Stattdessen wurden zwischen den hoch aufragenden, von oben die Hallendecke tragenden Bögen lediglich großflächige Kiesplätze und -wege, die von niedrigen Staudenpflanzungen unterbrochen werden, angelegt.
In der Broschüre "Hamburgs Grün" wird dieser Teil der Parkanlagen trotzdem folgendermaßen beschrieben:
"Hier [im Alten Botanischen Garten] führt ein Wasserlauf mit Wasserfall, entworfen vom bekannten Hamburger Landschaftsarchitekten Karl Plomin für die Internationale Gartenbauausstellung (IGA) 1963, in den einzigen Teil des Parks, in dem der historische Wassergraben der ehemaligen Befestigungsanlage noch richtig erlebbar ist. Hält man sich auf dem erhöhten Weg, wird der Höhenunterschied zwischen Wall und Graben deutlich. Der Weg über die Johan-van-Valckenburgh-Brücke (benannt nach dem Erbauer der historischen Befestigung Hamburgs) führt in den ausgedehnten Park und bietet einen schönen Blick auf die sonnigen Mittelmeerterrassen und die Tropenschauhäuser, die ebenfalls für die IGA 1963 angelegt wurden. Ihrer gelungenen Konstruktionen wegen stehen sie unter Denkmalschutz … Nach Nordosten schließt sich der Japanische Landschaftsgarten aus dem Jahr 1988 an. …" (siehe: Hamburgs Grün, 2007: S. 16-17)
Ein weiteres japanisches Element ist der Japanische Garten mit Teehaus, Wasserlauf, Sonnenuhr und kunstvollen Steinsetzungen, der 1990 – ebenso wie zuvor der Landschaftsgarten – nach Plänen des japanischen Architekten Yoshikumi Araki angelegt wurde. Im Westen und Nordwesten der Anlage befinden sich der Rosengarten (neu angelegt ab 1993) und der wissenschaftliche Apothekergarten mit zahlreichen Heilkräutern. Sie werden im Süden von den Wasserarkaden begrenzt, die zu den wenigen noch erhaltenen Gestaltungselementen der Gartenschau "Planten un Blomen" von 1935 zählen. Sie nutzen den Höhenunterschied zwischen dem ehemaligen Geesthöhenzug vor den Wällen "auf St. Pauli" und dem Parksee mit der 1973 installierten Wasserlichtorgel.
Östlich des Japanischen Gartens verläuft der Messegang, zu dem man im „Architekturführer Hamburg“ (1995) von R. LANGE die folgende Beschreibung findet:
"Messegang, Planten un Blomen, St. Pauli. Architekten: Planungsgruppe me.di.um Jentz, Popp, Störmer, Wiesner; Mitarbeiterin: Barbara Jentz-Koska. 1987 W[ettbewerb], 1989/90. – Wie ein Lindwurm schlängelt sich das 400 m lange, filigrane Bauwerk aus Stahl, Glas und Holz zwischen dem Parkeingang Jungiusstraße und dem Congress-Centrum. Es soll vorrangig Messebesuchern einen Regenschutz auf dem Weg zu den Kongreßsälen und den ihnen angegliederten Gastronomiebetrieben bieten, bildet dabei aber auch einen signifikanten Abschluß der Parkanlage, die zur gleichen zeit neu gestaltet wurde, nachdem die Internationalen Gartenbauausstellungen 1963 und 1973 aus der einstmals populären Blumenschau 'Planten un Blomen' – Spottname im Volksmund 'Platten und Beton' – eine Beton- und Asphaltwüste gemacht hatten." (siehe: Lange, 1995: S. 68, "A155")
Einen guten Überblick über weitere Entwicklungsschritte der Parkanlagen gibt die Internetseite http://www.plantenunblomen.hamburg.de/, die auch die Grundlage für die folgende Zusammenfassung bildet:
Nach der letzten Internationalen Gartenbauausstellung (IGA '73) erhielt das gesamte Gelände, das aus mehreren unterschiedlich gestalteten Teilbereichen besteht, den Namen "Wallringpark". Es wird seither von der Gartenbauabteilung des Bezirksamts Hamburg-Mitte verwaltet und unterhalten.
Da der Name sich im alltäglichen Sprachgebrauch in Hamburg nicht durchsetzte, tragen seit 1986 auch die Wallanlagen und der Alte Botanische Garten offiziell den Namen "Planten un Blomen". Im Zuge eines langfristig angelegten Rahmenplans für die Gestaltung der gesamten Grünanlage entwickelte sich der Park in mehreren Schritten zügig weiter:
* 1986 wurden die Uferzonen rund um den Parksee renaturiert und der Rückbau vieler Asphaltflächen begann.
* Von 1988 bis 1990 wurden der Japanische Landschaftsgarten und der große Japanische Garten errichtet und das Teehaus konnte in Betrieb genommen werden.
* Ab 1991 wurde der große und weit über die benachbarten Quartiere hinaus sehr beliebte Spielplatz an der St. Petersburger Straße umgestaltet. Gleichzeitig wurde der 1963 gebaute Apothekergarten von seinem früheren Standort an die Tiergartenstraße verlegt.
* 1994 folgte in unmittelbarer Nähe der Rosengarten, der in jüngster Zeit durch die Erweiterungspläne des Congress Centrums Hamburg (CCH) akut gefährdet war.
* Von 1995 bis 1997 wurden der Quellgrund restauriert und der Eingangsbereich am Millerntor umgestaltet.
* Die ebenfalls 1995 begonnene Umgestaltung der Großen Wallanlagen konnte im Jahr 2000 weitgehend abgeschlossen werden.
* Derzeit (2006) wird an den Planungen für die Umgestaltung der Kleinen Wallanlagen gearbeitet.
Der Park, die Tropenhäuser des Alten Botanischen Gartens sowie die benachbarten Mittelmeerterrassen und der Musikpavillon stehen allen Gästen ohne Eintritt zur Verfügung.

siehe auch: Wallanlagen, Große und Kleine

 

-Platz
Der Begriff "Platz" bezeichnet in der eng bebauten Stadt des 18. und 19. Jahrhunderts meist nicht öffentliche Plätze, sondern Hinterhofwohnanlagen, die zunächst – z.B. in der Neustadt – häufig aus Budenreihen bestanden, sich im Verlauf des 19. Jahrhunderts in den gründerzeitlichen Stadterweiterungsgebieten dann zu Terrassen und Passagen weiter entwickelten. Er diente meist euphemistisch dazu, den Begriff Hinterhaus oder -hof zu vermeiden.

siehe auch: Conle-Terrasse

 

Platz der Genossenschaft
Diese "nicht-amtliche" Bezeichnung und eine entsprechende „inoffizielle“ Beschilderung erhielt der Platz an der Einmündung der Grabenstraße in die Marktstraße bei einem Stadtteilfest des Karolinenviertels am 16. Juni 2012. Er war aus einer Befragung des örtlichen Sanierungsbeirats als Sieger hervorgegangen und verweist auf die MieterInnengenossenschaft Karolinenviertel (in Gründung), die eine Selbstverwaltung der seit den 1990er Jahren im Karolinenviertel sanierten Wohnungen anstrebt. Die Genossenschaft wurde im Herbst 2011 gegründet und führte mit Vertretern des Hamburger Senats mehrere Gespräche über einen Erwerb der Wohnungen und Gewerbeflächen, bis zum Sommer 2012 jedoch ohne Erfolg. Der Senat beabsichtigt statt dessen - laut wiederholter öffentlicher Verlautbarungen - die Immobilien an die städtische Wohnungsgesellschaft SAGA-GWG zu übergeben, obwohl es sich dabei um ein In-Sich-Geschäft handelt, bei dem der Kaufpreis lediglich innerhalb des städtischen Gesamtvermögens umgebucht wird.
Link zur MieterInnengenossenschaft Karolinenviertel: http://www.karogenossenschaft.de/ .

siehe auch: Marktstraße

 

"Platz des Himmlischen Friedens"
Nach den Ereignissen von 4.Juli 1989 auf dem gleichnamigen Platz in Beijing (VR China) bürgerte sich dieser inoffizielle Name für eine Baulücke an der Nordseite der Marktstraße im Karolinenviertel ein. Diese Baulücke entstand durch Bombenschäden im Zweiten Weltkrieg und wurde bis 1985 als Gewerbehof von einem Kohlenhändler genutzt, "der seine Briketts auch 'mal stückweise verkaufte, wenn seine Kunden nur ein paar Mark übrig hatten" wie alteingesessene QuartiersbewohnerInnen sich erinnern. Dieser Kohlenhändler, der den überwiegend proletarischen Stadtteil jahrzehntelang mit Heizmaterial versorgt hatte, wurde 1985 vom städtischen Immobilienunternehmen SAGA "entmietet" und sein eingeschossiges Betriebsgebäude anschließend abgerissen.
Der danach brachliegende und anfangs hermetisch abgeriegelte Platz wurde im Sommer 1989 von AnwohnerInnen "besetzt" und zu einer – damals im Karolinenviertel noch sehr raren – Grünfläche umgestaltet; wie berichtet wird: auch mit "unfreiwilliger Unterstützung" des örtlichen Groß-Discounters am Neuen Kamp, der mit – ungefragt gespendeten – Pflanzen zur Begrünung beitrug.
Die Pflege des Platzes, der auch häufig zu Grillfesten genutzt wurde, ließ jedoch im Laufe des Jahres immer mehr zu wünschen übrig und zudem bemühte sich seit Mitte der 1990er Jahre eine Baugemeinschaft mit dem Namen "Markthof" um die Schließung der Baulücke. Nach mehreren Anläufen gelang es der Gruppe 2002/03 ein ansprechendes, zeitgemäßes Wohnhaus zu errichten, das sich im Eigentum der Genossenschaft "Markthof eG" befindet und u.a. mehrere barrierefreie Wohnungen für Rolli-FahrerInnen, aber auch Gewerberäume, die im Erdgeschoss und Souterrain die traditionelle gründerzeitliche Struktur der benachbarten Häuser aufgreifen, umfasst.
Der Verlust der Grün- und Freifläche lässt sich inzwischen – wegen der im Zuge der Sanierung an verschiedenen Stellen neu angelegten Grünflächen im Karolinenviertel (u.a. durch den direkt gegenüber liegenden Ölmühlenplatz) – "verschmerzen".

siehe auch: Marktstraße

 

Prahlenhof
Diese Bezeichnung wird bei J.L. von Heß als Standort einiger kleiner Häuser auf dem Hamburger Berg erwähnt (Heß, 1789: II, 25-27).
Bei NEDDERMEYER heißt es einige Jahrzehnte später unter "Einfahrt, 6te: Auch beim Prahlenhof genannt; wird 1689 [im Stadt-Erbebuch] erwähnt." (Neddermeyer, Topographie der Freien und Hanse Stadt Hamburg; S. 337)
Im Kapitel "Die Gassen der Vorstadt Hamburgerberg." heißt es auf S. 341 hingegen nur knapp:
" P r a h l e n h o f , siehe 6te Einfahrt."
Die Karte "Grundriss der Vorstadt von Hamburg S[ank]t Pauli; herausgegeben von P. G. Heinrich." Gezeichnet v. A.[nton] A.[ugust] M.[artin] Nagel. In Stein gestochen v. Th.[eodor] Boehden; verlegt von Otto Speckter, Hamburg, 1836 (Lithographie; Maßstab: [Ca. 1:5.800]; Größe: 37 x 44 cm) zeigt einen Weg dieses Namens und ein anschließendes Flurstück südlich des [Neuen} Pferdemarkts. Er geht in einem weitere Belegenheit mit der Bezeichnung „am Heiligen Geist Felde“ über.

siehe auch: Einfahrt[en], 1ste bis 6te

 

Anmerkungen

[1] siehe: Horst Beckershaus, Die Hamburger Straßennamen. Woher sie kommen und was sie bedeuten. (Hamburg: Kabel-Verlag / Hamburger Abendblatt, 1997)

[2] siehe: Christian Hanke, Hamburgs Straßennamen erzählen Geschichte. (Hamburg: Medien-Verlag Schubert, 1997)

[3] siehe: [Joachim, E.:] Erklärung der Straßennamen der Stadt Hamburg. Sonderdruck aus dem 5. Sonderheft der Statistischen Mitteilungen über den hamburgischen Staat: Die Gemeinden und Straßen des hamburgischen Staatsgebietes nach dem Stande von Anfang Oktober 1925. Hamburg, 1925 (Druck von Lütcke & Wullff).
(Erstmalig: "Erklärung der Straßennamen der Stadt Hamburg." = Statistische Mitteilungen über den Hamburgischen Staat. Teil II, S. 51-84. Hamburg, 1925.)

[4] siehe: Reinhold Pabel, Alte Hamburger Straßennamen. (Bremen: Edition Temmen, 2001)

 

Weitere Literatur

Lutz Achilles; Niels Focken; Martin Heimann et al.: "Öffentlicher Nahverkehr im Stadtteil St. Pauli einst und jetzt." (Hamburg, 1995)

Georg Nikolaus Bärmann: "Hamburgische Denkwürdigkeiten. Ein topographisch-politisch-historisches Handbuch für Einheimische und Fremde." (Hamburg, 1. Aufl./1794; 2., völlig neu bearb. Aufl. in 2 Teilen, 1817/20)

Rita Bake: "Wer steckt dahinter? Nach Frauen benannte Straßen, Plätze und Brücken in Hamburg." Hrsg. von der Landeszentrale für politische Bildung (Hamburg, 3. Aufl./2003, 4. akt. u. erw. Aufl./2005)

Maria Dorothea Beck: "Vom Schulterblatt zum Pilatuspool. Zur Deutung und Bedeutung Hamburger Straßennamen." In: Neues Hamburg, VIII (1953), S. 72-74; 109-112.

Otto Behrend: "Einiges über Hamburgs alte Straßennamen." In: Niedersachsen, 7 (1901-02), S. 204-205.

Eduard Beurmann: "Skizzen aus den Hanse-Städten" (Hanau, 1836)

B. Beyland: "Hamburgische Straßennamen der Alt- und Neustadt." (Hamburg, 1925)

Klaus Bocklitz: "Die letzten Erweiterungen der hamburgischen Befestigungsanlage, 1679 und 1682." In: Volker Schmidtchen (Hrsg.): Sicherheit und Bedrohung – Schutz und Enge. Gesellschaftliche Entwicklung von Festungsstädten: Beispiel Stade. (Beiträge zum 6. Internationalen Kolloquium zur Festungsforschung, Stade, 9.-11.Oktober 1987. Schriftenreihe Festungsforschung, Band 6.) Wesel, 1987.

C. Borchling: "Zur Schreibweise der hamburgischen Straßennamen." In: Quickborn, 20 (1926-27), S. 45-46.

Albert Borcherdt: "Das lustige alte Hamburg. Scherze, Sitten und Gebräuche unserer Väter", 2 Bände. (Hamburg, 4. Aufl./1891).

C. Boysen: "Hamburgs Schlachthof- und Viehmarktanlagen." Hrsg. im Auftrage der Schlachthof-Deputation von C. Boysen, Direktor (Hamburg, 1897).

F. G. Buek: "Hamburg und seine Umgebungen im 19. Jahrhundert. Eine Reihenfolge naturgetreuer, in Stahl gestochener Ansichten der Stadt und ihrer Umgegend." Text von F. G. Buek (Hamburg, 1844).

H. Busch: "Aus der Geschichte der ehemaligen Vorstädte und Vororte." In: Ed. Feldtmann, "Geschichte Hamburgs und Altonas" (Hamburg, 1902).

J.F. Danneill: "Wörterbuch der altmärkisch-plattdeutschen Mundart." (Salzwedel, 1859)

Paul Dittmer: "Plattdeutsche Straßennamen in Hamburg." In: Quickborn, 23 (1930), S. 107.

A. W. Dührsen: "Nobisthor und Nobiskrug." In: Hamburger Nachrichten. Belletristisch-Literarische Beilage, Nr. 49 (1907).

Jürgen Ellermeyer (Hrsg.): "Stadt und Hafen. Hamburger Beiträge zur Geschichte von Handel und Schiffahrt." Arbeitshefte zur Denkmalpflege in Hamburg; 8 (Hamburg, 1988)

R. Ehrenberg: "Altona unter Schauenburgischer Herrschaft." (Altona, 1891-93)

E. Finder: "Volkstümliche Straßenbenennungen im alten Hamburg" In: Mitteilungen des Vereins für Hamburgische Geschichte, Bd. XIV: S. 115-160.

Peter Freimark; Ina Lorenz; Günter Marwedel: "Judentore, Kuggel, Steuerkonten. Untersuchungen zur Geschichten der deutschen Juden, vornehmlich im Hamburger Raum." Hamburger Beiträge zur Geschichte der deutschen Juden, Bd. 9. (Hamburg, 1983)

H. Funke: "Geschichte des Mietshauses in Hamburg." (Hamburg, 1974)

Cipriano Francisco Gaedechens: "Historische Topographie der Freien und Hansestadt Hamburg und ihrer nächsten Umgebungen von der Entstehung bis auf die Gegenwart." (Hamburg, 1880)

Christian Ludwig von Griesheim: "Verbesserte und vermehrte Auflage des Tractats: die Stadt Hamburg nach ihrem politischen, oeconomischen und sittlichen Zustande: nebst Nachtraegen zu diesem Tractate; und Beytraegen zu der Abhandlung, Anmerkungen und Zugaben über den Tractat die Stadt Hamburg, welche selbigen ebenfalls verbessern und gewisser machen." Hrsg. von Christian Ludwig von Griesheim, ehemaligen Fürstl. Gothaischen Ober-Amts-Hauptmann Hof- und Consistorial-Rath. (Hamburg, 1760; nach einer ersten Ausgabe, 1759)

K. Grobecker: "Denkwürdigkeiten und Merkwürdigkeiten im alten Hamburg." (Hamburg, 1991)

Elke Groenewold; Gunhild Ohl: "Von der Wohnung zur Werft: Arbeiterwohnquartier St. Pauli." (Reihe: Historische Stadtrundgänge. Hamburg, 1992)

(H. I. Gude): "Nachricht von der Stadt Hamburg." (Halle, ca. 1690)

Georg Haccius: "Weihefahrt nach dem Hamburger-Berge/ Als auf Obrigkeitlichen Befehl und Ge=heiß die auf demselben New=erbauete Kirche/ als ein Filial des Kirspels [sic!] S. Michaelis, feyerlich eingewei=het/ mit einem eigenen Pastoren versehen/ und mit dem Merck=Namen S. PAULUS benen=net wurde/ so geschehen Anno Christi 1682/ am Tage BARTHOLOMEI, war der 24 Augusti, Donnerstags nach dem 10. TRINITATIS, sambt bey=gefügtem Grundlegungs-Sermon/ Welcher 21. Wochen vorher daselbst gehalten wurde/ zum stets=wehrenden Gedächtnis/ und auf Begehren der Einge=pfarrten zum Abdruck übergeben Von GEORG. HACCIO, L. Past. bey St. Mich. in Hamburg." Gedruckt und zu kaufen bey Arnold Lichtenstein/ Buchdruckern in der Neustadt/voran aufm Millern-Steinwege. (Hamburg, [1682])

A. Hachmann: "Hamburger Straßennamen." In: Hamburger Lehrer-Zeitung, Bd. 12: S. 55 ff.

"Hamburg – Von Altona bis Zollenspieker. Das HASPA-Handbuch für alle Stadtteile der Hansestadt." Herausgegeben anlässlich des 175jährigen Bestehens der Hamburger Sparkasse. (Hamburg, 2002)

"Hamburg: 20 thematische Spaziergänge." In Zusammenarbeit mit Stattreisen Hamburg. (Hamburg, 2009)

"Hamburgs Grün zwischen Tradition und Trends. Streifzüge durch Parks und Naturlandschaften." Hrsg. v.d. Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt der FHH, Amt für Natur & Stadtgrün (Hamburg, 2007).

"Hamburgs Straßenführer" – mit den neuen und alten Straßennamen, neuen Plänen, mit Verkehrsmitteln, Behörden, Postämtern, Polizei etc. (Hamburg, Januar 1939)

Jörg Haspel: "Hamburger Hinterhäuser: Terrassen - Passagen - Wohnhöfe." (Hamburg, 1987)

Jörg Haspel: "Arbeiterquartier Wohlwillstraße." (Hamburg, 1990)

J. Heckscher: "Das Panorama einer Reise von Hamburg nach Altona und zurück" von Peter Suhr in Hamburg, erklärt von J. Heckscher. (Berlin, 1909)

Dr. Heinsohn: "Neue Straßenverzeichnisse in Hamburg und Berlin: 1. Das neue Straßenverzeichnis der Hansestadt Hamburg." In: Hamburg in Zahlen. Hrsg. vom Statistischen Landesamt der Hansestadt Hamburg, Jahrg. 1948, Nr. 11 (23.09.1948): S. 3-5.

Jonas Ludwig von Heß: "Hamburg topographisch, historisch und politisch beschrieben", 3 Teile (1. Aufl.: Hamburg, 1787-92; 2. veränd. u. erg. Aufl.: Hamburg, 1810-11)

M. Petrus Hesselius: "Hertzfließende Betrachtungen / von dem Elbe-Strom / zur Dankbarkeit gegen Gott geschöpffet darneben allen Schiff-Leuten zu einer geistlichen Zeitvertreibung vermacht; auch Einem jeden Christen in diesem Angst-Meer zu Gute auffgesetzet von M. Petro Hesselio, Pastorn zum Pesthof." Erster Teil. Soli Deo Gloria. (Altona – gedruckt bey Victor de Lieu, in Verlegung des autoris, anno 1675.)

Hermann Hipp: Freie und Hansestadt Hamburg. DuMont Kunst-Reiseführer. (Köln, 3.Aufl./ 1996)

"Illustrirtes Hand- und Nachschlagebuch für Fremde. Mit Angabe empfehlenswerther Etablissements, Ansichten von Hamburg, Fahrplänen, Kalender, Fremdenführer und Sehenswürdigkeiten." (Hamburg, 1889)

E. Joachim: "Hamburgische Straßennamen." In: "Kulturgeschichtliche Studien und Skizzen. Festschrift zur 400-Jahrfeier der Gelehrtenschule des Johanneums." (Hamburg, 1929)

"Kiek mol." Stadtrundgänge, erarbeitet und aufgeschrieben von Hamburger Geschichtswerkstätten. Hrsg. v.d. Kulturbehörde der Freien und Hansestadt Hamburg. Referat Stadtteilkultur; verantwortl.: Wolfgang Stiller. (Hamburg, 1993)

"Kiek mol – neue und bewährte Stadtteilrundgänge," erarbeitet und aufgeschrieben von Hamburger Geschichtswerkstätten. Hrsg. v.d. Kulturbehörde der Freien und Hansestadt Hamburg. Red. / verantwortl.: Jens Michelsen. (Hamburg, 1998)

J. Klefeker (Hrsg.): "Sammlung Hamburgischer Gesetze und Verfassungen", 12 Bände u. Register-Band. (Hamburg, 1765-74)

Franklin Kopitzsch / Daniel Tilgner (Hrsg.): "Hamburg-Lexikon". (Hamburg, 1998)

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Ralf Lange: "Architekturführer Hamburg" (Stuttgart, 1995).

J. M. Lappenberg: "Programm zur 3. Secularfeier der bürgerschaftlichen Verfassung Hamburgs am 20.9.1828." (Hamburg, 1828)

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W. L. Meeder: "Geschichte von Hamburg, vom Entstehen der Stadt bis auf die neueste Zeit." Theil 1, 2. (Hamburg, 1838-39)

Wilhelm Melhop: "Historische Topographie der Freien und Hansestadt Hamburg von 1880-1895", im Anschluß an die Historische Topographie von C.F. Gaedechens, unter Benutzung älterer Quellen. (Hamburg, 1895)

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Dirk Meyhöfer: "Hamburg. Der Architekturführer." (Berlin, 2007)

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Margit Nehls: "Geschichtliches über Hamburgs Straßen bis zum Anfang des 20. Jahrhunderts." (= Hamburgensien, Bd. 25; 1988)

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A. Olshausen: "Die Straßenordnung vom 10. Juli 1902 - nebst den übrigen den öffentlichen Verkehr in Hamburg regelnden Vorschriften." (Hamburg, 1903)

Reinhold Pabel: "Hamburger Kulturkarussell zwischen Barock und Aufklärung." (Hamburg, 1996)

"The Picture of Hamburg, or the Englishman's Guide; to that free, imperial city; containing every information, interesting to strangers. To which are added ... tables of the money, weights, measures and exchange tables." (Hamburg/ London; [c.] 1805)

Volker Plagemann: "»Vaterstadt, Vaterland, schütz Dich Gott mit starker Hand.« Denkmäler in Hamburg." Hrsg. v.d. Kulturbehörde / Denkmalschutzamt. (Hamburg, 1986)

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Matthaei Schlüters ... "Historisch- und Rechts-begründeter Tractat Von denen Erben in Hamburg/ Derer Achterfolgunge und Loeskündigunge der darinn versicherten Gelder: Worinn gehandelt wird von denen Erben/ oder Unbeweglichen Gütern/ dero Zubehör/ Servituten/ Freyheit/ und Gerechtigkeiten; Insonderheit von der Brauerey-Gerechtigkeit/ und dem gantzen Brau-Wesen in Hamburg ... ; Allen Eigenern/ Advocaten/ Procuratoren ... ans Liecht gegeben." (Hamburg: Gedruckt bey Conrad Neumann/ Eines Edlen/ und Hochweisen Rahts Buchdrucker/ Anno 1698.)

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Helga Schmal / Tobias Selke: Bunker. Luftschutz und Luftschutzbauten in Hamburg. Unter Mitarb. von Henning Angerer. Kulturbehörde der FHH, Denkmalschutzamt; Themenreihe, Band 7. (Hamburg, 2001)

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Statistik des Hamburgischen Staats. Zusammengestellt vom statistischen Bureau der Deputation für directe Steuern. Heft I: Ergebnisse der Volkszählung vom 3ten December 1866. Stand der Bevölkerung. (Hamburg, 1867)

Statistik des Hamburgischen Staats. Zusammengestellt vom statistischen Bureau der Deputation für directe Steuern. Heft II: Ergebnisse der Volkszählung vom 3ten December 1867. Bevölkerung- und Wohnverhältnisse. (Mit beigehefteter Karte: »Plan von Hamburg«.) Statistik der Unterrichtsanstalten von 1869. (Hamburg, 1869)

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Statistisches Bureau der Steuer-Deputation: Die Stadt Hamburg, die Vororte, Gemeinden, Ortschaften und selbständig benannten Gebietstheile des Hamburgischen Staats. Topographisch und historisch dargestellt vom Statistischen Bureau der Steuer-Deputation. (Hamburg, 1875)

Statistisches Handbuch des Hamburgischen Staates: (1) Statistisches Handbuch für den Hamburgischen Staat; 1. Ausgabe. Hamburg: Meissner, 1874. (2) Statistisches Handbuch für den Hamburgischen Staat; 2. Ausgabe. Hamburg: Meissner, 1880. (3) Statistisches Handbuch für den Hamburgischen Staat; 3. Ausgabe. Hamburg: Meissner, 1885. (4) Statistisches Handbuch für den Hamburgischen Staat; 4. Ausgabe. Hrsg. Von dem Statistischen Bureau der Steuer-Deputation. Hamburg: Meissner, 1891.

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"Verzeichnis der erkannten Denkmäler nach §7a Hamburgisches Denkmalschutzgesetz vom 3. Dezember 1973 (HmbGVBl. S. 466), zuletzt geändert am 4. April 2006 (HmbGVBl. S. 143)", Stand: 25. Juni 2007. (Hamburg, 2007)

"Verzeichnis der im Gesamtgebiet der Hansestadt Hamburg vorhanden Straßen nach dem Stande vom 1. Juli 1938." (Nur für den innerdienstlichen Gebrauch des Statistischen Amts.) Mit Verzeichnis der Stadtteile, Gemeinden und Gemeindeteile zur Zeit der Schaffung der Einheitsgemeinde (Hamburg, [ca.] 1938).

Voigt, J.[ohann] W.[ilhelm]: "Zum zweihundert-jährigen Jubileum der Hamburgischen Vorstadt St. Pauli." In: Hamburger Bürgerzeitung, Nr. 27 (26. März), Nr. 40 (2. April), Nr. 43 (9. April), 1882.

"Wegweiser durch Hamburg. Oder Nachweisung aller Gassen, Märkte, Plätze, Kirchen, Stadtgebäude etc. und anderer Merkwürdigkeiten in Hamburg, wie solche nach dem besonders dazu eingerichteten Grundrisse dieser Stadt bequem aufzusuchen sind. Ein Anhang zu den Hamburgischen Denkwürdigkeiten." (Hamburg, 3. berichtigte Aufl./1803)

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Würzer, Heinrich: "Charakteristisch-topographische Fragmente über die Stadt Altona und deren Straßen und Pläzze von einem Reisenden." Mit einem Nachwort von Hans-Werner Engels. (Hamburg, 1996)

Würzer, Heinrich: "Ein Spazziergänger in Altona." Mit einem Nachwort; hrsg. von Hans-Werner Engels. (Hamburg, 1997)

Christian Ziegra: "Sammlung von Urkunden, theol. jurist. Decreten etc. als eine Grundlage zur Hamburger Kirchenhistorie neuerer Zeiten", 4 Bände. (Hamburg, 1764-70)

Christian Ziegra: "Beyträge zur politischen hamburgischen Historie." (Hamburg, 1766)